2009 August | lauthals

Immer mal was Neues: SC Freiburg – Bayer 04 0:5

Eigentlich bin ich der Falsche dafür, ein Spiel wie das Gestrige zu kommentieren. Dieses Spiel hatte so viel und doch so wenig von der letzten Saison. Plötzlich ballern wir wieder aus allen Rohren, sind bis dato mal wieder die torgefährlichste Mannschaft der Liga und haben auch noch zwei Stürmer in den eigenen Reihen, die zusammen mit Jiri Stajner die Torschützenliste anführen. Spitzenreiter sind wir zwischenzeitlich auch noch. 5:0 hieß es am Ende eines Spieles, das nicht auf diese Weise hätte enden müssen. Im letzten Jahr wären es vermutlich noch wir gewesen, die die roten Trikots getragen hätten. Gestern trug Freiburg sie. Die Gastgeber spielten domininant und arbeiteten sich Chancen am Fließband heraus. Getroffen haben wir. Sachen gibt’s.

Das macht es so schwierig dieses Spiel einzuordnen. Unweigerlich muss nach einem solchen Sieg die Phrase “Im Stile einer Spitzenmannschaft” fallen. Genauso unausweichlich ist aber die Redewendung “Es ist nicht alles Gold, was glänzt”. Die defensive Sicherheit des Spieles gegen Hoffenheim wurde in der ersten halben Stunde sehnlichst vermisst. Wie kann es sein, dass die Idrissous dieser Welt jederzeit unbedrängt die Bälle in unserem Strafraum annehmen können? Wie kann es sein, dass die Griechen dieser Welt, deren Namen keinen anständigen Plural zulassen, aus allen Lagen schießen dürfen?

Und doch: Eine wirklich 100 prozentige Chance der Freiburger war nicht dabei. Wir hingegen hatten vielleicht zwei davon und machen daraus fünf Tore. Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind, als die Maschinerie nach Kießlings 1:0 ins Rollen kam. Doch ist das Gesamtbild, das in diesen 90 Minuten gezeichnet wurde, tatsächlich eines, das Hoffnung macht? Bisher hatte Heynckes die Zügel noch relativ fest in der Hand, doch muss es ihm, nach einem solchen Spiel nicht unendlich schwer fallen, die Euphorie in Grenzen zu halten?

Gerade weil es so schwer fällt, sich nach einem solchen Spiel zu beschweren, läuft man Gefahr, sich blenden zu lassen. Leider bin ich, als leicht euphorisierbare Person, wie schon oben erwähnt, der Falsche um authentisch darauf hinzuweisen, dass man den Ball flach halten sollte. Darüberhinaus würde ich ja auch nicht gehört werden :) . Ich hoffe, das machen daher andere. Ich dagegen finde es einfach nur gut, dass Kießling trifft, dass Derdiyok die Erwartungen, die man an ihn stellte, zu übererfüllen scheint und dass Barnetta endlich anfängt sein Potenzial abzurufen, worauf ich schon seit zwei langen Jahren warte.

Leverkusen lässt den Gegner also anrennen und fährt überlegen einen Sieg nach Hause, nachdem der Gegner seiner Erschöpfung erliegt. So weit, so anders. Was sich im Gegensatz zur letzten Saison zusätzlich noch verändert hat, stimmt mich aber tatsächlich außerordentlich freudig: Der Trainer handelt, wenn es sein muss. Schon nach 29 Minuten nimmt er den rot-gefährdeten Vidal aus dem Spiel. Für ihn kommt Schwaab, der Castros Position einnimmt, welcher sich seinerseits darüber freuen darf, endlich auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld sein Können unter Beweis stellen zu dürfen. Auch schön: Die Reaktion Vidals auf seine Auswechselung. Nicht wortlos, aber zumindest ohne ein freundliches Wort, stürmt er wütend in die Kabine. Ist da plötzlich Feuer im Team? Recht so. Bei nächster Gelegenheit darf auch ruhig mal ne Tonne zertreten werden.

