Wie Bayer Leverkusen in den modernen Fußball hineingezogen wird | lauthals

Wir müssen uns mal unterhalten.

Es ist ein Uhr. Nachts. Also, zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Artikel veröffentlichen werde sicher schon längst nicht mehr, doch als ich anfing ihn zu schreiben, da war es ein Uhr. Nachts ¹. Ich kann nicht schlafen. Bis eben wälzte ich mich noch im Bett umher. Wie so häufig, wenn es ein Uhr Nachts ist, war es zwei Stunden zuvor noch 23 Uhr. Da las ich diesen offenen Brief an Dietmar Hopp. Von schwatzgelb.de, diesen hier. Und der lässt mir keine Ruhe.

In Ihrem (Dietmar Hopps, Anmerkung der zehnfingrigen lauthals.de-Redaktion) Falle ist es doch aber so, dass Fans aller Vereine, außer vermutlich Leverkusen, Wolfsburg und RB Leipzig, das Projekt Hoffenheim konsequent ablehnen. Diese Ablehnung betrifft aber in ähnlichem oder gleichem Maße Bayer Leverkusen, den VfL Wolfsburg und ganz besonders RB Leipzig.

Nun, dies wird mein Aufhänger für diesen Artikel sein. Ich möchte zwar schon lange über dieses Thema schreiben, doch es gab verschiedene Gründe, warum ich es nicht getan habe.

Zunächst wurde darüber schon gefühlte, na komm, ich sags, mir fällt ohnehin keine bessere Zahl ein, also: gefühlte 1904 Mal über dieses Thema gesprochen. Allerdings: Dieses Blog hat dieses Thema bislang höchstens touchiert und fußnotiert. Das letzte Mal ist gar nicht so lange her. Nun, so ist das Ziel, wird es also endlich einen Grundsatzartikel an dieser Stelle geben. Einen, auf den ich vielleicht bei zukünftigen Diskussionen einfach mal verlinken kann, damit es mich keine oder zumindest nur noch weniger Nerven kostet.

Ein weiterer Grund ist, dass ich darüber eigentlich gar nicht jammern möchte. Et es wie et es. Nachher heißt es bloß: “Sieh mal, diese Bayer-Fans. Identitätskrise. Kein Selbstvertrauen. So sind sie, die Anhänger der Retorte, müssen sich für ihre Fanschaft rechtfertigen.” Na ja, dazu später mehr.

Der letzte Grund, aus dem es bislang noch keinen Artikel von mir dazu gab: Ich habe schlicht noch keinen anständigen Aufhänger gefunden. Endlich habe ich einen – und den kann man auch noch ordentlich zitieren, siehe oben.

Zur Sache: Ich würde sehr gerne erklärt bekommen, was Bayer 04 Leverkusen von vermeintlichen Traditionsvereinen abgrenzt und was es stattdessen mit Clubs wie der TSG Hoffenheim oder aber auch RB Leipzig ²  verbindet. Ernsthaft. Vielleicht verstehe ich es ja tatsächlich bloß nicht.

Es folgt ein kurzer Abriss der Vereinsgeschichte:

Am 1. Juli eines bekannten, glorreichen Jahres wurde auf Anfrage von 170 Arbeitern des Bayerwerks ein Verein mit dem wohlklingenden Namen Turn- und Spielverein 1904 der Farbenfabrik vormals Friedrich Bayer Co. Leverkusen gegründet. Dabei möchte ich nicht darauf hinaus, dass der Verein mittlerweile seit über 100 Jahren existiert. Ich reite schließlich auch nicht darauf herum, dass der 1. FC Köln gerade mal seit 63 Jahren besteht. Beide Gründungen datieren deutlich früher als meine Geburt, deswegen ist diese Tatsache für mich nichts weiter als ein netter Bonus. Worauf ich wirklich hinaus möchte: Die Arbeiter eines Konzerns dachten sich dazumal: “Leute, lasst uns gemeinsam Sport machen. Fußball zum Beispiel. Aber nicht nur. In einem Verein. In unserem Verein. Fragen wir doch mal die Herrschaften von oben, ob die uns bei einer Gründung nicht ein wenig unterstützen können.” Und, was ganz wichtig dabei ist: Die Arbeiter dachten sich nichts Böses dabei. Es lag einfach nur auf der Hand. Während (nebenbei bemerkt fünf Jahre später) sich in Dortmund einige Jugendliche auf dem Borsigplatz trafen und vermutlich Ähnliches dachten, traf maf sich in Leverkusen nunmal im Bayerwerk. Und während man sich in Dortmund einer Stadt verschrieb, verschrieb man sich in Leverkusen einem Werk. So what?

