Fabian Giefer | lauthals

Posts tagged: Fabian Giefer

Druck und Selbstvertrauen

Erwartungen, Druck. Die Pflicht, gewinnen zu müssen. Die Pflicht des Vizemeisters. Der Druck auf das Kollektiv, eine erbrachte Leistung zu bestätigen. Gar der Druck, eine Leistung noch weiter auszubauen. Der Druck auf einen Einzelnen, die Erwartungen zu erfüllen, es noch einmal allen zeigen zu wollen. Druck auf einen anderen, der dadurch entsteht, dass er nicht nachgesagt bekommen möchte, gegen den Ex-Verein nicht alles gegeben zu haben. Der Druck auf einen Trainer, nicht den gleichen Fehler zwei mal zu machen. Der Druck auf einen Trainer, richtig zu handeln, obwohl er zu Recht davon überzeugt ist, beim ersten Mal schon keinen Fehler gemacht zu haben. Wenn auch nur insgeheim. Und dann doch: Zweifel. Druck auf einen Torhüter, der endlich diese eine Chance erhält. Druck, durch die Gewissheit, dass ein anderer Torhüter ein Thema ist.

Selbstvertrauen, Unbekümmertheit. Das Selbstvertrauen desjenigen, der nicht bloß Zweiter geworden ist. Unbekümmertheit, die daraus entsteht, zu wissen, dass einem die Nation ohnehin schon zu Füßen liegt. Selbstvertrauen, dass auch ein Gegentor nach einer 3:0-Führung eben nicht zwangsläufig das Ende bedeuten muss. Selbstvertrauen, immer die richtige Entscheidung zu treffen. Unbekümmert darauf vertrauen zu können, dass das, was Spaß macht, nicht verkehrt sein kann. Selbstvertrauen, zu wissen, dass man es einfach drauf hat.

Im Gegensatz zu dem Druck, der daraus entsteht, sich bloß sehr, sehr sicher zu sein, dass man genau so viel drauf hat. Druck, entstanden aus einer Tradition der Misserfolge. Druck, der aus fehlgedeutetem Selbstbewusstsein entsteht. Zum Beispiel aus dem Selbstbewusstsein, One-Touch-Fußball zu spielen, auch wenn man Torwart ist.

Der DFB-Pokal als Bauernopfer

Endlich: Keine Dreifachbelastung mehr. Es war eine harte, kraftraubende Zeit, aber Gott sei Dank brauchen wir uns schließlich nur noch auf zwei Wettbewerbe konzentrieren. Dabei musste man gestern fast 70, eigentlich sogar 85 Minuten zittern und befürchten, dass die Mannschaft nicht nur Meisterschaft und Champions League, sondern auch den DFB-Pokal gewinnen wolle. Dass solche Vorsätze allerdings nur zu drei Vize-Titeln führen können, ist ja hinlänglich bekannt.

Da hatte man doch extra David Yelldell verpflichtet, dessen Qualitäten man seit dem letztjährigen Pokal-Finale kannte und da bekommt der erst in der Mitte der zweiten Halbzeit die Möglichkeit diese unter Beweis zu stellen. Gerade noch rechtzeitig. Letzten Endes muss ich der Mannschaft allerdings ein Kompliment machen, denn nach den abgelaufenen 120 Minuten konnten schließlich alle zufrieden sein: Dresden, weil es die zweite Runde erreicht hat, wir aus den oben beschriebenen Gründen und die Republik, weil sie genau solche Spiele ja im DFB-Pokalfinale (EDIT, 19:00: Da war ich wohl etwas voreilig.) sehen will. Und, na ja, weil sie jetzt einen Grund zum Lachen hat natürlich.

Wir hingegen können jetzt die Katze aus dem Sack lassen. Selbstverständlich haben wir schon längst einen gestandenen Top-Innenverteidiger in der Hinterhand und selbstverständlich wird spätestens ab dem zweiten Spieltag Fabian Giefer im Tor stehen. Dass dies gegen Mainz schon passieren wird ist unwahrscheinlich – das wäre doch etwas arg offensichtlich.

PS: Ich wollte ja eigentlich nicht mehr zu jedem Spiel etwas schreiben. Werde ich auch nicht. Aber es fällt doch schwer zu den Ereignissen des gestrigen Tages nichts zu schreiben.

WordPress Themes