Bernd Schneider | lauthals

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Nachtgewäsch [2]

Zeit für ein spätnächtliches Sammelsurium an Gedanken, die von der Kette gelassen werden wollen. Richten wir unseren Blick auf die chronische Informationsdiät, die ein jeder Bayer-Fan vom Verein verordnet bekommen hat, auf das sonntägliche Spiel gegen Werder Bremen und auf die Frage, was das hier überhaupt für ein Blog ist.

Wider der bayer’schen Intransparenz

Wie ihr inzwischen sicher alle wisst, bekommt Bernd Schneider sein verdientes Abschiedsspiel. Woher ich das weiß? Von soeben verlinkter Seite natürlich.

Nicht von bayer04.de. Nicht aus dem Newsletter¹. Natürlich steht schon länger fest, dass ein solches Spiel stattfinden wird und das wurde auch nach Schneiders Karriereende hier und da beiläufig erwähnt. Doch zum ersten mal scheinen die Pläne nun konkreter zu werden.

Natürlich möchte ich dieses Spektakel nicht verpassen. Natürlich werde ich jetzt schon zittrig, wenn ich daran denke, dass ich es versäumen könnte, mir eine Karte zu sichern. Hilfreich wäre an dieser Stelle aber wenigstens die Information, zu welchem Zeitpunkt der Kartenvorverkauf startet. Vielleicht steht dieser Zeitpunkt noch nicht fest. Vielleicht könnte man aber auch wenigstens das irgendwo einmal erwähnen.

Das einzige, worauf ich bislang bauen kann, sind vage Vermutungen aus dem Forum von werkself.de. User Derdi geht davon aus, dass die Karten ab dem 9. März zu haben sind. Stehplatzkarten sollen 8€, Sitzplatzkarten 25€ kosten. Der Verkauf sei zunächst nur für Jahreskarteninhaber und Clubmitglieder offen. Ballack und Butt hätten wohl schon zugesagt. Unzweifelhaft kann man sich bessere Quellen vorstellen. Wer solche (oder wenigstens weitere vage Vermutungen) vorzuweisen hat, ist herzlich eingeladen, diese hier in den Kommentaren zu hinterlassen.

Werder Bremen – Bayer 04

Am Sonntag also Werder Bremen. Dass dieses Spiel am Sonntag stattfindet ist doppelt bedauerlich. Erstens weil Sonntagsspiele generell bäh sind. Zweitens weil ich das Spiel dieses mal wohl weder werde sehen noch hören können. Wieso das so ist, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

Die Zeichen für eine erste Niederlage könnten deutlicher nicht sein. Leverkusen muss auswärts ran. Werder Bremen ist in der Bundesliga wieder in die Spur gerutscht während Bayer 04 an der ein oder anderen Stelle (wenn auch auf hohem Niveau) zu wackeln droht. Zudem fällt auch noch Sami Hyypiä gelbgesperrt aus. Ich mache den Erfolg einer Mannschaft ungerne an einem einzelnen Spieler fest, doch Hyypiäs Statistik ist schon … furchterregend. Die beiden Gegentore zum 2:2 bei Schalke 04 fielen, nachdem Sami das einzige mal in dieser Saison ausgewechselt wurde. Die einzige Saisonniederlage – im Pokal gegen Kaiserslautern – kam zustande als Hyypiä auf der Bank saß.

Hoffnung gibt stattdessen die Tatsache, dass Werder ein anstrengendes Europa League Spiel hinter sich hat, während Bayer 04 während der Woche den fragwürdigen Luxus der Eingleisigkeit genießen durfte. Des Weiteren darf so langsam bezweifelt werden, ob Bayer 04 überhaupt noch in der Lage ist zu verlieren. Denn egal, wie die Vorzeichen bislang standen, irgendwie hat es in 22 Spielen doch immer mindestens zu einem Unentschieden gerreicht.

