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Leverkusens Transferwahnsinn 1997-2009

Probek hat vor ein paar Tagen eine Auflistung der Transfers seines FC Bayern der letzten Jahre gemacht, diese Transfers bewertet und Bilanz gezogen. Weil ich nichts besseres zu tun habe und mir momentan auch nichts eigenes einfällt, was ich bloggen könnte, hab ich das auch mal gemacht. Für Bayer 04 versteht sich.

Hiermit wage ich zu behaupten, dass diese Arbeit für kaum einen anderen Verein nerviger ist als für Bayer 04. Ende des letzten und Anfang des aktuellen Jahrtausends wurde alles verliehen, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Ein paar Jahre später kamen diese Leute mit einem mal alle zurück… oder auch nicht… oder sie kamen zurück und wurden gleich wieder verliehen. Wir erinnern uns wohl alle, wie der Bayer damals dafür belächelt wurde. Doch das war uns egal, wir verwiesen auf internationale Spitzenclubs, Ajax, Arsenal und Co, die machen das genau so, das ist die Zukunft, ihr werdet euch noch wundern.

Na ja, einen Versuch war es ja wert. Im Endeffekt bin der Gelackmeierte jetzt ich (Mal ehrlich, hier blickt doch kein Mensch durch).

Hinzu kommt, dass ich im zarten Alter von elf Jahren – und dies bedeutet 97/98 – gerade damit anfing mich für Fußball und für Bayer Leverkusen zu interessieren. Das macht die Bewertung der frühen Transfers nicht gerade einfacher, aber Änderungsvorschläge werden gerne angenommen, bzw. diskutiert.

Voller Stolz präsentiere ich euch nun das dokumentierte Chaos der Bayer’schen Transferpolitik:

Erklärung

Um eine kurze Erläuterung der Tabelle komme ich wohl nicht herum.

Die Quelle meiner Daten ist transfermarkt.de. Die Kriterien der Bewertungen sind selbstverständlich subjektiv und an einigen Stellen definitiv streitbar. Ich muss mir selber vorwerfen, dass es mir teilweise nicht möglich war, mir selbst gegenüber konsequent zu bleiben: Es gibt Fälle, wie Gekas (+/-) oder Athirson (-), die ich persönlich zwar eine Stufe besser finde, bei denen ich mir aber relativ sicher bin, dass sie im Allgemeinen anders eingestuft werden. In anderen Fällen wiederum – Ponté ist ein solcher – habe ich mich durchgesetzt und ihm die bessere Einstufung gegeben.

Wie dem auch sei, subjektiv ist es so oder so. Wenn ich mir nicht sicher war, stellte ich mir einfach die Fragen: “Habe ich mehr von ihm erwartet?” und “Würde ich das Geld für diesen Mann noch einmal ausgeben?”. Leute, die hin und her verliehen wurden, und uns dadurch nichts kosteten und bei uns so gut wie nie zum Zuge kamen, wurden meist neutral bewertet.

Die Gehaltskosten, die zum Teil auch für verliehene Spieler anfielen, habe ich übrigens nicht berücksichtigt.

Bei Probek wird zur Zeit kontrovers darüber diskutiert, wie aussagekräftig diese Tabelle ist. Er hat sich scheinbar dazu entschieden, die Geld-Spalten zu eliminieren. Ich lasse sie stehen, da sie zum einen nicht schaden und ich mir zum anderen einfach ansehen möchte, welcher Euro ein gut- und welcher ein schlecht-ausgegebener war.

Die berechtigte Kritik an diesem System lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die 1,1 Mio. für Bernd Schneider waren ein “besserer” Transfer als die 8,5 Mio. für Lúcio. Trotzdem lassen die 8,5 Mio. von Lúcio die Statistik besser erscheinen.

Die Anzahl der Spiele habe ich im Gegensatz zu Probek rausgelassen. Das war mir schlicht und einfach zu viel Aufwand, da ich konsequenterweise die Spielanzahl eines Spielers, der mehrmals bei uns unter Vertrag stand, entsprechend hätte aufteilen müssen. Vielleicht hole ich das nach (Wobei die Betonung auf “vielleicht” liegt).

Fazit

Wie allgemeingültig ein Fazit aus dieser subjektiven Zusammenstellung sein kann, ist fragwürdig. In jedem Fall ist es eine nette Spielerei, aus der jeder seine eigenen Schlüsse ziehen kann. Ebenfalls ist es interessant, die vergangenen Jahre, vor allem die Jahre der Ära Calmund, Revue passieren zu lassen.

Festhalten kann man aber sicher Folgendes:

Unsere Transfermenge ist aus schon benannten Gründen unverhältnismäßig hoch. Insbesondere die 84 neutral bewerteten Zugänge resultieren daraus. Die Bilanz der positiven und negativen Einkäufe ist ausgesprochen ausgeglichen, wie sich auch beim FC Bayern zeigt. Schaut man sich die Kohle an, die dafür geflossen ist, können wir zufrieden feststellen, dass der Großteil der Ausgaben offenbar gut investiert war (79 Mio. € positiv gegenüber 23 Mio. € negativ).

Und zu guter letzt möchte ich noch eine Frage stellen: Wer freut sich eigentlich noch darüber, dass “Chancentod” Berbatov damals nicht im Ausleih-Sumpf gelandet ist?

Weitere Listen:

BayArena 2.0

Ich selbst hatte noch keine Möglichkeit mir die “neue” BayArena anzusehen und das wird wohl auch noch bis Hoffenheim warten müssen.

André vom Fernglas FCB findets im Großen und Ganzen wohl nicht so toll. Es wirkt fast ein bisschen erfrischend mal etwas anderes zu lesen als die PR-getränkten Artikel von bayer04.de ;-) . Was wäre ein Stadion auch ohne Ecken und Kanten.

Ich bin zwar noch nicht blass vor Neid…

…aber wie die Kölner dieses Jahr ihre Mannschaft aufstellen ist schon recht beeindruckend. Das hat Hand und Fuß. Problematische Abgänge sind quasi nicht existent, der Sturm gehört potenziell zu den besten der Liga, das Mittelfeld ist international erfahren und inzwischen zur Hälfte portugiesisch. Mit Podolski, Maniche und Freis wurde genau an den richtigen Ecken in Qualität investiert und mit Schorch ein hoffnungsvolles Talent für die Zukunft geholt (Obgleich letzterer gestern einen wenig geglückten Einstand gefeiert hat). Effzeh fasst das Ganze gut zusammen – nur in einem Punkt möchte ich widersprechen:

Lediglich 50 Gegentore musste der FC in der vergangenen Saison hinnehmen, ein ordentlicher Wert (zum Vergleich: Meister Wolfsburg kassierte 41 Gegentreffer).

50 Gegentore sind schon kein Pappenstiel (zum Vergleich: Absteiger Karlsruhe kassierte 54 Gegentreffer). Damit haben sie zwar immer noch weniger Treffer kassiert, als jeder Bundesligist, der am Ende der Saison hinter ihnen gelandet ist (und als Hannover 96 mit – vermutlich aus rein symbolischen Gründen – 69 Gegentreffern!), doch ein Kader der jetztigen Qualität sollte einen solchen Wert dennoch nicht mehr anpeilen.

Aber ansonsten: Chapeau! Man muss ja auch mal gönnen können.

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