Jupp Heynckes | lauthals

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Ich wollte es nicht gesagt haben …

…und tatsächlich sagte ich es nicht. Endlich macht es jemand anderes. Und der ist auch noch, wie könnte es anders sein, wichtiger als ich.

So viel von mir, viel Spaß morgen.

Nachtgewäsch

Zu solch später Stunde kommen einem meist ja nochmal einige Gedanken – gesetzt den Fall, man ist wach und wenigstens halbwegs nüchtern¹ . Es handelt sich um Dinge, die man unbedingt noch schnell loswerden möchte, ehe man sich in die Falle haut. Gewissermaßen ist es bezeichnend und schockierend zugleich, dass sich auch um diese Uhrzeit meine Gedanken zu einem Großteil mit dem Thema Fußball beschäftigen. Im Folgenden wird nicht für den Zusammenhang einzelner Absätze garantiert. Da müssen wir jetzt durch.

Flauschige Pressekonferenzen und Akupu… wiebiddewas?

Habe ich schon mal erwähnt, dass die Pressekonferenzen am Freitag vor jedem Spiel sehenswert sind? Sicher, beim Bayer gibt es keine Action in bajuwarischen Ausmaßen. Es gibt keine Van Gaals, keine Trapattonis, erst recht keine Hoeneße und noch nicht mal Klinsis. In Leverkusen ist es eher… heimelig. Da sitzen geschätzte 10 bis 15 Journalisten im Presseraum während Pressesprecher Dirk Mesch und Trainer Jupp Heynckes zum gemütlichen Fußball-Talk bei Kaffee und Cola bitten.

Mit den Worten “Samma! … Also Pluspunkte ham se da nich mit gesammelt” und einem bösen Blick quittierte Heynckes Meschs Aussage als dieser das Hinrundenspiel gegen Hoffenheim als “müdes 1:0″ tituliert hatte. Da wird dann laut geschmunzelt unter den Journalisten. Und nun ja, das war in der heutigen PK dann auch schon der dramaturgische Höhepunkt. Ich finde das nicht schlimm. Im Gegenteil. Ich mag es so. Insbesondere seit Jupp Heynckes da ist, läute ich jedes Bundesligawochenende mit dem Konsum der obligatorischen Pressekonferenz ein. Man fühlt sich daheim. Geborgen in Jupps Obhut, der einem Wort für Wort die Ängste des nächsten Spieltags nimmt. Ob die Serie hält, ob die drei Ex-Patienten Unruhe ins Team bringen könnten, ob Simon Rolfes und Stefan Reinartz nicht auch nebeneinander spielen könnten. Letztendlich läuft die Antwort auf eine jede Frage immer auf ein “Machen se sich mal keine Sorgen, das geht schon alles seinen Weg” hinaus, doch die Souveränität und Gelassenheit der Antwort befriedigt alle Gemüter. Auf Platz eins argumentiert es sich sowieso einfacher.

Schön an diesen Pressekonferenzen ist auch, dass man hin und wieder Details erfährt, die von den meisten Journalisten bei späterer Berichterstattung entweder verschluckt oder als irrelevant eingestuft werden. Zum Beispiel erfährt man, dass die Muskelverhärtung Renato Augustos offenbar mit Akupunktur behandelt wurde. Nun fühlt sich der Dribbelkönig angeblich “wie befreit”. Eigentlich dachte ich ja, dass bei Bayer04 seit dem Wechsel von Tscholli keine Zauberei fragwürdigen Behandlungsmethoden mehr angewandt werden. Aber ich bin natürlich kein Mediziner und vielleicht auch falsch informiert. Daher möchte ich das jetzt auch nicht abschließend bewerten. Jedenfalls nicht persönlich (Ich bin selbstverständlich auch offen für weitere Informationen).