Im Laufe der nächsten knapp 50 Jahre entwickelte sich die Fußballabteilung, eingegliedert in den SVB, kontinuierlich weiter bis endlich der Aufstieg in die damalige höchste deutsche Spielklasse erreicht wurde, die Oberliga. 1951 war das. Gerade rechtzeitig eigentlich um Punkte für die Zwölfjahreswertung zu sammeln und sich dadurch als Kandidat für ein Gründungsmitglied der ersten deutschen Bundesliga zu empfehlen. Wenn man denn in der Saison 55/56 nicht hätte absteigen und daraufhin geschlagene sechs Jahre auf den Wiederaufstieg hätte warten müssen. Aber nun ja: So oder so hatte die Qualifizierung für die erste Saison der Bundesliga offenbar nicht nur sportliche Gründe. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich möchte euch nicht mit weiteren Details von anno dazumal bis zum derzeitigen Status Quo langweilen, dabei hilft euch schließlich die Wikipedia. Es wäre eine Lüge, würde ich behaupten, ich hätte dort nicht auch selbst nachschlagen müssen. Fakt ist: Der SVB hat eine lebendige Geschichte. Die Solidarität aus Offenbach, das spektakuläre Comeback im Rückspiel des UEFA-Pokalfinales gegen Espanyol Barcelona, die Entstehung einer der ersten Ultra-Szenen Deutschlands, die Mutter aller Abstiegsdramen 1996, das Vize-Syndrom, Reiner Calmund und der Einzug ins Champions League Finale in Glasgow sind da nur die Highlights.

Dass die goldenen Jahre um Reiner Calmund und die Jahrtausendwende herum, durchaus auch dunkle Jahre waren, dürfte klar sein. Wir lebten derzeit weit über unsere Verhältnisse, was die spätere und erst vor wenigen Jahren abgeschlossene Konsolidierung zur Folge hatte – ganz ähnlich lief es im Übrigen auch bei der Borussia aus Dortmund, die den Hals ebenfalls nicht voll bekam. Schließlich stützt uns der Bayer-Konzern nicht annähernd so sehr, wie viele sich das gerne vorstellen. Wie jeder andere Sponsor auch, unterstützt Bayer uns nur dann, wenn es auch selbst etwas davon hat. Das war schon bei der Gründung so und hat sich bis heute nicht geändert. In den ersten Jahren nach 1904 war die finanzielle Zuwendung wohl relativ gering, diente der Verein doch nur dem innerbetrieblichen Zusammenhalt und zur Stärkung der Identifikation mit dem Werk. Heute dient der Verein – wie jeder andere Verein auch – dem Werk als Werbeträger. Dabei springt für den Verein etwas mehr heraus als ein anderer Sponsor einem anderen Verein vergleichbarer Größe zahlen würde. Das ist mehr als verständlich. Schließlich handelt es sich bei Bayer nicht um einen Retortensponsor, sondern um einen der mit dem Verein gewachsen ist. Bayer gehört zur Geschichte von Bayer 04 Leverkusen. Der SVB trägt die Buchstaben Bayers im Namen und verewigt das Markenzeichen in seinem Wappen – nicht um Kohle abzuschöpfen, sondern aus Identifikation und Tradition. Dass dadurch nebenbei tatsächlich etwas mehr Kohle abfällt, ist nur selbstverständlich und gerechtfertigt. Dagegen beschwert sich in Leverkusen auch niemand darüber, dass sie beispielsweise ihr Stadion selber bezahlen müssen (wenn auch auf Pump bei der Bayer AG), während andere Vereine ihr Hütte zu Großteilen von Bund und Ländern finanziert bekommen. Die Identifikation geht soweit, dass Leverkusener Bürger und Fanclubs des Vereins vor knapp vier Jahren Initiativen starteten, das zum Abriss vorgesehene Bayer-Kreuz zu retten – mit Erfolg.

Die Lage in Leverkusen stellt sich so dermaßen anders dar als in Hoffenheim, Malaga, Chelsea und den unzähligen anderen Vereinen, die einen Mäzen ihr eigen nennen dürfen. Mäzene handeln nicht aus einer wirtschaftlichen Vernunft heraus. Diese haben theoretisch die Möglichkeit, unbegrenzte Geldmittel in einen Verein zu schießen, so lange sie der Meinung sind, dass sie es sich leisten können. Wenn sich das am Ende nicht rechnet, stört sie das vermutlich nicht.

Dabei ist der Begriff “wirtschaftliche Vernunft” vermutlich schon einer, bei dem sich bei einigen selbsternannten Fußballtraditionalisten die Zehennägel zusammenrollen. Das kann ich durchaus nachvollziehen. Auch ich würde lieber in einer Welt, besonders in einer Fußballwelt, ohne Werbung und Kommerz leben. Tatsache ist aber, dass wir eigentlich glücklich sein können mit dem wirtschaflichen Einfluss, dem der Fußball sich ausgesetzt sieht. So hässlich dieser Einfluss auch sein mag: Er gibt dem Geschehen der Branche wenigstens einen klaren Rahmen und eine gewisse Berechenbarkeit. Ganz im Gegensatz zu einem Mäzenen-System, welches entweder faktisch oder meinetwegen auch nur potenziell der Willkür unterliegt.