Wir haben eines der leichtesten Auftaktprogramme der Liga, sieben Punkte sind nach diesen drei Spieltagen eigentlich nicht überraschend. Wenn nichts Unerwartetes passiert, werden es in einer Woche zehn Punkte sein. Danach fahren wir nach Wolfsburg und erst da wird sich zeigen, wo wir wirklich stehen.

Update, 19:51 Uhr: Das mit dem torgefährlichsten Team der Liga hat sich erledigt. Dafür wurde die Tabellenführung souverän gehalten. Genießt es, liebe Leute.

Update, 23:44 Uhr: Sehr lustig: Wie kann es sein, dass ich für einige Minuten dachte, wir hätten gegen Frankfurt gespielt und hätten Schüsse von Amanatidis abwehren müssen, der “aus allen Lagen schoss”? :D

Leverkusens Transferwahnsinn 1997-2009

Probek hat vor ein paar Tagen eine Auflistung der Transfers seines FC Bayern der letzten Jahre gemacht, diese Transfers bewertet und Bilanz gezogen. Weil ich nichts besseres zu tun habe und mir momentan auch nichts eigenes einfällt, was ich bloggen könnte, hab ich das auch mal gemacht. Für Bayer 04 versteht sich.

Hiermit wage ich zu behaupten, dass diese Arbeit für kaum einen anderen Verein nerviger ist als für Bayer 04. Ende des letzten und Anfang des aktuellen Jahrtausends wurde alles verliehen, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Ein paar Jahre später kamen diese Leute mit einem mal alle zurück… oder auch nicht… oder sie kamen zurück und wurden gleich wieder verliehen. Wir erinnern uns wohl alle, wie der Bayer damals dafür belächelt wurde. Doch das war uns egal, wir verwiesen auf internationale Spitzenclubs, Ajax, Arsenal und Co, die machen das genau so, das ist die Zukunft, ihr werdet euch noch wundern.

Na ja, einen Versuch war es ja wert. Im Endeffekt bin der Gelackmeierte jetzt ich (Mal ehrlich, hier blickt doch kein Mensch durch).

Hinzu kommt, dass ich im zarten Alter von elf Jahren – und dies bedeutet 97/98 – gerade damit anfing mich für Fußball und für Bayer Leverkusen zu interessieren. Das macht die Bewertung der frühen Transfers nicht gerade einfacher, aber Änderungsvorschläge werden gerne angenommen, bzw. diskutiert.

Voller Stolz präsentiere ich euch nun das dokumentierte Chaos der Bayer’schen Transferpolitik:

Erklärung

Um eine kurze Erläuterung der Tabelle komme ich wohl nicht herum.

Die Quelle meiner Daten ist transfermarkt.de. Die Kriterien der Bewertungen sind selbstverständlich subjektiv und an einigen Stellen definitiv streitbar. Ich muss mir selber vorwerfen, dass es mir teilweise nicht möglich war, mir selbst gegenüber konsequent zu bleiben: Es gibt Fälle, wie Gekas (+/-) oder Athirson (-), die ich persönlich zwar eine Stufe besser finde, bei denen ich mir aber relativ sicher bin, dass sie im Allgemeinen anders eingestuft werden. In anderen Fällen wiederum – Ponté ist ein solcher – habe ich mich durchgesetzt und ihm die bessere Einstufung gegeben.

Wie dem auch sei, subjektiv ist es so oder so. Wenn ich mir nicht sicher war, stellte ich mir einfach die Fragen: “Habe ich mehr von ihm erwartet?” und “Würde ich das Geld für diesen Mann noch einmal ausgeben?”. Leute, die hin und her verliehen wurden, und uns dadurch nichts kosteten und bei uns so gut wie nie zum Zuge kamen, wurden meist neutral bewertet.