Hoffenheim hat nur noch ein Mittelfeld

Sonntag also gegen Hoffenheim. Der Punkt ist: Sonntag. Sonntag! Ihr wisst schon. Sonntag. Ich finde es grausam, wenn an Sonntagen gespielt wird. Nicht wegen der Fahrerei als Auswärtsfan oder Ähnlichem. Meine Arbeitszeiten sind flexibel genug, dass ich Montags auch mal ausschlafen kann, wenn eine Heimfahrt länger dauert. Davon abgesehen, dass ich es sowieso nur selten schaffe, auswärts zu fahren. Das Problem am Sonntag ist einfach, dass Sonntag nicht Samstag ist. Rationaler kann ich es nicht begründen. Außerdem habe ich das subjektive Gefühl, dass Sonntags viel öfter Nullnummern stattfinden. Aber sei’s drum. Immerhin können die Bayern dadurch morgen wieder für einen Tag Tabellenführer werden. Das sind sie immerhin inzwischen seit fast sieben Tagen nicht mehr.

Während wir nicht wissen, was wir mit unseren Qualitätsstürmern anfangen sollen, wird Hoffenheim übrigens ohne Sturm antreten². Ohne Abwehr sowieso. Aus Tradition. Statistisch gesehen kann es also nur auf ein 6:0 für Bayer hinauslaufen.

Der Fall Frings

Zum Schluss noch was ganz anderes: Der Trauerfall Frings. Was haben wir uns geärgert oder gelacht, weil andere sich so geärgert haben. Was haben wir philosophiert. Was haben wir kommentiert. Am besten, finde ich, fasst es aber Entscheidend is auf´m Platz zusammen.

Schönes Wochenende wünsch ich.

¹ Nun, viele Gedanken kommen einem natürlich auch wenn man breit ist. Oft sind diese sogar weitaus interessanter als jenes Geschreibsel hier. Ein Vorteil der Nüchternheit ist jedoch, dass man morgens nicht panisch zum Rechner hasten muss um herauszufinden, was man des Nachts noch für einen Driss ins Internet geschrieben hat.

² Der ist entweder verletzt oder spielt beim Afrika-Cup.

Ein Luxusproblem als Weihnachtsgeschenk?

Ich geb’s ja zu: Ich habe bis zum Ende nicht daran geglaubt. An die Herbstmeisterschaft. Doch tatsächlich hat es funktioniert, auch mit einigen schwächeren Spielen am Ende der Hinrunde. Sicher, einen Großteil des Erfolges haben wir dem Unvermögen der Konkurrenten zu verdanken, die es nicht fertig brachten, sechs (!) Unentschieden aus den letzten neun Spielen zu nutzen. Doch unbesiegt die Vorrunde zu beenden, verdient schon seine Anerkennung. Von einer Mannschaft zu reden, die “nicht mehr mit jener aus der letzten Saison vergleichbar ist”, ist inzwischen keine Spinnerei mehr.

Und doch wird man es als Bayer 04 Fan nie schaffen können, frei von jeglichem Zweifel zu sein. Überall und jederzeit muss man damit rechnen, dass sich Probleme anpirschen, auf den denkbar kuriosesten Zeitpunkt warten und dann gnadenlos zuschlagen. Selbst bei eigentlich erfreulichen Nachrichten, muss man damit rechnen, auf einen Wolf im Schafspelz hereinzufallen. Die erfreuliche Nachricht, der Schafspelz also, besteht in aktuellem Fall freilich aus der Rückkehr lang vermisster Leistungsträger. Der Wolf existiert in der Tatsache, dass das Wort “vermisst” oder zumindest die Kombination der Wörter “lang” und “vermisst” im vorherigen Satz zweifelhaft bis falsch ist.

«Wir haben noch einige Nationalspieler. Wenn die wiederkommen, ich will ja nicht drohen, dann wird es noch besser.»

(Jupp Heynckes)

Nicht, dass ich unserem Coach gerne widerspreche. Und nicht, dass ich gerne den Schwarzmaler markiere, und dennoch: Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie wir mit einem Schlag sinnvoll und beschwerdefrei vier “neue” Leute in die Aufstellung integrieren wollen.