Nun denn. Ohne zu wissen, ob mich das zu einem Optimisten oder einem Pessimisten macht, mein Tipp für Sonntag lautet 2:2.

bayer04leverkusen.bundesliga.fußball.sport

Ich bitte um Handzeichen: Wem von euch ist bewusst, dass es sich bei diesem Blog hier nicht um einen reinen Bayer04-Blog handelt? Ja, dass es sich noch nicht einmal um einen reinen Fußball-Blog handelt? Sondern dass es sich hier nur um einen Sport-Blog handelt, der sich schwerpunktmäßig mit Bayer 04 Leverkusen befasst? Niemandem? Dann wisst ihr es nun. Steht doch oben im Banner:

bayer04leverkusen.bundesliga.fußball.sport

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das ganze offensichtlich etwas anders aus. Daher wird der Banner, denke ich, in naher Zukunft etwas geändert werden.

Doch zur Zeit handelt es sich bei diesem Blog nun einmal noch um einen allgemeinen Sportblog. Und als solcher wird nun kurz ein neues Thema angeschnitten: Ich fahre Sonntag Früh (sehr früh, nebenbei bemerkt) in Winterurlaub². Und da zur Zeit die Olympischen Winterspiele laufen und Snowboarden seit nunmehr zwölf Jahren olympisch ist, bin ich ganz besonders heiß auf diese Tour.

Aus diesem Anlass bitte ich euch also: seht euch den goldenen Run von Shaun White in der Half-Pipe an und erstarrt gefälligst in Ehrfurcht. Dankeschön.

¹ ^Den ich im Übrigen gar nicht konsumiere. Nicht weil er schlecht ist, was ich nicht beurteilen kann, da ich ihn schließlich noch nie gelesen habe, sondern weil er schlicht und ergreifend ein Newsletter ist und ich Aversionen gegen Newsletter hege. Vielleicht weil Newsletter so überhaupt nicht Internet sind.

² ^Deswegen verpasse ich das Spiel gegen Werder, deswegen wird es von meiner Seite keinen Spielbericht dazu geben und deswegen werde ich wohl auch das Spiel am Samstag darauf, gegen den FC, verpassen.

Stand der Dinge

Wie bereits erwähnt, gibt es einiges aufzuarbeiten (denn seit spätestens heute ist dies hier ein Bayer04-Blog).

Der Coach…

…wird mir immer sympathischer. Wie die meisten war ich anfangs ziemlich skeptisch, als ich von Jupps Verpflichtung hörte. Mir sind nunmal hauptsächlich Gladbach und Schalke als letzte Stationen von Jupp Heynckes im Gedächtnis geblieben und weniger die paar Wochen bei den Bayern. Doch die Interviews, die man von ihm und über ihn hört, stimmen mich immer optimistischer. Aber ganz egal was man von Heynckes hält oder erwartet: Seine Verpflichtung war die einzige mögliche Antwort auf die Entwicklung der letzten Jahre. Endlich wieder ein Fußballlehrer der alten Schule. Einer, der Ruhe ins Team bringt. Einer, der die Euphorie des Umfelds in Grenzen hält, nur weil man gegen Leipzig 5:0 gewinnt. Einer, der dadurch auch den Spielern den Druck nimmt. Einer, der weiß, dass attraktiver Offensivfußball in Leverkusen zwar Tradition hat, ein ordentliches Umschalten auf die Defensive aber Grundvorraussetzung für Erfolg ist. Wenn in der nächsten Saison nicht das internationale Geschäft erreicht wird, dann liegt es nicht am Trainer. Woran es dann liegt, sollte jedem klar sein, doch schreiben werde ich es nicht, da ich es nicht wahrhaben will.