Die Gehaltskosten, die zum Teil auch für verliehene Spieler anfielen, habe ich übrigens nicht berücksichtigt.

Bei Probek wird zur Zeit kontrovers darüber diskutiert, wie aussagekräftig diese Tabelle ist. Er hat sich scheinbar dazu entschieden, die Geld-Spalten zu eliminieren. Ich lasse sie stehen, da sie zum einen nicht schaden und ich mir zum anderen einfach ansehen möchte, welcher Euro ein gut- und welcher ein schlecht-ausgegebener war.

Die berechtigte Kritik an diesem System lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die 1,1 Mio. für Bernd Schneider waren ein “besserer” Transfer als die 8,5 Mio. für Lúcio. Trotzdem lassen die 8,5 Mio. von Lúcio die Statistik besser erscheinen.

Die Anzahl der Spiele habe ich im Gegensatz zu Probek rausgelassen. Das war mir schlicht und einfach zu viel Aufwand, da ich konsequenterweise die Spielanzahl eines Spielers, der mehrmals bei uns unter Vertrag stand, entsprechend hätte aufteilen müssen. Vielleicht hole ich das nach (Wobei die Betonung auf “vielleicht” liegt).

Fazit

Wie allgemeingültig ein Fazit aus dieser subjektiven Zusammenstellung sein kann, ist fragwürdig. In jedem Fall ist es eine nette Spielerei, aus der jeder seine eigenen Schlüsse ziehen kann. Ebenfalls ist es interessant, die vergangenen Jahre, vor allem die Jahre der Ära Calmund, Revue passieren zu lassen.

Festhalten kann man aber sicher Folgendes:

Unsere Transfermenge ist aus schon benannten Gründen unverhältnismäßig hoch. Insbesondere die 84 neutral bewerteten Zugänge resultieren daraus. Die Bilanz der positiven und negativen Einkäufe ist ausgesprochen ausgeglichen, wie sich auch beim FC Bayern zeigt. Schaut man sich die Kohle an, die dafür geflossen ist, können wir zufrieden feststellen, dass der Großteil der Ausgaben offenbar gut investiert war (79 Mio. € positiv gegenüber 23 Mio. € negativ).

Und zu guter letzt möchte ich noch eine Frage stellen: Wer freut sich eigentlich noch darüber, dass “Chancentod” Berbatov damals nicht im Ausleih-Sumpf gelandet ist?

Weitere Listen:

Als würde man bei Pro Evolution Soccer von “Top-Spieler” auf “Amateur” umschalten

So oder so ähnlich muss sich Sami Hyypiä vorkommen, nachdem er aus der englischen Premier League in die deutsche Bundesliga gewechselt ist. Ich will nach zwei Spieltagen ja nicht schon ausflippen, zumal nur der letzte richtig überragend war.

Dennoch hatte man am vergangenen Samstag ab und zu das Gefühl, Hyypiä fühle sich unterfordert gegen die Bambinis aus Hoffenheim. Tatsächlich hat es mit ihm auch mal wieder ein Leverkusener zum “Mann des Tages” beim Kicker geschafft: “Er steht da, wo andere hinlaufen (…)”, schreibt das Blatt richtig. Auch die 11 Freunde charakterisieren das Spiel des Finnen in ihrer nicht immer ganz ernst gemeinten “Elf des Spieltages” sehr zutreffend: “Fresse halten, dahin laufen, wo der Ball ist und einfach zum freien Mitspieler passen.”.

So einfach kann Fußball sein.

Das macht Hoffnung: Bayer 04 – TSG Hoffenheim 1:0

Untermalt von Marius Müller-Westernhagens “Wieder Hier”, öffnete die neue BayArena zum ersten Mal ihre frisch lackierten Pforten zu einem Pflichtspiel.

Auch ich konnte sie heute (na, gestern) das erste Mal aus nächster Nähe betrachten und muss sagen: Ja, doch. Ist hübsch. Obwohl ich die Flutlichtmästen vermissen werde.

