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Das macht Hoffnung: Bayer 04 – TSG Hoffenheim 1:0

Untermalt von Marius Müller-Westernhagens “Wieder Hier”, öffnete die neue BayArena zum ersten Mal ihre frisch lackierten Pforten zu einem Pflichtspiel.

Auch ich konnte sie heute (na, gestern) das erste Mal aus nächster Nähe betrachten und muss sagen: Ja, doch. Ist hübsch. Obwohl ich die Flutlichtmästen vermissen werde.

Der zweite Eindruck war allerdings eher mau. Der Einlass ins Stadion beim C-Block lief noch ausgesprochen zähflüssig. Das Handling mit den BayArena-Cards lief erwartungsgemäß noch nicht reibungslos, was sich auch am Bierstand zeigte. Dort hätte es eventuell allerdings schon geholfen eine dritte Bude aufzustellen, statt zweien den Andrang einer ganzen Kurve zu überlassen. Zumal es nach dem Spiel auch noch Freibier gab. Aber ich bin mir sicher, dass sich das alles einspielen wird. Außerdem ging es ja nicht ums Saufen, sondern darum endlich wieder Fußball in heimischen Gefilden zu sehen. So denn:

Schön war das Spiel freilich nicht. Dennoch war es ein Spiel, nach dem wir uns in der vergangenen Spielzeit ein ums andere Mal die Finger geleckt hätten. Den Hoffenheimern war anzumerken, dass sie sich kein weiteres Mal vier oder fünf Dinger einfangen wollten und so standen sie tief und verhältnismäßig sicher in der eigenen Hälfte. Daraus resultierten gefühlte 80% Ballbesitz und vorerst dennoch nur zwei Chancen. Zunächst ein schöner, von Barnetta geschossener und von Hildebrand parierter Schuss aus der zweiten Reihe. Später ein Kopfball von Hyypiä, den zunächst Hildebrand mit der Hand regelgerecht und danach Carlos Eduardo, ebenfalls mit der Hand, dafür weniger regelgerecht, von der Linie wischten. Abhaken. In einer Saison gleicht sich alles aus. Sagt man.

Aber überhaupt: Hyypiä! Den Typen kannst du auch ins Tor stellen wenn Not am Mann ist. Man sollte meinen, es gibt keinen Ball, den er nicht mit dem Kopf erwischt. Er und Friedrich, der neben seinem finnischen Kollegen richtig aufzublühen scheint, waren ein wichtiger Grund dafür, dass Hoffenheim im kompletten Spiel lediglich zu zwei echten Chancen kam. Die restliche Zeit konnte Adler damit verbringen im Kopf knifflige Sodoku-Aufgaben zu lösen, in der Hoffnung wenigstens auf diese Weise bei Jogi Löw Eindruck zu schinden.

Was gabs sonst noch? Ach ja, das Tor. Ein gut aufgelegter, zu Recht gefeierter aber manchmal zu verspielt wirkender Renato Augusto schaffte es über die rechte Seite Eren Derdiyok freizuspielen, welcher, von Compper bedrängt, mit der Hacke auf Stefan Kießling, dem besten Offensivakteur auf dem Platz, weiterleiten konnte, der nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte.

Hinten sicher stehen. Nicht immer spektakulär, dafür aber effizient spielen. Abwarten, auch wen das Tor in der Mitte der zweiten Hälfte noch immer nicht gefallen ist. Auch mal nur 1:0 gewinnen. Das ist nicht gerade die Art von Bayer 04 Leverkusen.  Aber die Art von Jupp Heynckes, dessen Handschrift schon recht deutlich zu erkennen ist. Natürlich ist noch mehr drin. Natürlich möchte ich auch wieder einmal eine schöne Kombination und etwas mehr Bayer’schen Hurra-Fußball sehen. Doch die Leichtigkeit kommt mit dem Erfolg. Wenn es sich so weiterentwickelt wie bisher, – so fern man nach drei Pflichtspielen eine Entwicklung ausmachen kann – ist einiges möglich. Das bedeutet nicht, dass man deutscher Meister werden muss. Das bedeutet auch nicht, dass man in die Champions League muss. Das bedeutet nicht mal, dass man zwangsläufig die Europliga erreichen muss. Aber das bedeutet zumindest, dass am nächsten Wochenende in Freiburg der nächste Dreier eingefahren werden muss. Auf, auf, Kameraden.