Die Zugänge…

…wissen zu gefallen. Allen voran Eren Derdiyok (21, FC Basel). Was ich bisher sehen durfte löst schon eine gewisse Begeisterung in mir aus. Er ist vermutlich nicht der 21-Tore-Stürmer, den wir nach dem Ausfall von Helmes sicher gebrauchen könnten. Doch mit einer (für einen Stürmer dieser Größe) feinen Technik und astreinem Kopfballspiel ausgestattet, scheint er sich perfekt ins Team zu integrieren. Im Gegensatz zu Helmes schießt er nicht aus allen Lagen, braucht dafür allerdings auch deutlich weniger Chancen für ein Tor.

Ebenfalls als treffsicher erweist sich bislang Fanis Gekas (29, Portsmouth, war verliehen). Ich dachte mir doch, dass er nicht alles verlernt haben kann. Wenn er sich damit abfinden kann nur Stürmer Nummer drei oder vier zu sein ist das natürlich wunderbar. Schade ist das ganze allerdings für Sukuta-Pasu, zumal er es in der bisherigen Vorbereitung nicht geschafft hat, sich aufzudrängen.

In der Defensiv-Abteilung hat sich ebenfalls einiges getan. Sami Hyypiä (35, FC Liverpool) ist natürlich der Startransfer überhaupt. Zusammen mit Stefan Reinartz (20, 1.FC Nürnberg, war ausgeliehen) soll er die Lücke schließen, die Henrique (planmäßig zurück zum FC Barcelona) und Haggui (zu Hannover 96) hinterlassen. Sami gibt sich bislang routiniert und kopfballstark. Außerdem hab ich das Gefühl, dass wir von dem Finnen nicht das gleiche Phlegma erwarten müssen, dass Roque Junior (als ebenfalls ein Spieler, der bereits alles erreicht hat) phasenweise in der Bundesliga an den Tag gelegt hat. Reinartz spielt sich zur Zeit insbesondere als Rolfes-Ersatz auf der 6er-Position in den Vordergrund und wird in höchsten Tönen gelobt. Wenn jener zum Bundesligastart wieder fit ist, wird sich Reinartz wohl dennoch zunächst auf der Bank wiederfinden müssen, da neben Hyypiä garantiert (und zu Recht meiner Meinung nach) Friedrich in der Innenverteidigung gesetzt sein wird. Ebenfalls interessant wird das Duell sein, dass sich Gonzalo Castro und Neuzugang Daniel Schwaab (20, SC Freiburg) auf der rechten Abwehrseite liefern werden. Gonzo ist selbstverständlich im Vorteil, auch weil er als Eigengewächs zu einer Rarität in der Bundesliga geworden ist. Beide kennen sich aus der U21, sind vor kurzem beide Europameister geworden. Während Andreas Beck (TSG Hoffenheim) dort allerdings die Position des rechten Außenverteidigers einnahm, rückte Castro ins Mittelfeld und erzielte von dort gar wichtige Tore (das 1:1 gegen England zum Einzug ins Halbfinale und das 1:0 gegen England im Finale). Schwaab kam indessen im Finale in der 69. Minute zu seinem Debüt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass Schwaab den Konkurrenzkampf auf der rechten Seite ankurbeln wird.

Des Weiteren kehren mit Pierre de Wit und Assimiou Touré (beide 21, beide Vfl Osnabrück, waren beide ausgeliehen) zwei weitere Eigengewächse zurück. De Wit hat bislang noch mit seinem Kreuzbandriss zu kämpfen, wird, sobald er fit ist, jedoch eine Ergänzung im zentralen Mittelfeld darstellen. Touré wurde zur WM 2006 überraschend unter Otto Pfister togolesischer Nationalspieler, seit dem erwartete man teilweise Wunderdinge von ihm. Talentiert ist er und schnell ist er auch, wodurch er als brauchbare Alternative auf den Außenbahnen angesehen werden kann.

Des Weiteren erhalten Fabian Giefer (19, Leverkusen II) und der in der Vorbereitung groß aufspielende Burak Kaplan (19, Leverkusen U19) Profiverträge. Während Giefer sich als Torhüter selbstverständlich hinten anstellen muss, wird der ein oder andere Einsatz für Kaplan sicher drin sein.