So sehr ich meine Phantasie auch auszureizen versuche: Die Finanzierung der Vereine kann es einfach nicht sein, was den SVB in euren Augen mit der TSG Hoffenheim verbindet. Was ist es dann? Ist es die Masse der Fans? Häufig frage ich mich ja wie groß der Anteil derer ist, die in Dortmunds Südtribüne stehen, einfach nur, weil es gerade en vogue ist Dortmundfan zu sein und ein als Teil der gelben Wand zu gelten. Wir, die im C-Block stehen, sind nicht annähernd so zahlreich, aber da kann ich mir zumindest sicher sein, dass es jeder, der sich dort einfindet, ernst meint und nicht dort ist, weil er damit prahlen möchte. Wenn es also tatsächlich bloß die schiere Masse sein sollte, die uns angeblich unterscheidet: In Ordnung, geschenkt.

Wenn aber nicht: Dann erklärt es mir bitte. Ich habe nichts dagegen, wenn wir die Pillen genannt werden oder wenn sich darüber lustig gemacht wird, dass wir nie deutscher Meister werden. Wie weiter oben gesagt: Ich möchte ja gar nicht jammern. Das gehört zum Fußball, das gefällt mir und das kontere ich im Stadion auch gerne. Doch wenn gewisse Vorwürfe in einen vor Sachlichkeit nur so triefenden Nebensatz ³ gepackt werden, wie dem weiter oben zitierten, dann geht mir das auf den Keks.

Wir, dass heißt wir Fußballfans, genau genommen heißt es eigentlich wir Vereinsfans, sind im weitesten Sinne doch alle Fundamentalisten. Machen wir uns nichts vor. Es wird schwierig meine Meinung zu meinem Verein zu ändern, so schwierig es ist, eure Meinungen zu ändern. Darum muss es hier auch nicht gehen. Dennoch würde es mich freuen, wenn meine vielleicht etwas begrenzte Sichtweise an dieser Stelle etwas erweitert wird. Ich weiß, dass es sehr viele Menschen gibt, auch außerhalb der Leverkusener Fanszene, die das Ganze so ähnlich sehen wie ich. Und natürlich freue ich mich auch über Kommentare dieser Seite, genau so, wie ich mich immer über jeden einzelenen Kommentar freue – also lasst euch jetzt nicht abschrecken. Dennoch geht es mir hier hauptsächlich um die Gegenseite. Wenn ihr jetzt also denkt: “Was verzapft der schon wieder für einen Unsinn?” – Dann dreht euch bitte nicht einfach um und geht weiter, sondern erklärt mir die Schwächen in meiner Argumentation. Es ist mir ein Anliegen.

In diesem Sinne: Nur der SVB. ⁴

¹  In der Tat ist diese Nacht jetzt schon mehrere Tage her. Nicht, dass ihr euch über die zeitliche Divergenz zwischen dem Erscheinen des offenen Briefs und dieses Artikels wundert.

² In diesem Artikel soll es allerdings hauptsächlich um eine Abgrenzung zum Mäzenentum gehen. Dass sich Bayer Leverkusen auch deutlich von Vereinen wie RB Leipzig abhebt sollte im Laufe des Artikels zwar auch deutlich werden, aber darauf wird hier nicht weiter eingegangen.

³ Nein, es handelt sich bei dem Beispiel oben nicht um einen Nebensatz. Ich fand dennoch, dass es sich so dramatischer anhört.

⁴ Oder dürfen das nur HSV-Blogs? Mir war gerade so danach.

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17 Kommentare

  • Thorsten, 23.08.2011 um 18:51 Uhr

    Schöner Text!

    > Und während man sich in Dortmund einer Stadt verschrieb, verschrieb man sich in Leverkusen einem Werk. So what?

    Zur Ergänzung für Ortsfremde möchte ich noch anmerken, dass es dieses Werk war, das aus ein paar Dörfern eine Stadt hat entstehen lassen, und zwar erst 1930.

  • Sebastian, 23.08.2011 um 19:03 Uhr

    Danke! Sowohl für das Kompliment als auch für diese wichtige Ergänzung.

  • nedfuller, 23.08.2011 um 19:26 Uhr

    Danke für die Belehrung.
    Was mich aber interessiert und wo mein größtes Vorurteil gegenüber deinen Verein ist: Wie hoch waren die Zuwendungen des “Sponsors” denn in den Zeiten des Misserfolges und der sportlichen Durststrecke? Wenn also kein Erfolg eingefahren wurde.
    Ich frage für einen Verein, der eben kein Mäzen hat und eben darauf angewiesen ist, mit dem Geld zu haushalten, was eingenommen wird.
    Meine Frage also: Hätte der Verein denn auch ohne Bayer überlebt?

  • Sebastian, 23.08.2011 um 20:18 Uhr

    Also als Belehrung möchte ich das Ganze nicht verstanden wissen ;-) Ich hoffe viel mehr darauf, selber belehrt zu werden.