Update: Bei Kießlings Tor war es Compper, der Derdiyok bedrängte, nicht Simunic, wie ich ursprünglich schrieb.

Die Symbiose der Erhabenen¹

Da werde ich gerade auf die Website von 1Live hingewiesen und bin schon kurz davor zu hyperventilieren, da mir folgende Schlagzeile entgegenspringt: Völler lädt Campino ein

Ich dachte schon, dass meine Lieblingsband zur Stadioneröffnung meines Lieblingsstadions (also dem Stadion meiner Lieblingsmannschaft) vor dem Spiel gegen einen meiner Lieblingsgegner vielleicht ein oder zwei meiner Lieblingssongs zum Besten geben würde. Ich mag mir kaum ausmalen, was die Vereinigung dieser beiden Säulen meines Seelenzustands zu bedeuten hätte.  Die Verschmelzung zweier Titanen, die die Geburt einer neuen, noch stärkeren Gottheit zur Folge haben würde²?

Aber ich hab mich natürlich getäuscht. Stattdessen darf Campino einfach nur zum Eröffnungsspiel gratis neben Rudi Platz nehmen und seinem Liverpooler Kumpel Hyypiä zusehen.

Nicht destotrotz noch eine Info am Rande: zwischen 14 und 18 wird auf 1Live heute einiges zum Bayer gesendet werden. Mal reinhören.

¹ selten dämlicher Titel, nicht?

² hatte ich eigentlich schon die Gelegenheit zu erwähnen, dass ich leicht euphorisierbar bin?

Fühlt ihr auch schon die Schwingungen?

Ich glaub, es geht bald wieder los. Das fühl ich irgendwie.

Wird aber auch Zeit – dieses ganze Getestspiele ist ja ein lustiger Zeitvertreib für zwischendurch… aber irgendwie… ist das ja doch nix Handfestes. Nach so langer Zeit freut man sich fast wieder auf ein womögliches 0:0 gegen Mainz. Da weiß man wenigstens was man hat.

Morgen schon findet natürlich die erste Runde des DFB-Pokals statt. Ich will das nicht unterschlagen, aber hochmütigerweise umgibt mich in Bezug darauf noch immer ein gewisses 5:0-Testspiel-Feeling. Wir treten gegen dieses Babelsberg an.  Man verzeihe mir meine Respektlosigkeit – vielleicht werde ich ja morgen schon auf den Boden der Tatsachen zurückgeschleudert.

Wie dem auch sei: Da warte ich nun seit Wochen, dass der Tageskartenverkauf für Clubmitglieder beginnt und kaum isser da, verpenn ich ihn fast. Nördlich sind die Tickets selbstverständlich rar, zumal wir einen (nicht gerade überraschenden) Dauerkartenverkaufsrekord erzielt haben. Ansonsten scheint der Ansturm auf das erste Heimspiel in der aufgemotzten BayArena zum Glück nicht allzugroß zu sein, so dass ich mir immerhin schonmal Hoffenheim, Dortmund und Gladbach gesichert habe für die Hinrunde.

Von mir aus kanns jetzt jedenfalls losgehn.

BayArena 2.0

Ich selbst hatte noch keine Möglichkeit mir die “neue” BayArena anzusehen und das wird wohl auch noch bis Hoffenheim warten müssen.

André vom Fernglas FCB findets im Großen und Ganzen wohl nicht so toll. Es wirkt fast ein bisschen erfrischend mal etwas anderes zu lesen als die PR-getränkten Artikel von bayer04.de ;-) . Was wäre ein Stadion auch ohne Ecken und Kanten.

20.000?

Ich frag nochmal: Herr Holzhäuser, 20.000?

Wo soll ich denn dann noch hin? Und wie viele Dauerkarten hatten wir in der “alten” BayArena verkauft?

Update, 27.07.09, 12:11 Uhr: Und nebenbei… schon erstaunlich, was so eine Meisterschaft bewirken kann.

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