Schwaab, der seinen Job solide, aber nicht immer fehlerfrei ausführte, stellt mich noch vor das geringste Problem. Gonzo rückt wieder auf rechts, Kadlec wieder auf links, Schwaab lauert auf der Bank auf seine Chance. Fertig.

Doch spätestens bei Stefan Reinartz geht es los. Dass ein Rolfes spielen muss, wenn er fit ist, steht zu keiner Diskussion. Doch es stellt sich fast schon die Frage, ob es moralisch vertretbar ist, Stefan auf die Bank zu setzen, wo er keinen geringen Anteil an der Herbstmeisterschaft trägt und zudem ein Eigengewächs ist. Da wird wohl oder übel Vidal dran glauben müssen… und die Bank und er waren noch nie die besten Freunde.

Der Sturm gestaltet sich dagegen noch relativ harmlos, auch wenn es zunächst nicht diesen Anschein hat. Kießling ist gesetzt, wie seit Berbatov kein anderer Stürmer mehr. Derdiyok, der derzeitig “nur” sechstbester Torschütze der Bundesliga ist, muss die Chance erhalten, seinen Platz zu verteidigen, während Helmes durch 20-minütige Einsätze seinerseits die Chance erhalten wird, seinen Platz zurück zu erkämpfen. Konfliktpotenzial hat diese Konstellation allemal. Im Angriff gestaltet sich eine Entscheidung aber generell etwas einfacher, da die harten Fakten, die Tore eben, leichter zu zählen sind.

Doch im offensiven Part des Mittelfeldes, wo vor einigen Monaten Renato Augusto durch Toni Kroos ersetzt werden musste, was ist dort am wichtigsten? Kroos hatte einige überragende Spiele, die er darüber hinaus mit Toren¹ krönte, so viel steht fest. Doch wenn ich mir die Zusammenfassung aller unserer Tore in der Hinrunde noch einmal ansehe, so stelle ich fest, dass ich auch Renatos unwiderstehlich unberechenbare Sololäufe vermisse. Renato kann doch nicht auf der Bank sitzen. Und Kroos auch nicht. Und Barnetta, der in letzter Zeit den halben Platz umpflügt, doch auch nicht. Mir ist das alles zu hoch. Ich kann das nicht entscheiden und muss es zum Glück auch nicht. Aber Tatsache ist doch: Ganz egal, wie die Entscheidung ausfällt, sie kann nur falsch sein und fast nur zum Schlechteren führen.

Da ist sie wieder. Meine Angst. Aber auch beim letzten mal war sie ja nur halb gerechtfertigt

¹ Ist der Plural dort korrekt? Oder war es nur ein einziges Tor in sechsfacher Ausführung?

Immer mal was Neues: SC Freiburg – Bayer 04 0:5

Eigentlich bin ich der Falsche dafür, ein Spiel wie das Gestrige zu kommentieren. Dieses Spiel hatte so viel und doch so wenig von der letzten Saison. Plötzlich ballern wir wieder aus allen Rohren, sind bis dato mal wieder die torgefährlichste Mannschaft der Liga und haben auch noch zwei Stürmer in den eigenen Reihen, die zusammen mit Jiri Stajner die Torschützenliste anführen. Spitzenreiter sind wir zwischenzeitlich auch noch. 5:0 hieß es am Ende eines Spieles, das nicht auf diese Weise hätte enden müssen. Im letzten Jahr wären es vermutlich noch wir gewesen, die die roten Trikots getragen hätten. Gestern trug Freiburg sie. Die Gastgeber spielten domininant und arbeiteten sich Chancen am Fließband heraus. Getroffen haben wir. Sachen gibt’s.