Der zweite Eindruck war allerdings eher mau. Der Einlass ins Stadion beim C-Block lief noch ausgesprochen zähflüssig. Das Handling mit den BayArena-Cards lief erwartungsgemäß noch nicht reibungslos, was sich auch am Bierstand zeigte. Dort hätte es eventuell allerdings schon geholfen eine dritte Bude aufzustellen, statt zweien den Andrang einer ganzen Kurve zu überlassen. Zumal es nach dem Spiel auch noch Freibier gab. Aber ich bin mir sicher, dass sich das alles einspielen wird. Außerdem ging es ja nicht ums Saufen, sondern darum endlich wieder Fußball in heimischen Gefilden zu sehen. So denn:

Schön war das Spiel freilich nicht. Dennoch war es ein Spiel, nach dem wir uns in der vergangenen Spielzeit ein ums andere Mal die Finger geleckt hätten. Den Hoffenheimern war anzumerken, dass sie sich kein weiteres Mal vier oder fünf Dinger einfangen wollten und so standen sie tief und verhältnismäßig sicher in der eigenen Hälfte. Daraus resultierten gefühlte 80% Ballbesitz und vorerst dennoch nur zwei Chancen. Zunächst ein schöner, von Barnetta geschossener und von Hildebrand parierter Schuss aus der zweiten Reihe. Später ein Kopfball von Hyypiä, den zunächst Hildebrand mit der Hand regelgerecht und danach Carlos Eduardo, ebenfalls mit der Hand, dafür weniger regelgerecht, von der Linie wischten. Abhaken. In einer Saison gleicht sich alles aus. Sagt man.

Aber überhaupt: Hyypiä! Den Typen kannst du auch ins Tor stellen wenn Not am Mann ist. Man sollte meinen, es gibt keinen Ball, den er nicht mit dem Kopf erwischt. Er und Friedrich, der neben seinem finnischen Kollegen richtig aufzublühen scheint, waren ein wichtiger Grund dafür, dass Hoffenheim im kompletten Spiel lediglich zu zwei echten Chancen kam. Die restliche Zeit konnte Adler damit verbringen im Kopf knifflige Sodoku-Aufgaben zu lösen, in der Hoffnung wenigstens auf diese Weise bei Jogi Löw Eindruck zu schinden.

Was gabs sonst noch? Ach ja, das Tor. Ein gut aufgelegter, zu Recht gefeierter aber manchmal zu verspielt wirkender Renato Augusto schaffte es über die rechte Seite Eren Derdiyok freizuspielen, welcher, von Compper bedrängt, mit der Hacke auf Stefan Kießling, dem besten Offensivakteur auf dem Platz, weiterleiten konnte, der nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte.

Hinten sicher stehen. Nicht immer spektakulär, dafür aber effizient spielen. Abwarten, auch wen das Tor in der Mitte der zweiten Hälfte noch immer nicht gefallen ist. Auch mal nur 1:0 gewinnen. Das ist nicht gerade die Art von Bayer 04 Leverkusen.  Aber die Art von Jupp Heynckes, dessen Handschrift schon recht deutlich zu erkennen ist. Natürlich ist noch mehr drin. Natürlich möchte ich auch wieder einmal eine schöne Kombination und etwas mehr Bayer’schen Hurra-Fußball sehen. Doch die Leichtigkeit kommt mit dem Erfolg. Wenn es sich so weiterentwickelt wie bisher, – so fern man nach drei Pflichtspielen eine Entwicklung ausmachen kann – ist einiges möglich. Das bedeutet nicht, dass man deutscher Meister werden muss. Das bedeutet auch nicht, dass man in die Champions League muss. Das bedeutet nicht mal, dass man zwangsläufig die Europliga erreichen muss. Aber das bedeutet zumindest, dass am nächsten Wochenende in Freiburg der nächste Dreier eingefahren werden muss. Auf, auf, Kameraden.