    Nun, der HSV hatte immerhin einen Kühne, wenn mich nicht alles täuscht. Ich bin in dem Thema nicht tief genug drin, denke ich, aber oberflächlich betrachtet macht dies auf mich wieder den Eindruck eines Investors, dem es nicht weh tut, Miese einzufahren. Wenn man der Definition von Wikipedia glauben schenken darf, hatte der HSV demnach einen Mäzen, der SVB hingegen nicht: http://de.wikipedia.org/wiki/Mäzen

    Ich habe dazu leider keine konkreten Zahlen parat, in welchen Phasen wie viel Geld fließt. Ich weiß auch nicht ob und wie man das herausfinden könnte. Allerdings wäre das tatsächlich eine interessante Information, also werde ich mich damit mal befassen.

    Die Gelder, die von Bayer zum SVB fließen sind vermutlich tatsächlich, ich drücke es mal so aus: dynamischer als die Gelder anderer Sponsoren (wobei du das Wort Sponsor im Bezug auf Leverkusen oben natürlich korrekterweise in Anführungszeichen gesetzt hast, nebenbei erwähnt) zu anderen Vereinen. In schlechten Zeiten, gibt es wohl etwas mehr, als in Guten. Vorrausgesetzt allerdings, es ist absehbar, diese schlechte Zeit überwinden zu können und in der darauffolgenden, guten Zeit die Verluste zu kompensieren. Der Punkt ist: Die Bayer AG wird kurzfristig immer einen gewissen Werbewert zurückerwarten. Wenn dies einmal nicht mehr gegeben sein sollte, werden wir sehen, was mit dem SVB geschieht – genau so, wie wir sehen würden, was mit Schalke passieren würde, wenn diese plötzlich keine Geldgeber mehr hätten.

  • nedfuller, 23.08.2011 um 21:10 Uhr

    Danke für die Informationen.
    Meine Frage ist damit aber nicht unbedingt beantwortet: Gäbe es Bayer 04 Leverkusen denn auch noch, wenn Bayer in schlechten Zeiten den Geldhahn abgedreht hätte? Es war ja schon nicht so leicht, einen neuen Sponsor für den Verein zu finden.
    Den Werbewert als Rendite zu sehen halte ich für legitim. Das Herr Hopp nicht mit den Bayerwerken zu vergleichen ist allerdings auch.
    Die Wettbewerbsverzerrung ist dadurch aber nicht unbedingt anders zu bewerten, meiner Meinung nach. Es ist schon ein Unterschied, ob ich mir das Geld durch Erfolge verdiene, oder es eben immer erhalte, egal was gerade los ist.

  • Sebastian, 23.08.2011 um 21:36 Uhr

    Mmh, vielleicht verstehe ich dich falsch. Ich hatte mit meinem letzten Satz versucht auf deine Frage zu antworten, was mit Bayer Leverkusen passiert, wenn Bayer den Geldhahn in schlechten Zeiten abdreht: Vermutlich ähnliches was mit den anderen Vereinen auch passieren würde, wenn deren Geldgeber den Hahn zu drehen (wenn dieser Verein nicht zufällig Bayern München heißt). Was das im Detail bedeuten würde – wie weit der sportliche Abstieg ginge – das kann ich nicht seriös beurteilen und ist reine Spekulation, denke ich.

    Dann: Der SVB ist auch nicht der erste Verein, der lange auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor war. Ich denke dabei zB. an den 1. FC Köln vor, fragmichnicht, fünf Jahren?

    Und dass der SVB Geld erhalten würde, egal was gerade los ist – das ist es, was ich eben zu bezweifeln wage. Zumindest dann, wenn man davon ausgehen kann, dass die Verantwortlichen der Bayer AG ihren Job gelernt haben.

  • Stefan [bayer04blog], 23.08.2011 um 22:45 Uhr

    @ Nedfuller: Was die AG in die Fußball GmbH an Geld gesteckt hat und derzeit investiert, ist nicht bekannt. Genau Zahlen kennen vielleicht ein, zwei handvoll Leute. Ich bezweifle auch, dass “hohe Tiere” wie Rudi Völler da den genauen Durchblick haben, zumal da sehr viel außerhalb der Gesetzgebung umgesetzt wurde.

    Zum eigentlich Thema: Ich sag dazu ja nichts mehr, weil ich seit Jahren gegen Wände und festgesetzte Meinung anrenne. Ich bin müde. Gebe aber Sebastian natürlich grundsätzlich Recht.

  • Sebastian, 24.08.2011 um 11:39 Uhr

    Dieses gegen Wände reden ist wohl das Verhängnis eines jeden Bayerfans.

    Zumindest fühlt es sich so an. So wie aber der Herr Nedfuller beispielsweise seine Bedenken geäußert hat überzeugt es mich zwar noch immer nicht wirklich (ich sage ja, wir sind ohnehin Fundamentalisten ;-) ), aber das ist schon etwas, dass ich nachvollziehen kann. Und sei es nur die Intransparenz.

  • Thorsten, 24.08.2011 um 17:30 Uhr

    > Es war ja schon nicht so leicht, einen neuen Sponsor für den Verein zu finden.
    Wie es auf Kicker.de zu lesen war, gab es Verhandlungen mit vier Interessenten. Ob das jetzt eine hohe oder niedrige Zahl ist, kann ich nicht einschätzen.