Das macht es so schwierig dieses Spiel einzuordnen. Unweigerlich muss nach einem solchen Sieg die Phrase “Im Stile einer Spitzenmannschaft” fallen. Genauso unausweichlich ist aber die Redewendung “Es ist nicht alles Gold, was glänzt”. Die defensive Sicherheit des Spieles gegen Hoffenheim wurde in der ersten halben Stunde sehnlichst vermisst. Wie kann es sein, dass die Idrissous dieser Welt jederzeit unbedrängt die Bälle in unserem Strafraum annehmen können? Wie kann es sein, dass die Griechen dieser Welt, deren Namen keinen anständigen Plural zulassen, aus allen Lagen schießen dürfen?

Und doch: Eine wirklich 100 prozentige Chance der Freiburger war nicht dabei. Wir hingegen hatten vielleicht zwei davon und machen daraus fünf Tore. Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind, als die Maschinerie nach Kießlings 1:0 ins Rollen kam. Doch ist das Gesamtbild, das in diesen 90 Minuten gezeichnet wurde, tatsächlich eines, das Hoffnung macht? Bisher hatte Heynckes die Zügel noch relativ fest in der Hand, doch muss es ihm, nach einem solchen Spiel nicht unendlich schwer fallen, die Euphorie in Grenzen zu halten?

Gerade weil es so schwer fällt, sich nach einem solchen Spiel zu beschweren, läuft man Gefahr, sich blenden zu lassen. Leider bin ich, als leicht euphorisierbare Person, wie schon oben erwähnt, der Falsche um authentisch darauf hinzuweisen, dass man den Ball flach halten sollte. Darüberhinaus würde ich ja auch nicht gehört werden :) . Ich hoffe, das machen daher andere. Ich dagegen finde es einfach nur gut, dass Kießling trifft, dass Derdiyok die Erwartungen, die man an ihn stellte, zu übererfüllen scheint und dass Barnetta endlich anfängt sein Potenzial abzurufen, worauf ich schon seit zwei langen Jahren warte.

Leverkusen lässt den Gegner also anrennen und fährt überlegen einen Sieg nach Hause, nachdem der Gegner seiner Erschöpfung erliegt. So weit, so anders. Was sich im Gegensatz zur letzten Saison zusätzlich noch verändert hat, stimmt mich aber tatsächlich außerordentlich freudig: Der Trainer handelt, wenn es sein muss. Schon nach 29 Minuten nimmt er den rot-gefährdeten Vidal aus dem Spiel. Für ihn kommt Schwaab, der Castros Position einnimmt, welcher sich seinerseits darüber freuen darf, endlich auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld sein Können unter Beweis stellen zu dürfen. Auch schön: Die Reaktion Vidals auf seine Auswechselung. Nicht wortlos, aber zumindest ohne ein freundliches Wort, stürmt er wütend in die Kabine. Ist da plötzlich Feuer im Team? Recht so. Bei nächster Gelegenheit darf auch ruhig mal ne Tonne zertreten werden.

Wir haben eines der leichtesten Auftaktprogramme der Liga, sieben Punkte sind nach diesen drei Spieltagen eigentlich nicht überraschend. Wenn nichts Unerwartetes passiert, werden es in einer Woche zehn Punkte sein. Danach fahren wir nach Wolfsburg und erst da wird sich zeigen, wo wir wirklich stehen.

Update, 19:51 Uhr: Das mit dem torgefährlichsten Team der Liga hat sich erledigt. Dafür wurde die Tabellenführung souverän gehalten. Genießt es, liebe Leute.

Update, 23:44 Uhr: Sehr lustig: Wie kann es sein, dass ich für einige Minuten dachte, wir hätten gegen Frankfurt gespielt und hätten Schüsse von Amanatidis abwehren müssen, der “aus allen Lagen schoss”? :D

Das macht Hoffnung: Bayer 04 – TSG Hoffenheim 1:0

Untermalt von Marius Müller-Westernhagens “Wieder Hier”, öffnete die neue BayArena zum ersten Mal ihre frisch lackierten Pforten zu einem Pflichtspiel.

