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Der DFB-Pokal als Bauernopfer

Endlich: Keine Dreifachbelastung mehr. Es war eine harte, kraftraubende Zeit, aber Gott sei Dank brauchen wir uns schließlich nur noch auf zwei Wettbewerbe konzentrieren. Dabei musste man gestern fast 70, eigentlich sogar 85 Minuten zittern und befürchten, dass die Mannschaft nicht nur Meisterschaft und Champions League, sondern auch den DFB-Pokal gewinnen wolle. Dass solche Vorsätze allerdings nur zu drei Vize-Titeln führen können, ist ja hinlänglich bekannt.

Da hatte man doch extra David Yelldell verpflichtet, dessen Qualitäten man seit dem letztjährigen Pokal-Finale kannte und da bekommt der erst in der Mitte der zweiten Halbzeit die Möglichkeit diese unter Beweis zu stellen. Gerade noch rechtzeitig. Letzten Endes muss ich der Mannschaft allerdings ein Kompliment machen, denn nach den abgelaufenen 120 Minuten konnten schließlich alle zufrieden sein: Dresden, weil es die zweite Runde erreicht hat, wir aus den oben beschriebenen Gründen und die Republik, weil sie genau solche Spiele ja im DFB-Pokalfinale (EDIT, 19:00: Da war ich wohl etwas voreilig.) sehen will. Und, na ja, weil sie jetzt einen Grund zum Lachen hat natürlich.

Wir hingegen können jetzt die Katze aus dem Sack lassen. Selbstverständlich haben wir schon längst einen gestandenen Top-Innenverteidiger in der Hinterhand und selbstverständlich wird spätestens ab dem zweiten Spieltag Fabian Giefer im Tor stehen. Dass dies gegen Mainz schon passieren wird ist unwahrscheinlich – das wäre doch etwas arg offensichtlich.

PS: Ich wollte ja eigentlich nicht mehr zu jedem Spiel etwas schreiben. Werde ich auch nicht. Aber es fällt doch schwer zu den Ereignissen des gestrigen Tages nichts zu schreiben.

Wer hat noch nicht, wer will noch mal: FK Pirmasens – Bayer 04 1:11

Eigentlich wollte ich gar nichts zu diesem Spiel schreiben. Zu den anderen Testspielen habe ich schließlich auch nichts weiter geschrieben. Aber irgendwie ist die Saison gestern ja tatsächlich offiziell gestartet, demnach muss ich das hier natürlich würdigen.

Die Mannschaft, so viel steht fest, hat den Saisonstart zu würdigen gewusst. Das war keine Glanztat, schon gar nicht in der ersten Hälfte. Es war ein Kantersieg gegen einen Fünftligisten, nichts weiter. Und dennoch muss man ein solches Spiel erstmal in solcher Konsequenz spielen.  Ich habe keine Geschichtsbücher zur Hand, aber so weit ich mich entsinne, entstehen solche Ergebnisse auch in der ersten Pokalrunde nicht sehr häufig.

Ich muss zugeben: ich konnte die ersten 35 Minuten nicht sehen, habe es später auch nicht mehr geschafft mir die Zusammenfassung anzugucken und habe auch vom restlichen Spiel nur die Konferenzschaltung gesehen. Angeblich (und an diesen Angaben zweifel ich im Geringsten) standen wir in der ersten halben Stunde häufig recht wacklig hinten drin. Das zeigt allerdings doch nur, dass auch Bayer Leverkusen nur mit Wasser kocht. Das ist natürlich für jeden eine faustdicke Überraschung. Im ersten Saisonspiel, noch dazu gegen einen Gegner, gegen den – bei allem Respekt für den FKP – kein Bundesligaspieler problemlos 100% seines Potenzials abrufen könnte, darf so etwas mal passieren. Vorraussetzung ist natürlich, dass man sich im Laufe des Spieles am Riemen reißt und zeigt, wo der Kapitän der Nationalmannschaft spielt Hammer hängt. Indem die Konferenzschaltung quasi in eine Liveübertragung von FK Pirmasens gegen Bayer 04 verwandelt wurde, wurde dies auch bravourös bewerkstelligt.