    > Gäbe es Bayer 04 Leverkusen denn auch noch, wenn Bayer in schlechten Zeiten den Geldhahn abgedreht hätte?
    Naja, da finde ich einen Blick auf http://www.scbayer05.de ganz interessant… “geben” würde es den Verein wohl schon noch, nur wo?

    Aber wie schon gesagt: Kann man ohne so etwas überhaupt in der BuLi bestehen? Da denke ich an diesen Teppichhändler in Nürnberg z.B. oder an Daimlers prominente Rolle in Stuttgart. Ganz zu schweigen, von der grassierenden Unsitte, Stadien nach Versicherungen zu bennennen.

    Wo wir wieder bei den Dortmundern wären, die den Mund ganz schön voll nehmen, ich zitiere einfach mal Wikipedia:
    “Der Verein platzierte 13,5 Millionen Aktien an der Börse, die netto einen Emissionserlös von 130 Millionen Euro einbrachten. [...] Nach der Saison investierte Borussia wieder intensiv in neue Spieler, für zweistellige Millionenbeträge kamen Jan Koller und Márcio Amoroso nach Dortmund, später wurde noch Ewerthon verpflichtet. Diese Investitionen führten dazu, dass der BVB 2002 seine sechste deutsche Meisterschaft errang, als die Mannschaft mit drei Siegen an den letzten drei Spieltagen die um fünf Punkte enteilten Leverkusener noch überflügelte.”

  • Tinneff, 25.08.2011 um 15:20 Uhr

    Was die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH von Traditionsvereinen unterscheidet? Du schreibst es doch schon zum Teil selber. Der TSV Bayer 04 Leverkusen wurde 1904 gegründet, in dessen Verlauf 1907 die Fußballabteilung dazu kam (den Passus mit der Trennung in den SVB und der Wiedervereinung 1984 spielt im Grunde keine Rolle). Soweit alles in Ordnung. Auch das Bayer im Vereinsnamen steht ist okay, schließlich wurde er mit dem Namen gegründet zu einer Zeit, als man Red Bull noch gar nicht kannte.

    Ein entscheidender Punkt ist aber, dass die 1999 gegründet Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH keinerlei rechtliche Verbindung mit dem 1904 gegründeten TSV Bayer 04 Leverkusen und auch nicht mit der Sportvereinigung Bayer 04 Leverkusen hat. Als Mitglied beim TSV hast du also seit 1999 keinen Einfluss mehr auf die Geschicke der Fußballabteilung. Oder sehe ich das falsch? Genau genommen sind die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH und VfL Wolfsburg-Fußball GmbH doch Unternehmen ohne jegliche rechtliche Verbindung zu einem Verein.
    Warum ist der der TSV Bayer 04 Leverkusen nicht mit der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH verbunden? Der FC Bayern München e.V. hält z.B. 81,4% der Anteile an der FC Bayern München AG. Und die Borussia Dortmund GmbH & Co KGaA gehört zu 100% dem Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund. Sprich, der e.V. ist Komplementär der GmbH & Co KGaA. Es liegt doch die Vermutung nahe, dass die Bayer AG autark sein will. Sie will entscheiden, was gemacht wird und nicht der Mitgliederversammlung unterliegen. Und weil sie als GmbH ihre Geschäftsbericht von der Offenlegung befreien kann. So wird man nie erfahren, was die Bayer AG dort reinpumpt und wie rentabel oder eben nicht rentabel das Ganze ist.
    Wären wir beim Hauptpunkt, den Finanzen. Ich gebe zu, ich bin ein Laie, aber wenn man sich die Geschäftsberichte der Bayer AG anschaut, fragt man sich schon, ob die Fußball GmbH von Bayer Leverkusen ohne die Millionen von Bayer überlebensfähig wäre. Dadurch, dass die GmbH von der Offenlegung befreit ist, erfährt man z.B. nie, wie die Abschreibungen z.B. aussehen. Das Stadion kann es z.B. nicht beinhalten, dieses wird zur Bayer 04 Immobilien GmbH gezählt, ebenso wie Trainingsgelände und Co. Es ist also zu bezweifeln, ob die Bayer 04 Fußball GmbH die Fehlbeträge der Jahre 2008 bis 2010 in Summe von 54,6 Mio. mit Abschreibungen begründen kann (Die Geschäftsberichte findet ihr unter Bundesanzeiger.de). Auch die Herkunft des Eigenkapitals der Fußball GmbH in Höhe von 56 Mio. Euro kann nicht nachvollzogen werden. Welche Werte stehen dahinter, wenn Stadion und andere Immobilien ein einer anderen GmbH laufen?
    Und das ist mit der Grund, warum Watzke immer wieder gegen euch, Hopp und Wob wettert. Es ist schlichtweg eine von der DFL genehmigter Wettbewerbsverzerrung. Bayer Leverkusen wäre ohne die Bayer AG nicht in er Lage, den aktuellen Kader zu halten, ohne sich jedes Jahr für die Champions League qualifizieren zu müssen.
    Zum Schluss: Bayer Leverkusen hat in der Saison 2009/2010 ca. 22,5 Mio. Euro dank der Zentralvermarktung an TV-Gelder erhalten. Das Bayer Leverkusen hier enorm von der Zentralvermarktung profitiert, dürfte kein großes Geheimnis sein. Hier gehen vor allem den Bayern und dem BVB Millionen aus „Solidarität“ durch die Lappen.

