2009 September | lauthals

Ehe es zu spät ist: VfL Wolfsburg – Bayer 04 2:3

Wie schon nach dem letzten Spieltag bin ich wieder viel zu spät dran mit dem Spielbericht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es leider wieder ein Wochenende ohne bewegte Bilder war (nun ja, Bayer 04 TV hab ich mir angesehen, aber das ist ja nicht unbedingt üppig). Meine Ausrede für dieses Wochenende sind die Tischtennis Kreismeisterschaften im Kreis Rur-Wurm, bei denen ich spielerisch¹ und organisatorisch tätig war.  Lange Rede, kurzer Sinn: Die Muße war danach dahin. Also die Muße einen Spielbericht zu verfassen. Dieser wird im Folgenden kurz und knackig nachgereicht.

Simon Rolfes setzt zur Aufholjagd auf Stefan Kießling an. Während der Stümper Kies es noch immer nicht schafft mehr als ein Tor pro Spiel zu schießen, trifft unsere Nummer 6 gleich zwei mal. Summa summarum ergibt das drei Treffer gegen den amtierenden Meister VfL Wolfsburg. Das Schlimme daran: Die waren auch allesamt nötig. Nach der 3:0-Führung durch Renatos schöne Vorarbeit, schaffte es der Gegner in den Schlussminuten tatsächlich noch zwei Tore zu schießen. Verfolgt habe ich den ganzen Spaß via Radio in einer tischtennis-bespielten Mehrzweckhalle. Dass mein negatives Abschneiden bei den Kreismeisterschaften nicht zuletzt aus dem zweiten Gegentreffer resultierte, ist unnötig zu erwähnen. Fühlte ich mich doch an das Spiel gegen den Karlsruher SC in der letzten Saison erinnert.

Und sonst? Eine rote Karte gegen den gegnerischen Torhüter, die man nicht geben muss, aber geben kann. Auf jeden Fall aber eine Karte, die uns in selbige gespielt hat. Bis zu diesem Zeitpunkt war der VfL nämlich überlegen.

Eine gelb/rote Karte gegen Derdiyok, die man ebenfalls nicht hätte zeigen müssen, die aber in Anbetracht des Torschützenkönigs von  2007, der bei uns auf der Bank versauert, durchaus zu verkraften ist.

Fest steht: Die erste echte Hürde wurde genommen. Mag der VfL nicht in Topform sein und mag man auch die meiste Zeit glücklich in Überzahl gespielt haben, so ist es immer noch der deutsche Meister gewesen, den man in einer Auswärtspartie geschlagen hat. Noch dazu lag dieses Auswärts in Wolfsburg, wo die Sterne für uns bislang nie besonders günstig standen. Wir haben in dieser Saison die erste echte Spitzenmannschaft geschlagen, so viel steht fest und das tut gut. Das gibt Hoffnung. Für das Spiel gegen Werder.

So viel dazu.

¹ Man suche besser erst gar nicht nach Erfolgen meinerseits.

Nur zu. (Große Sätze unterm Bayer-Kreuz [1])

Wenn der Klub morgen käme und den Wunsch hätte, würde ich meinen Vertrag direkt um zehn Jahre verlängern. Ich bin komplett glücklich hier.

- Stefan Kießling

Irgendwann schnallen auch die Letzten, dass Kießling, gerade durch diese Vereinsidentifikation, der vielleicht wichtigste Mann im Team ist.

Update, 21.01.2010: Jetzt, wo es einen zweiten Teil gibt, kann dieser auch offiziell zum ersten ernannt werden.

Die Frage nach dem T

Wäre ich Bayern-Fan, würde mich die berühmte deutsche T-Frage ja nerven. Wobei, nein, das ist falsch. Richtig ist: Wäre ich Bayern-Fan, würde mich die berühmte deutsche T-Frage einfach nur ganz besonders nerven.  Nicht besonders – aber dennoch deutlich – nerven würde mich die Frage schon dann, wenn ich nicht Leverkusen-Fan wäre. Zumindest, wenn ich nicht stattdessen Hannover-Fan oder wenigstens Schalke-Fan sein würde. Den Bremen-Fan vermag ich gar nicht erst in diesem Spektrum einzuordnen. Und das letzte Fan-Grüppchen, das ein vermeintliches Interesse an diesem Thema hat, möchte ich an dieser Stelle nicht einmal namentlich erwähnen. Die Frage nervt, weil sie so unnötig ist wie ein Kropf. Weil sie schon längt entschieden sein könnte. Weil die Nationalmannschaft wahrlich ernsthaftere Problemzonen hat. Die Frage nervt, weil sie letztendlich womöglich nur aus dem Grund existiert, um von jenen wahren Problemzonen abzulenken.

Und auch mir ist es im Prinzip relativ gleichgültig, wer am Ende zwischen den Pfosten stehen wird.  Ich fühle mich von Enke und Adler gleichermaßen gut vertreten. Und dennoch ist es ja so, dass man, aller Mannschaftsdienlichkeit zum Trotz, es gerne sieht, wenn ein solches Amt vom vereinseigenen Keeper ausgefüllt wird. Also Hand aufs Herz: Klar wollen wir René bei der WM im Kasten sehen.