Auch ich konnte sie heute (na, gestern) das erste Mal aus nächster Nähe betrachten und muss sagen: Ja, doch. Ist hübsch. Obwohl ich die Flutlichtmästen vermissen werde.

Der zweite Eindruck war allerdings eher mau. Der Einlass ins Stadion beim C-Block lief noch ausgesprochen zähflüssig. Das Handling mit den BayArena-Cards lief erwartungsgemäß noch nicht reibungslos, was sich auch am Bierstand zeigte. Dort hätte es eventuell allerdings schon geholfen eine dritte Bude aufzustellen, statt zweien den Andrang einer ganzen Kurve zu überlassen. Zumal es nach dem Spiel auch noch Freibier gab. Aber ich bin mir sicher, dass sich das alles einspielen wird. Außerdem ging es ja nicht ums Saufen, sondern darum endlich wieder Fußball in heimischen Gefilden zu sehen. So denn:

Schön war das Spiel freilich nicht. Dennoch war es ein Spiel, nach dem wir uns in der vergangenen Spielzeit ein ums andere Mal die Finger geleckt hätten. Den Hoffenheimern war anzumerken, dass sie sich kein weiteres Mal vier oder fünf Dinger einfangen wollten und so standen sie tief und verhältnismäßig sicher in der eigenen Hälfte. Daraus resultierten gefühlte 80% Ballbesitz und vorerst dennoch nur zwei Chancen. Zunächst ein schöner, von Barnetta geschossener und von Hildebrand parierter Schuss aus der zweiten Reihe. Später ein Kopfball von Hyypiä, den zunächst Hildebrand mit der Hand regelgerecht und danach Carlos Eduardo, ebenfalls mit der Hand, dafür weniger regelgerecht, von der Linie wischten. Abhaken. In einer Saison gleicht sich alles aus. Sagt man.

Aber überhaupt: Hyypiä! Den Typen kannst du auch ins Tor stellen wenn Not am Mann ist. Man sollte meinen, es gibt keinen Ball, den er nicht mit dem Kopf erwischt. Er und Friedrich, der neben seinem finnischen Kollegen richtig aufzublühen scheint, waren ein wichtiger Grund dafür, dass Hoffenheim im kompletten Spiel lediglich zu zwei echten Chancen kam. Die restliche Zeit konnte Adler damit verbringen im Kopf knifflige Sodoku-Aufgaben zu lösen, in der Hoffnung wenigstens auf diese Weise bei Jogi Löw Eindruck zu schinden.

Was gabs sonst noch? Ach ja, das Tor. Ein gut aufgelegter, zu Recht gefeierter aber manchmal zu verspielt wirkender Renato Augusto schaffte es über die rechte Seite Eren Derdiyok freizuspielen, welcher, von Compper bedrängt, mit der Hacke auf Stefan Kießling, dem besten Offensivakteur auf dem Platz, weiterleiten konnte, der nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte.

Hinten sicher stehen. Nicht immer spektakulär, dafür aber effizient spielen. Abwarten, auch wen das Tor in der Mitte der zweiten Hälfte noch immer nicht gefallen ist. Auch mal nur 1:0 gewinnen. Das ist nicht gerade die Art von Bayer 04 Leverkusen.  Aber die Art von Jupp Heynckes, dessen Handschrift schon recht deutlich zu erkennen ist. Natürlich ist noch mehr drin. Natürlich möchte ich auch wieder einmal eine schöne Kombination und etwas mehr Bayer’schen Hurra-Fußball sehen. Doch die Leichtigkeit kommt mit dem Erfolg. Wenn es sich so weiterentwickelt wie bisher, – so fern man nach drei Pflichtspielen eine Entwicklung ausmachen kann – ist einiges möglich. Das bedeutet nicht, dass man deutscher Meister werden muss. Das bedeutet auch nicht, dass man in die Champions League muss. Das bedeutet nicht mal, dass man zwangsläufig die Europliga erreichen muss. Aber das bedeutet zumindest, dass am nächsten Wochenende in Freiburg der nächste Dreier eingefahren werden muss. Auf, auf, Kameraden.