  • Stefan [bayer04blog], 25.08.2011 um 15:34 Uhr

    Wer nicht weiß, welche Wände ich meine: Tinneff scheint so eine zu sein (und das meine ich nicht so herabwertend, wie es sich anhört).

  • Tinneff, 25.08.2011 um 16:25 Uhr

    Wenn du mir belegen kannst, dass die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH als Linzenznehmer nicht mehr von der Bayer AG an Gelder erhält wie z.B. ein Hamburger Sport-Verein oder SV Werder Bremen an Sponsoreneinnahmen, dann gebe ich zu, dass meine Wände von der polnischen “NEIDikowitsch” Firma gebaut wurden :-)

  • Sebastian, 26.08.2011 um 15:07 Uhr

    Da schreibt man mal, dass man Argumente hören möchte und schon kommt da jemand, der auch noch welche hat. Wer rechnet denn mit so etwas? ;-)

    Nein, danke Tinneff für die Ausführungen.
    Das ist alles sehr nachvollziehbar und zumindest die Sicht des Restes der Liga kann ich jetzt immerhin nachvollziehen. Gerade der Punkt zu dem fehlenden Mitbestimmungsrecht ist etwas, dass ich regelmäßig ignoriere und dass wohl jeden SVB-Fan ärgert.

    Was sich bei mir dagegen stattdessen nicht durchsetzen mag ist das Ungerechtsempfinden bezüglich der Gelder, die der Verein durch die AG erhält. Ich wiederhole mich natürlich, aber ich sehe letztendlich keinen großen Unterschied in der Frage, ob ein Verein wie Leverkusen die Asche von Bayer bekommt oder andere Vereine von “richtigen” Sponsoren. Womit sich die Frage, ob der SVB ohne das Geld der AG überleben könnte, erübrigt – natürlich würde er das nicht, wie jeder andere Verein auch.

    Auch die Höhe der Beträge ist doch relativ irrelevant. Selbst wenn (was gut sein kann, wir wissen es ja eben nicht) die Beträge der Bayer AG höher sind: Dann liegt das einfach nur in der Natur der Sache. Die AG hat _traditionell_ hier einen hohen Stellenwert. Emriates zahlen freilich nicht so viel an den HSV, nur weil sie auf dem Leibchen abgedruckt sein dürfen.

    Die Wettbewerbsverzerrung kann ich nicht anerkennen.

    Ich will aber gar nicht bestreiten, dass Leverkusen anders ist, als der Rest der Liga. Aber mit dem Projekt Hoffenheim, was ja mein Hauptpunkt ist, haben wir dennoch nicht viel gemein. Und wenn es nur ein Nenner ist, auf den wir uns letztlich vielleicht einigen können, dann jener, dass Leverkusen die Abhängigkeit von einem Konzern zumindest _erfunden_ hat. ;-)

    Um mal zum Schluss noch etwas rauszuhauen, dass sich auf Anhieb tatsächlich richtig weit hergeholt anhört: Der BVB wäre auch nichts ohne seine Stadt.

    PS: Wenn Watzke redet, höre ich mittlerweile weg. Auf mehreren Ebenen ertrag ich das nicht mehr ;-)

    PPS: Ich habe das Gefühl dieser Text ist relativ unstrukturiert, sorry dafür, ich hoffe es geht. Ich muss mal sehen, dass ich ein größeres Eingabefeld hier hingebastelt bekomme, dann geht einem die Übersicht beim Tippen nicht so verloren.

  • Flac, 31.01.2012 um 12:15 Uhr

    Du kannst nicht einfach sagen, dass Leverkusen Geld von Bayer kriegt, und andere Vereine ja auch Geld von Sponsoren kriegen und das somit “dasselbe” wäre. Desweiteren kann ich diesen Satz nicht nachvollziehen:
    “Ich wiederhole mich natürlich, aber ich sehe letztendlich keinen großen Unterschied in der Frage, ob ein Verein wie Leverkusen die Asche von Bayer bekommt oder andere Vereine von “richtigen” Sponsoren.”

    Bayer Leverkusen kriegt doch ebenfalls von “richtigen” Sponsoren Geld – vom Trikotsponsor, von diversen Co-Sponsoren, etc. Nur eben, dass es das Geld von Bayer eben noch oben drauf gibt. Und die zahlen deutlich über dem eigentlichen Werbewert von Bayer Leverkusen, genauso wie VW (noch extremer) deutlich über dem eigentlichen Werbewert von Wolfsburg bezahlt. Hätten diese beiden Vereine diese beiden Sponsoren nicht, dann hätten sie vielleicht stattdessen einen anderen Spnsor – aber der würde längst nicht so viel Geld bezahlen, da er sich an die Gesetzmäßigkeiten des Marktes halten würde. Sprich nur so viel bezahlen, wie es auch dem Werbewert des Vereins entspricht (welcher zu einem großen Teil von der Größe der Fanbasis abhängt).