Wenn man diesem Spiel wirklich unbedingt eine Bewertung geben möchte, darf diese nur positiv ausfallen. In erster Linie würde es mich freuen, dass insbesondere die drei Stürmer gezeigt haben, dass sie wissen, wo die Kiste steht und dass Renato Augusto seine Spielfreude nicht verloren hat. Und eins steht fest: Wir haben unsere Chancen schon schlechter genutzt.

Ich möchte diesen Artikel weder als Schönrederei noch als Euphoriebremse verstanden wissen. Dieser Artikel hat lediglich den Anspruch die gleiche Wichtigkeit und Aussagekraft zu besitzen wie das Testspiel von gestern: Gar keine.

Souverän ist anders: SV Babelsberg – Bayer 04 0:1

Das Positivste an diesem Tag war, dass ich mit meiner Vermutung, der Ball würde bald wieder rollen, scheinbar recht hatte.  Er tat es, und das sogar in sechsfacher Ausführung. Auch in Babelsberg, wo Bayer 04 empfangen wurde, ging er pflichtbewusst seiner Aufgabe nach – heraus kam ein inzwischen gewohnt knappes Erstrundenspiel, dass die Leverkusener für sich entscheiden konnten.

Ich habe lange gegrübelt, wie ich dieses Spiel beschreiben soll. Ich versuche es mal mit “Nun ja, kann man so machen”.

Mehr fällt mir dazu in der Tat nicht ein, viel mehr gab es in der Sky-Konferenz ja auch nicht zu sehen. Vielleicht fällt mir auch deshalb nicht mehr dazu ein, weil es ein bisschen so war wie immer: Schön spielen, viele Chancen herausarbeiten, diese versieben, Gegentor kassieren, verlieren.

Zum Glück war es dann aber eben nur ein bisschen so wie immer und die Babelsberger haben es nicht hinbekommen, uns den Ball über die Linie zu drücken. Stattdessen schafft Derdiyok nach vier Minuten das, was Fanis in 60 Minuten vergeblich versucht hat, und hämmert dem bedauernswerten Babelsberger Schlussmann Unger das Ding durch die Beine hindurch ins Tor.

Ansonsten sah das für mich alles nach einer Art besserem Warmlaufen aus – Dynamik konnte ich zumindest nicht ausmachen. Gepaart mit der gewohnten Mentalität den Ball ins Tor tragen zu wollen und dem Kunststück gleichzeitig etwas arrogant und dennoch zu wenig selbstbewusst zu sein, ergibt dies ein müdes, glückliches und dennoch sehr verdientes 1:0.

Ich sag ja: Kann man so machen. Obwohl man es auch besser machen könnte.  Zum Beispiel gegen Mainz dann.

Fühlt ihr auch schon die Schwingungen?

Ich glaub, es geht bald wieder los. Das fühl ich irgendwie.

Wird aber auch Zeit – dieses ganze Getestspiele ist ja ein lustiger Zeitvertreib für zwischendurch… aber irgendwie… ist das ja doch nix Handfestes. Nach so langer Zeit freut man sich fast wieder auf ein womögliches 0:0 gegen Mainz. Da weiß man wenigstens was man hat.

Morgen schon findet natürlich die erste Runde des DFB-Pokals statt. Ich will das nicht unterschlagen, aber hochmütigerweise umgibt mich in Bezug darauf noch immer ein gewisses 5:0-Testspiel-Feeling. Wir treten gegen dieses Babelsberg an.  Man verzeihe mir meine Respektlosigkeit – vielleicht werde ich ja morgen schon auf den Boden der Tatsachen zurückgeschleudert.

Wie dem auch sei: Da warte ich nun seit Wochen, dass der Tageskartenverkauf für Clubmitglieder beginnt und kaum isser da, verpenn ich ihn fast. Nördlich sind die Tickets selbstverständlich rar, zumal wir einen (nicht gerade überraschenden) Dauerkartenverkaufsrekord erzielt haben. Ansonsten scheint der Ansturm auf das erste Heimspiel in der aufgemotzten BayArena zum Glück nicht allzugroß zu sein, so dass ich mir immerhin schonmal Hoffenheim, Dortmund und Gladbach gesichert habe für die Hinrunde.

Von mir aus kanns jetzt jedenfalls losgehn.

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