Update: Bei Kießlings Tor war es Compper, der Derdiyok bedrängte, nicht Simunic, wie ich ursprünglich schrieb.

Das Positive überwiegt: Mainz 05 – Bayer 04 2:2

Ich habe vom heutigen Spiel noch keine bewegten Bilder gesehen und ich glaube das werde ich auch morgen erst nachholen können. Ich habe lediglich das Bundesligaradio hören können und dennoch: Das war doch ein Spiel, auf dem man aufbauen kann.

Ich kann nicht beschreiben mit welchen Hoffnungen ich an den heutigen Tag gegangen bin. Wenn man lange genug Leverkusenfan ist, gewöhnt man es sich eigentlich generell ab, Hoffnungen auf irgendetwas zu haben. Und doch lässt sich ein gewisser Fitzel Gedankendatenschrott nicht leugnen, der ungefähr Folgendes beinhaltet: “Eigentlich sollte Mainz doch kein Problem darstellen… sooo schlecht war es gegen Babelsberg ja nun nicht… aber gerade dann geht’s bei uns ja nach hinten los”. Spätestens sobald man erkennt, dass man sich durch diesen Gedankenfitzel im Kreis dreht, gibt man auf und lässt es einfach auf sich zukommen.

Auf mich zukommen habe ich es also gelassen . Und wie es auf mich zukam. Mit einem 1:0. Für Mainz. In der 5. Minute. Es störte mich nicht. Ich nahm es hin und freute mich stattdessen schon auf das Spiel am nächsten Wochenende gegen Hoffenheim. Man kennt es ja nicht anders – und würde ich mich jedesmal über solche Rückstände aufregen, hätte ich wohl keine Zeit meine Blogeinträge zu schreiben. Bei einem 0:1 weiß man wenigstens was man hat. Keinen Gedanken verschwendete ich an die Möglichkeit, der Bayer könnte dieses Spiel noch drehen. So groß kann der Heynckes-Effekt gar nicht sein.

Aber sie kamen zurück. Und wie sie zurückkamen. Ein Doppelschlag von Helmes (hoppla) Derdiyok und Kießling kurz vor der Halbzeitpause weckte mich aus meiner Trance und versetzte mich schlagartig in einen Zustand völliger Ekstase Unsicherheit. Entweder schlief ich oder Leverkusen führte tatsächlich plötzlich 2:1. Deutlich wahrscheinlicher erschien mir die erste Variante. Hätte Mainz kurz vor Spielende nicht doch noch durch einen Freistoßkracher von Gunkel ausgeglichen, wäre ich überzeugt davon gewesen diesen Blogeintrag im Traum zu verfassen. So aber kann ich mir (relativ) sicher sein, dass Bayer 04 noch immer Bayer 04 ist.

In der Tat, wir sind immer noch die Alten. Und das ist nicht nur negativ. Es hält die Euphorie auf einem vertretbaren Level und gibt gleichzeitig Hoffnung, dass sich der Trainerwechsel ausgezahlt hat. Man darf auswärts 2:2 Spielen. Auch gegen Mainz. Entscheidend werden in dieser Saison die Heimspiele sein und wie wir uns zu Hause schlagen, wird sich schon in sieben Tagen gegen Hoffenheim zeigen.

Kaderanalyse 09

Wie versprochen wollen wir nun einmal den Kader der nächsten Saison genauer beleuchten. Im Gegensatz zu manch anderem Verein ist bei uns nicht viel passiert. Die einzigen wirklichen Zugänge sind Samy Hyypiä, Eren Derdiyok und Daniel Schwaab. Stefan Reinartz, Pirre De Wit, Assimiou Touré, Theofanis Gekas, Burak Kaplan und Fabian Giefer kamen von ihren Ausleihstationen (Osnabrück, Nürnberg, Portsmouth) zurück oder wurden befördert.