  • Flac, 31.01.2012 um 12:18 Uhr

    ich möchte noch etwas zu deinem Satz sagen, dass es in deinen Augen keine Wettbewerbsverzerrung gibt. In meinen Augen gibt es gerade bei der Verteilung der TV-Gelder eine massive Ungerechtigkeit oder Wettbewerbsverzerrung. Ich versuche da mal meinen Standpunkt zu erklären, bin mir aber bewusst dass es vllt etwas wirr klingt da ich mich da nicht so gut ausdrücken kann ;) Also:

    Wolfsburg, Leverkusen und Hoffenheim sind Vereine, die die Unterstützung von milliardenschweren Unternehmen oder Mäzenen haben. Jedoch sind gleichzeitig diese Vereine NICHT maßgeblich an der Generierung der hohen TV-Gelder in Deutschland beteiligt. Zur der Generierung der TV-Gelder tragen maßgeblich Clubs wie Schalke, Bayern, Dortmund, Hamburg, Köln bei, da diese sehr viele Fans in Deutschland haben und somit die hohen TV-Einnahmen der Bundesliga verursachen. Eigentlich würden also die meisten TV-Gelder diesen Clubs zustehen, da diese die Gelder verursachen bzw für die Gelder verantwortlich sind. Nun gibt es aber (und das unterstütze ich!) das „Solidaritätsprinzip“, also die großen Clubs wie Bayern, Dortmund, Schalke, verzichten auf einen Teil „ihrer“ TV-Einnahmen und geben ihn an kleinere Clubs ab, wie Freiburg, Mainz, Augsburg etc, damit die finanzielle Schere in der Liga nicht zu weit auseinandergeht. Wenn man allerdings -und da liegt die Ungerechtigkeit- die TV-Gelder nur nach sportlichen Gesichtspunkten verteilt, dann profitieren von diesem „Solidaritätsprinzip“ auch Clubs wie Leverkusen, Wolfsburg oder Hoffenheim (weil sie aufgrund der finanzstarken Investoren/Unternehmen/Mäzenen in ihrem Rücken starke Kader haben, sportlich gut abschneiden und daher in der TV-Tabelle weit oben stehen, die ja nur nach sportlichen Gesichtspunkten verteilt wird). Leverkusen, Hoffenheim oder Wolfsburg sind ebenfalls Clubs, die nicht viel zu den hohen TV-Geldern beitragen, aber trotzdem aufgrund des Solidaritätsprinzips enorm von ihnen profitieren. „Solidaritätsprinzip“ heißt aber eigentlich, dass die Reichen den Armen etwas abgeben. Nun ist es aber so, dass Leverkusen oder Wolfsburg (wegen ihren Investoren) sogar teilweise finanzstärker sind als die Clubs, die für die hohen TV-Einnahmen verantwortlich sind, aber aus Rücksicht auf das Solidaritätsprinzip auf Teile der eigentlich ihnen zustehenden TV-Gelder verzichten (zum Beispiel Stuttgart, Werder Bremen, Köln, Hamburger SV). Somit wird das Solidaritätsprinzip quasi ad absurdum geführt – denn es ist einfach ungerecht, dass Vereine, die eh schon finanzstark sind (z.B. Wolfsburg), dann auch noch von finanzschwächeren Clubs (z.B. Hamburg, Schalke) Geld in den Rachen geworfen bekommen, welches diese durch ihre vielen Fans beim TV-Vertrag verursachen und welches damit eigentlich ihnen zustehen würde.

    Wenn also finanzstarke Vereine (Bremen, Schalke, Hamburg, …) Teile der von ihnen verursachten/ihnen zustehenden Gelder an kleine Clubs wie Freiburg oder Mainz abtreten, dann ist das in Ordnung und auch im Sinne des Solidaritätsprinzips.
    Wenn aber diese Vereine (Bremen, Schalke, Hamburg, …) Teile der von ihnen verursachten Gelder/ihnen zustehenden Gelder an NOCH FINANZSTÄRKERE Clubs wie Wolfsburg oder Leverkusen abgeben müssen, dann hat das einfach nix mit dem Solidaritätsprinzip zu tun – oder seit wann heißt Solidarität, dass die Ärmeren Geld an die Reicheren bezahlen müssen?