Update: Bei Kießlings Tor war es Compper, der Derdiyok bedrängte, nicht Simunic, wie ich ursprünglich schrieb.

Ein Spielfeld voller Pillen

Ich will mich wirklich nicht dranhalten. Aber es scheint ja tatsächlich etwas dran zu sein. Womöglich werden wir also in den folgenden Tagen unseren nächsten defensiven Mittelfeldmann begrüßen können: Lars Bender. U19-Europameister, dementsprechend deutsch und vor allen Dingen jung. Sicher ein guter Mann. Bayer’sche Transferpolitik der Neuzeit par excellence. Gefällt mir ja eigentlich.

Dennoch motiviert mich dieser Umstand dazu, einmal ein Schaubild anzufertigen. Das ganze erinnert ein wenig an Tapeten aus den 70ern, ergibt aber dennoch etwas Sinn. Et Voilà:

pillenfeldSmall

Klick für größeres Bild

Was soll das alles bedeuten, bitte?

Das Ganze ist vielleicht nicht vollkommen selbsterklärend, daher folgt nun eine Anleitung, wie dieses Schaubild zu lesen ist:

Wir sehen elf bzw. 20 Kreise (streng genommen sind es sogar 22)  auf einem Spielfeld verteilt. Sie sind angeordnet wie das 4-4-2 mit Raute, das Bayer 04 derzeit zu spielen pflegt. Die Größe der Kreise steht für die Anzahl der Spieler, die uns auf der jeweiligen Position zur Verfügung stehen.

Die äußeren (bzw. unteren) Kreise stehen dabei jeweils für alle Spieler, die laut ihrem Profil bei transfermakt.de auf der jeweiligen Position spielen können. Dabei musste ich allerdings eine Ausnahme machen: Gonzo Castro ist auf dem Schaubild nicht nur rechts in der Abwehr und im Mittelfeld, sondern auch auf der von ihm präferierten Position des defensiven Mittelfeldspielers anzutreffen. Das System von transfermarkt.de kennt allerdings keine Außenspieler, die gleichzeitig die 6er-Position ausfüllen können.

Des Weiteren habe ich dieses Bild zunächst nur für die Hinrunde erstellt, Patrick Helmes entfällt also aus der Wertung.

Diese Daten von tm.de zu nehmen ist zwar halbwegs objektiv, passt mir aber nicht an allen Stellen.  So mag es sein, dass Barnetta beide Außenbahnen beackern kann – auf der rechten Abwehrposition möchte ihn dennoch nicht sehen.  Daher existieren die inneren Kreise, die jene Spieler repräsentieren, die auf der jeweiligen Position meiner Einschätzung nach tatsächlich zu gebrauchen wären.

Der Farbton soll die “Qualitätshomogenität” auf einer Position symbolisieren. Dies kann in den vielen Fällen so verstanden werden: “Wie groß ist der Konkurrenzkampf auf dieser Position?” Ganz korrekt ist diese Fragestellung allerdings nicht. Ein kurzes Beispiel dazu: Nur weil laut tm.de sieben Spieler auf der rechten Abwehrseite spielen können, findet dort ja nicht weniger Konkurrenzkampf statt als zwischen den beiden Spielern, die ich auf diese Position gesetzt habe (denn im Endeffekt finden sich diese beiden Spieler ja auch im großen Kreis wieder). Ein “weniger tauglicher” Spieler wertet daher nicht den Konkurrenzkampf ab, sondern eben die Qualitätshomogenität, was, wie ich glaube, ein ganz passender Begriff dafür ist.