Die Abgänge…

…sind kaum der Rede wert. Mensch, klingt das hart. Aber es entspricht der Wahrheit. Der Transfer von Henrique (22, FC Barcelona, war ausgeliehen) ist schade, war aber vorrauszusehen und unumgänglich. Ebenfalls zurück zum Absender gehts für Angelos Charisteas (29, 1. FC Nürnberg, war ausgeliehen). Obwohl er mir in seinen wenigen Joker-Einsätzen nicht so schlecht gefallen hat, ist der Abschied zu verschmerzen. Mit Karim Haggui (25, Hannover 96) bricht schon eher eine Säule weg – allerdings ebenfalls keine, die nicht zu ersetzen wäre. Constant Djakpa (22, Hannover 96, ist ausgeliehen), der talentierte Linksverteidiger wird in Hannover hoffentlich Erfahrung sammeln, denn an Kadlec führt zur Zeit kein Weg vorbei. Erik Domaschke (23) wechselt zum SV Wehen Wiesbaden, während die Wege des Vratislav Gresko (31) noch offen sind, so weit ich weiß. Dann wäre da noch Pirmin Schwegler (22, Eintracht Frankfurt). Ich ziehe nicht gerne über Ex-Spieler her und werde das auch hier nicht tun. Allerdings sind mir nicht viele Spieler in Erinnerung, die beim Bayer so wenig Eindruck hinterlassen haben (im Verhältnis zu den Erwartungen, die man an sie knüpft). Na ja, vielleicht schafft er unter Skibbe ja diesmal den Durchbruch, zu wünschen ist es ihm.

Die bisherige Vorbereitung…

…läuft doch eigentlich ganz prima. Wir sind bislang ungeschlagen gegen recht passable Gegner und haben sogar dieses komische Turnier da in Wattenscheid gewonnen. Phasenweise (in der ersten Hälfte gegen Istanbul beispielsweise) könnte man glatt meinen, dass man den guten alten Bayer04-Style wiederentdeckt hat. Die Jungs haben offensichtlich Spaß zusammen, der Trainer ist zufrieden, die Stimmung großartig. Alles wie immer also – das kann eigentlich nichts Gutes bedeuten.

Zur Zeit findet ein Trainingslager in Elztal statt, in dessen Rahmen der Kaiserstuhlcup ausgetragen wird. Gegner werden am 24.07., bzw. 25.07. der SC Freiburg und der Bahlinger SC sein. Endlich richtig los gehts dann am 31.07. im DFB-Pokal gegen den SV Babelsberg, selbstverständlich in Babelsberg.

Die Stammelf…

…bekommt in den nächsten Tagen noch ihren eigenen Artikel, denk ich mal.

Bernd Schneider…

…wird hier aus Prinzip nicht im Abschnitt der Abgänge genannt, da er seinen eigenen Abschnitt verdient hat. Ohne Zweifel ist es der herbste Verlust an Spielqualität und Charakter, den wir in den letzten Jahren hinnehmen mussten. Schnix war der Grundstein der Leverkusener Spielkultur. Der Initiator, der Vordenker, der Kapitän. Mit ihm verlässt ein ganz Großer die Fußballbühne, ohne auch nur einen namenhaften Titel gewonnen zu haben. Spielerisch hat es in der letzten Saison phasenweise auch ohne ihn funktioniert, dennoch bricht ein großer Brocken Identifikation weg. Und das so plötzlich. Wenn ich an das DFB-Pokalfinale denke und an den ganzen Block, der Schneider gefordert hat und an Bruno Labbadia, der trotz allem nicht mal mit der Wimper gezuckt hat, könnte ich kotzen. Das hätte ein würdiger Abschied werden können. Doch nun hoffen wir einfach, dass er das Abschiedsspiel bekommt, dass er verdient.

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