    Dies ist in meinen Augen die Ungerechtigkeit bzw die Wettbewerbsverzerrung, von denen Clubs wie Leverkusen oder Wolfsburg oder Hoffenheim profitieren – sie haben nicht viele Fans und tragen daher nicht viel zu den TV-Geldern bei, partizipieren aber dennoch extrem hoch an diesen TV-Geldern (teilweise höher als die Clubs, die die Gelder maßgeblich verursachen, wie Stuttgart oder Hamburg), da sie Investoren im Rücken haben, die ihnen sportlichen Erfolg und somit einen großen Kuchen an den TV-Geldern bescheren. Es ist nicht gerecht, wenn Leverkusen oder Wolfsburg von diesem finanziellen Solidaritätsprinzip profitieren. Es ist gerecht, wenn Freiburg, Mainz oder Augsburg davon profitiert, aber nicht Vereine mit starken Geldgebern oder Mäzenen im Rücken.

    von Clubs, die viel zu den TV Geldern beitragen (HSV, Werder, Schalke) „subventiort“ werden, obwohl sie z.T. sogar finanzschwächer sind Leverkusen, Wolfsburg und Co. Das hat einfach nix mehr mit finanzieller Solidarität zu tun, sondern da wird gewissen Mäzen-Vereinen (ich weiß, Leverkusen ist kein Mäzen-Verein, aber ich hoffe ihr wisst was ich meine), die eh schon finanzstark sind, aufgrund des „Solidaritätsprinzips“ noch weiteres Geld in den Rachen geworfen, das eigentlich anderen Clubs zustehen würde.

  • Konny, 22.07.2012 um 12:53 Uhr

    Ich bin etwas spät dran, ich weiß, ich würde trotzdem gern zu dem ein und andere Punkt was schreiben.

    Wettbewerbsverzerrung: Das ist, so sehr ich die von Flac beschriebene Ungerechtigkeit verstehen kann für mich eine reine Neiddebatte, es fällt mir nämlich schwer zu glauben, dass wir beim Bayer die Spielregeln für die Geldervergabe aufgestellt hätten. Vergleichbar mit der Diskussion über Spielergehälter. Unverhältnismäßig und ungerecht ist das vielleicht schon, aber wo das Geld vorhanden ist, sagt man eben nicht nein, wenn man es angeboten kriegt.

    Ich finde auch die Definition für den Werbeeffekt schwierig. Es ist doch ein riesiger Unterschied, ob beispielsweise BMW einen Verein als Trikotsponsor unterstützt, oder seinen Namen mit dem Fc BMW München in die Welt trägt. Das wäre doch vollkommen legitim, dafür dann auch ungleich höhere Gelder bereit zu stellen, als für andere Werbemaßnahmen.

    Was ich interessant finde, ist eure augenscheinliche Auffassung, dass Geld Tore schießt. Folgt man eurer Logik, dann hätte Dortmund nicht zwei Mal Meister werden dürfen, der Kostenaufwand für ihren Kader war sehr moderat. Ich sehe es persönlich nicht als erwiesen an, dass Leverkusen mit unserer halbwegs intelligenten Geschäftsführung sportlich ins bodenlose stürzen würde (ähnlich wie Bayer Uerdingen), wenn der Konzern jetzt seine Mittel nach und nach streichen würde, was er in Teilen und Maßen ja eh schon getan hat.

    Mich wundert ziemlich, dass hier nur der wirtschaftliche Aspekt herangezogen wird um uns von Hoffenheim oder RB abzugrenzen, wo doch zwei wesentlichere Punkte interessant sind. Die Abneigung uns gegenüber fußt in meinen Augen eher darauf, dass in Leverkusen so ziemlich alles von einem Konzern ausgeht und dass in der BayArena nicht so viele Fans ihrer Mannschaft frenetisch zujubeln, wie zB auf Schalke. Die Atmosphäre mag eine andere sein und man merkt deutlich, das Bayer 04 ein eher untypischer Club ist, ein Unikat in Deutschland in meinen Augen, wir sind nämlich der einzige mir bekannte Verein, der es geschafft hat eine Umstrukturierung vorzunehmen, weg vom reinen Kommerzclub hin zu einem Verein, der wirtschaftlich klug handeln musste und weiterhin handelt um sportlich die richtige Entscheidungen treffen zu können.
    Dass unser Verein dagegen im Gegensatz zu manch anderem Club eine viel längere Tradition vorzuweisen hat, ignorieren viele und zwar genauso sehr, wie den Fakt, dass in Leverkusen auch sehr viele Leute noch mit dem Bayer-Konzern zutun haben.

    Zu unserer Fanbasis muss man auch immer noch dazu sagen, dass wir hier mit einer relativ kleinen Stadt zwischen bestimmt 5-6 Proficlubs in ihren Städten sitzen, die ebenfalls eine Ausstrahlung haben und Fans anziehen. Wo ist denn die große lokale Konkurrenz für den FCN während wir uns im Rheinland gradezu auf der Pelle sitzen?

    In Leverkusen mag der sportliche Erfolg aus dem wirtschaftlichen Erfolg resultieren, was bei anderen Vereinen möglicherweise genau umgekehrt ist, aber es ist trotzdem ein Resultat aus Leistung. Bei den Bayern brauch sich ja auch ein Hoeneß nicht dafür zu entschuldigen, dass er als Manager beim FCB klug gewirtschaftet hat und deshalb Geld wie Heu vorhanden ist.

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  1. Glückliches Remis am Autobahnkreuz » Tinneff Blog — 31.08.2011 @ 15:45 Uhr

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