Speziell zu betrachten sind des Weiteren die Positionen der Innenverteidiger und der Stürmer, da es es von diesen Spielern jeweils zwei in der Startaufstellung gibt, die weitestgehend austauschbar sind. Auf diesen Positionen habe ich die verfügbaren Spieler aufgeteilt. Dennoch gleichen sich weder die Mittelstürmer- noch die IV-Positionen. Dies liegt daran, dass ich denke, dass zum einen Sami Hyypiä schon relativ fest im Sattel sitzt (demnach ist Hyypiä im Bild auf der linken, dunkleren Seite zu finden), während es Richard Sukuta-Pasu auf seiner Position im Sturm nicht einfach hat (ergo ist offensichtlich auch dieser links, ebenfalls im dunklen Kreis, anzutreffen).

Und worauf möchtest du nun hinaus?

Lange Rede, kurzer Sinn: Dieser große, feuerrote Punkt dort in der Mitte – braucht der noch einen Mann mehr? Jetzt sofort?

Aber auch davon abgesehen, bietet dieses Bild Raum für Interpretationen, wie ich finde. Soll keiner glauben, ich hätte dieses Ding nur wegen meinem persönlichen DM-Problems erstellt.

Das Positive überwiegt: Mainz 05 – Bayer 04 2:2

Ich habe vom heutigen Spiel noch keine bewegten Bilder gesehen und ich glaube das werde ich auch morgen erst nachholen können. Ich habe lediglich das Bundesligaradio hören können und dennoch: Das war doch ein Spiel, auf dem man aufbauen kann.

Ich kann nicht beschreiben mit welchen Hoffnungen ich an den heutigen Tag gegangen bin. Wenn man lange genug Leverkusenfan ist, gewöhnt man es sich eigentlich generell ab, Hoffnungen auf irgendetwas zu haben. Und doch lässt sich ein gewisser Fitzel Gedankendatenschrott nicht leugnen, der ungefähr Folgendes beinhaltet: “Eigentlich sollte Mainz doch kein Problem darstellen… sooo schlecht war es gegen Babelsberg ja nun nicht… aber gerade dann geht’s bei uns ja nach hinten los”. Spätestens sobald man erkennt, dass man sich durch diesen Gedankenfitzel im Kreis dreht, gibt man auf und lässt es einfach auf sich zukommen.

Auf mich zukommen habe ich es also gelassen . Und wie es auf mich zukam. Mit einem 1:0. Für Mainz. In der 5. Minute. Es störte mich nicht. Ich nahm es hin und freute mich stattdessen schon auf das Spiel am nächsten Wochenende gegen Hoffenheim. Man kennt es ja nicht anders – und würde ich mich jedesmal über solche Rückstände aufregen, hätte ich wohl keine Zeit meine Blogeinträge zu schreiben. Bei einem 0:1 weiß man wenigstens was man hat. Keinen Gedanken verschwendete ich an die Möglichkeit, der Bayer könnte dieses Spiel noch drehen. So groß kann der Heynckes-Effekt gar nicht sein.

Aber sie kamen zurück. Und wie sie zurückkamen. Ein Doppelschlag von Helmes (hoppla) Derdiyok und Kießling kurz vor der Halbzeitpause weckte mich aus meiner Trance und versetzte mich schlagartig in einen Zustand völliger Ekstase Unsicherheit. Entweder schlief ich oder Leverkusen führte tatsächlich plötzlich 2:1. Deutlich wahrscheinlicher erschien mir die erste Variante. Hätte Mainz kurz vor Spielende nicht doch noch durch einen Freistoßkracher von Gunkel ausgeglichen, wäre ich überzeugt davon gewesen diesen Blogeintrag im Traum zu verfassen. So aber kann ich mir (relativ) sicher sein, dass Bayer 04 noch immer Bayer 04 ist.

In der Tat, wir sind immer noch die Alten. Und das ist nicht nur negativ. Es hält die Euphorie auf einem vertretbaren Level und gibt gleichzeitig Hoffnung, dass sich der Trainerwechsel ausgezahlt hat. Man darf auswärts 2:2 Spielen. Auch gegen Mainz. Entscheidend werden in dieser Saison die Heimspiele sein und wie wir uns zu Hause schlagen, wird sich schon in sieben Tagen gegen Hoffenheim zeigen.