Wie es das Schicksal der Zufall will, steht Adler gegen Aserbaidschan also wieder in der Startelf, da es ein bislang nicht näher spezifizierter Virus nicht gut mit Enke meinte. Dieser Umstand ist Enke selbstverständlich alles andere als zu gönnen. Nichtsdestotrotz sind es eben jene kleinen Schicksalsschläge, die in der jüngsten deutschen Torwart-Geschichte den Auschlag gaben. War es Enkes Handbruch, durch den Adler sein Debüt gegen Russland feiern durfte, so war es ein Bluterguss Adlers, der die Waage vor dem Spiel gegen Lichtenstein wieder in Richtung Enke kippen lies.

Handelsübliche Massenvergleichs-Waagen, haben übrigens nur zwei Waagschalen. Neuer und Wiese sind in meinen Augen schon aus dem Rennen, auch wenn das von offizieller Seite keiner sagen möchte.

Hoffen wir morgen also auf gut aufgelegte Aserbaidschaner und einen noch besser aufgelegten René Adler. Denn es ist davon auszugehen, dass die endgültige Antwort auf die T-Frage nicht durch die angesprochenen Einzelschicksale entschieden wird, sondern tatsächlich durch Leistung. Und was das angeht, liegt der Hannoveraner noch ein bis zwei Nasenlängen vor Adler.

Nur noch fürs Protokoll: Bayer 04 – VfL Bochum 2:1

Ja, ich weiß. Das Spiel interessiert schon keinen mehr in dieser kurzlebigen Welt. Soeben wurde verkündet, dass Tranquillo Barnetta tief in Gesprächen zur Vertragsverlängerung steckt und schon übermorgen kämpft René Adler um seine WM. Das ist ja eigentlich alles viel wichtiger als diese drei Pünktchen gegen das Mittelklasseteam aus Bochum, zumal dieser Sieg auch noch den faden Beigeschmack hat, nicht zur Verteidigung der Tabellenspitze gereicht zu haben. Und wer steht nun ganz oben? Der Bruno. Na sowas.

Dabei hatte dieses Spiel alles, was man für spannende Geschichten benötigt. Ein sicheres wahrscheinliches womögliches vermutliches Eigentor von Manuel Friedrich. Der daraus resultierende Rückstand. Und zwar ein Rückstand, der anlässlich der unzumutbar vielen vergebenen Torchancen der Werkself an längst vergangen geglaubte Tage erinnerte. Dann der Ausgleich durch den gerade erwähnten Manuel Friedrich, der spätestens dadurch all seine Kritiker wieder verstummen lässt. Und vorallem: Die Führung. Eine Führung, die über die Zeit gerettet wurde. Mit anderen Worten: Ein echt gedrehtes Spiel. Ohne Wenn und Aber. Wann gabs das zum letzten Mal?

Und natürlich und kaum der Rede wert: Ein Stefan Kießling, der trifft, nachdem er bereits getroffen, getroffen und getroffen hat. Die 34 Tore sollten drin sein dieses Jahr. Fehlen ja nur noch 30.

Womit der kürzeste aller Spielberichte hiermit schon beendet wäre. Der Blogeintrag freilich noch nicht,  denn am Ende eines jeden Artikels versuche ich gerne noch eine Flanke¹ zum Artikelanfang zu schlagen. Die Vorlage hierzu liefert mir diesmal der im letzten Absatz erwähnte Stefan Kießling. Wir erinnern uns: Zunächst schwadronierte ich über unsere kurzlebige Welt, eine Vertragsverlängerung und, ach ja, die Nationalmannschaft. Dort steht Kies nämlich im Gegensatz zu seinem Schlussmann am Samstag nicht auf dem Platz. Die Schwaben² hatten ja schon immer eine seltsame Vorstellung von Leistung.

¹ Diese Flanke wird Ihnen übrigens präsentiert von JAKO

² Nach oberflächlicher Recherche scheint es so, als sei Löw gar kein Schwabe, sondern Badener. Aber das ist mir gerade eigentlich relativ schnuppe.

Willkommen im Internetz, JAKO

Da hat man mal drei Tage keine Zeit sich den Geschehnissen des Netzes zu widmen und schon platzt der Feedreader aus allen Nähten. Eigentlich wollte ich heute nur meinen längst überfälligen Spielbericht zum 2:1 gegen Bochum verfassen, doch ein anderes, deutlich wichtigeres Thema drängt sich nach Durchsicht der einschlägigen Blogs zunächst auf. Offensichtlich existieren noch immer Institutionen, die nicht aus Fällen wie Jens Weinreich gegen Theo Zwanziger gelernt oder sie zumindest seltsam (und damit als Gewinn für den DFB) interpretiert haben.

Also JAKO, mal ehrlich: Das gewinnt ihr nicht, Leute. Womöglich treibt ihr einen kleinen Blogger in den Ruin, aber euer Imageverlust wird noch gewaltiger sein. Durch den Beitrag von dogfood ist der Damm bereits gebrochen, die Welle ist schon über das Fußballbloggeruniversum hinausgeschwappt. Bei Probek lässt sich die Welle verfolgen.

JAKO, JAKO…

Update, 15:01 Uhr: Ich gehe davon aus, dass der bewanderte Fußballblogleser weiß, wovon hier die Rede ist. Trotzdem ist es natürlich fahrlässig von mir, die Information, dass es sich hier um einen Rechtsstreit zwischen JAKO und dem Trainer Baade handelt, unter den Tisch fallen zu lassen.

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