Alles wie gehabt: Bayer 04 – Mainz 05 4:2
Für Bayer 04 beginnt das neue Jahr so, wie das Alte endete. Nervenaufreibend, energisch, erfolgreich.
Nach einem schwachen Start mit Tor für Mainz in der 8. Minute, gelingt die fulminante Wende, eingeleitet durch den wiedergenesenen Katsche. Dabei habe ich noch vor und in den ersten Minuten nach seinem Tor gemeckert, das sei wieder typisch Bayer: Zu viele Kombinationen, zu viel Spielerei ohne jeglichen Raumgewinn, zeitweise war aus meiner Sicht jeder Pass kontergefährdet. Und der Barnetta: Zu lässig, zu unkonzentriert, zeitweise zu dumm. Schön dass gerade jener mich nach einem Traumpass von Kies Lügen straft. Selten habe ich einen so wunderschönen Antritt gesehen, wie Tranquillos: Er sieht den Ball auf dem silbernen Tablett, sprintet los, noch 3-4 Meter vor dem Ball zögert er kurz und vergewissert sich über die Position seines Gegenspielers, legt sich die nächsten Schritte gedanklich zurecht, richtet die Augen auf das Spielgerät, beschleunigt wieder für die letzten Meter zum Ball und ab die Post. Wie aus einem Guss. Da tut es auch nichts zur Sache, dass der Ball letztendlich haltbar gewesen wäre. Schade allerdings, dass diese Situation und Kießlings vorzüglicher Pass im Fernsehn einmal mehr fast ausschließlich in der unübersichtlichen Nahaufnahme zu sehen war.
Kroos (Der schon wieder!) und Eren Derdiyok dürfen sich auf Seiten von Bayer 04 noch in die Liste der Torschützen eintragen, die Mainzer erzielten zwischenzeitlich einen Anschlusstreffer durch Bungert.
Schön, dass wieder ein Spiel gedreht wurde. Schön, dass Kadlec schon jetzt wieder das Tor getroffen hat und schön, dass auch Renato Augusto sich durch eine Vorlage zurückmelden konnte.
So schwer es uns auch fällt, Jens, ich glaube ein solches Spiel zum Auftakt der Rückrunde darf gut und gerne dazu beitragen, das unbestimmte Gefühl in der Magengegend wenigstens im Ansatz zu beruhigen. Sollen die Bayern und die Gelsenkirchener doch gewinnen.
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4 Kommentare
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Hattrick, 18.01.2010 um 13:13 Uhr
Das unbestimmte Gefühl in der Magengegend, ist das nicht bei allen Fußball-Fans vorhanden? Wenn die eigene Mannschaft zurückliegt? Einen Vorspung vergeigt? etc. Nur, dass es bei Leverkusen mittlerweile zum medialen Stilmittel geworden ist und zum Teil der Clubfolklore. Immerhin. Besser als Plastik.
Ich hab jeden Spieltag Bammel. Und ich glaube, es geht den meisten doch auch so. Auch denen von anderen Teams. Man braucht ja nurmal nach Niederlagen in die Vereinsblogs zu gucken. Selbst bei den Bayernfans bricht ja gleich immer eine Welt zusammen, wenn es nicht der erste Platz ist und alles und jeder wird in Frage gestellt.
Der Bayer-Kader macht in dieser Saison einfach einen guten Eindruck. Wenn es gelingt, die Rekonvaleszenten gut zu integrieren, dürfte das Team in der Tat noch stärker sein. Einfach, weil von der Bank volle Power kommt. Mal abgesehen von den größeren taktischen Möglichkeiten.
Ich würde gerne mal in die Runde fragen, ob ihr als Bayer-Fans nächste Woche lieber gegen Bremen als Hoffenheim spielen würdet? Oder ob Hamburg besser wäre? Oder Dortmund? Oder Wolfsburg? Und dann noch eine Frage an die Nicht-Bayerfans. Würdet ihr nächste Woche gerne gegen uns spielen? Oder habt ihr … Bammel?
Sebastian, 18.01.2010 um 13:43 Uhr
Ich finde als Bayer-Fan darf man eine gewisse Art von Unwohlsein schon für sich alleine beanspruchen. Zu oft wurde schön gespielt, zu oft wurde die Liga begeistert und zu oft landete man spätestens am 34. Spieltag auf dem Boden der Tatsachen.
Für mich hängt das auch nicht mit einem bestimmten Gegner zusammen. Wenn es nach mir ginge, könnten wir jeden Spieltag gegen Hoffenheim bestreiten. Nach 10:3 Toren und 3:0 Siegen gegen die TSG, ist es mir darum nicht bange. Es sind mehr die Spiele gegen die Berlins, Hannovers und Bochums, bei denen man nie genau weiß woran man ist.
Hattrick, 22.01.2010 um 09:52 Uhr
Ich glaube, was wir gerade erleben ist die Arbeit im Verein genau daran, dass dieses Gefühl vom ewigen Zweiten aus den Köpfen der Mannschaft verschwindet. Psychologisch ist das ganze ja mittlerweile fast eine sich selbsterfüllende Prophezeiung geworden. Wenn man nur fest genug daran glaubt, trifft es auch ein.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie Rene Adler (letzte Saison?) mal nach einem verlorenen Spiel kritisierte, dass da vielleicht wieder das alte Bayer-Phlegma durchgekommen wäre. Dafür gabs hinterher gleich einen Anschiss vom Rudi Völler. Nicht weil Adler die Leitung kritisierte, sondern weil er sie mit dem Charakter der Mannschaft in Verbindung brachte.
ich wünsche mir sehr, dass sich die Spieler von der Vizekusen-Diskussion lösen können und versuche es auch (Nachvollziehbar ist das mulmige Gefühl natürlich, aber irgendwann muss man es auch mal gut sein lassen).
Trotz der drei Siege gegen Hoffe habe ich Bammel vor dem Spiel. Das Gesetz der Serie beagt ja, dass je länger eine solche Serie wird, desto größer ist auch die wahrscheinlichkeit, dass das gegenteilige Ereignis eintritt. Statistik ist echt … :-).
Sebastian, 24.01.2010 um 01:41 Uhr
Die Entwicklung sehe ich auch positiv, klar.
Aber sorry, mein mulmiges Gefühl kann erst aufhören, wenn am Ende der Saison wirklich etwas erreicht wurde. So isses nunmal.