Bisschen Bundesliga bei fritz

Nachdem gestern bei 1Live irgendwie nicht so viel über Bayer Leverkusen berichtet wurde, wie ich erwartete, möchte ich heute eure Ohren auf fritz lenken. Zwischen 22 und 0 Uhr wird da heute in der Sendung Blue Moon zusammen mit Christoph von Guaita und Anrufern über die anstehende Bundesligasaison debattiert. Kann mir nicht vorstellen, dass es sehr fachlich wird, aber vielleicht wenigstens witzig.

Den Live-Stream gibts hier. Später gibts das auch noch als Podcast, bin ja wieder was spät dran mit dieser Ankündigung ;) .

Die Symbiose der Erhabenen¹

Da werde ich gerade auf die Website von 1Live hingewiesen und bin schon kurz davor zu hyperventilieren, da mir folgende Schlagzeile entgegenspringt: Völler lädt Campino ein

Ich dachte schon, dass meine Lieblingsband zur Stadioneröffnung meines Lieblingsstadions (also dem Stadion meiner Lieblingsmannschaft) vor dem Spiel gegen einen meiner Lieblingsgegner vielleicht ein oder zwei meiner Lieblingssongs zum Besten geben würde. Ich mag mir kaum ausmalen, was die Vereinigung dieser beiden Säulen meines Seelenzustands zu bedeuten hätte.  Die Verschmelzung zweier Titanen, die die Geburt einer neuen, noch stärkeren Gottheit zur Folge haben würde²?

Aber ich hab mich natürlich getäuscht. Stattdessen darf Campino einfach nur zum Eröffnungsspiel gratis neben Rudi Platz nehmen und seinem Liverpooler Kumpel Hyypiä zusehen.

Nicht destotrotz noch eine Info am Rande: zwischen 14 und 18 wird auf 1Live heute einiges zum Bayer gesendet werden. Mal reinhören.

¹ selten dämlicher Titel, nicht?

² hatte ich eigentlich schon die Gelegenheit zu erwähnen, dass ich leicht euphorisierbar bin?

Wozu die Eile?

Der 20-jährige Mittelfeldspieler [Lars Bender] “wäre bereit”. Bayer auch. Sportchef Rudi Völler verriet am Dienstag: “Wir sind bereits seit Wochen in Gesprächen mit 1860 München. Wir würden ihn gerne bereits jetzt gerne bei uns im Kader sehen.”

Steht jedenfalls hier.

Wieso eigentlich? Haben wir so sehr Not am Mann? Reichen Rolfes, Vidal, Reinartz, Zdebel, Castro und Sinkiewicz im defensiven Mittelfeld nicht aus (Ich würde mich nicht mal wundern, wenn ich jemanden in all meiner Spontanität vergessen hätte)? Ich muss gestehen, dass ich Lars Bender im letzten Jahr so gut wie gar nicht beobachtet habe – Hand aufs Herz: “So gut wie gar nicht” ist sogar noch sehr übertrieben untertrieben, daher frage ich: Spielt er vielleicht gar keinen 6er, sondern wirbelt im offensiven Mittelfeld, so dass wir einen adäquaten Backup für Kroos hätten? Oder spielt er tatsächlich auf der 6er-Position und konnte dort letztes Jahr in der zweiten Liga so überzeugen, dass er eine ernstzunehmende Konkurrenz für den Käpt’n wäre? Oder wollen wir allen anderen Mannschaften einfach nur die 6er wegkaufen? Oder hat Rudi einfach nur einen Faible für defensive Mittelfeldspieler?

Mir gefällt unsere zukunftsorientierte Einkaufspolitik zur Zeit ja ausgesprochen gut, aber dennoch leuchtet mir nicht alles ein. Ich bitte flehentlich um Aufklärung.

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