Den Verein haben Henrique, Angelos Charisteas (beide zurück zum Verleiher), Pirmin Schwegler, Karim Haggui, Vratislav Gresko und Erik Domaschke gewechselt.  Constant Djakpa wird ausgeliehen und Bernd Schneider musste seine Karriere leider beenden. Den bisherigen Testspielen zufolge dürfte die etatmäßige Stammelf momentan etwa so aussehen:

Aufstellung 09

Aufstellung 09¹ (Klick für ein größeres Bild)

Obwohl ich persönlich es interessant gefunden hätte in der Vorbereitung mal ein 4-3-3 ohne Kroos, dafür mit Derdiyok, Gekas und Kies, auszuprobieren, hat Heynckes sich offensichtlich für das klassische 4-4-2 entschieden. Fein, damit kann ich auch leben, zumal sich die Stürmer beim 4-3-3 wohl auch nur gegenseitig auf den Füßen gestanden hätten. Aber schauen wies damit läuft, hätt ich schon gewollt. Na, ein ander mal.

Hier also die Kaderanalyse im Detail für ein 4-4-2 System:

Tor

Der Keeper befindet sich quasi nicht im akuten Konkurrenzkampf. Als Nationaltorhüter ist Adler die unangefochtene Nummer 1 beim Bayer.  Als Backups stehen Fernandez und Giefer bereit. Fernandez musste in der Vorbereitung drei der insgesamt fünf Gegentore hinnehmen, an denen er allerdings schuldlos war. Alle drei Treffer fing er in dem einzigen Spiel, das er absolvieren konnte, gegen Wydad Casablanca. Zur Zeit laboriert er an einem Meniskusschaden. In Folge dessen kam Giefer in den übrigen Testspielen häufiger zum Einsatz, genau genommen zwei mal über 90 und zwei mal über 45 Minuten. Die übrigen beiden Gegentreffer teilten sich gerecht unter Adler und Giefer auf. Sobald Fernandez fit ist, darf man davon ausgehen, dass er die Nummer zwei sein wird.

Abwehr

Hier wird es langsam interessant.  Meine favorisierte Abwehrreihe lautet

Kadlec – Friedrich – Hyypiä – Castro.

Dies lässt allerdings einige Variationen zu. Aus Mangel an gleichwertigen Alternativen dürfte Katsche (wie ich ihn seit kurzem auch liebevoll nenne) am sichersten im Sattel sitzen. Sollte er ausfallen steht Hans Sarpei auf dem Posten, der auf dieser Position bisher eigentlich immer einen ordentlichen Job gemacht hat, dessen Offensivqualitäten allerdings nicht mit denen Katsches zu vergleichen sind. Alternativ steht Touré zur Verfügung, der in der kommenden Saison aber vermutlich erstmal nur wenige Bundesligaminuten sammeln darf.

In der Innenverteidigung ist Sami Hyypiä, der von allen Seiten als  der Heilsbringer angesehen wird, gesetzt. Da auch ich mich nur allzu leicht euphorisieren lasse, hab ich ebenfalls das Gefühl, vor allem aber die Hoffnung, dass unsere Abwehr durch ihn deutlich an Sicherheit gewinnen wird. An seiner Seite wird (zumindest zu Saisonbeginn) Manuel Friedrich seinen Platz finden, da es fraglich ist, ob Sinke bis dahin wieder bei 100% sein wird. Und so sehr ich Sinkiewicz auch mag, so schätze ich, dass sich Friedrich auch langfristig weiterhin durchsetzen wird. Erstaunlicherweise genießt Friedrich bei einem Großteil der Fans nicht ganz das Ansehen, dass er meiner Meinung nach verdient hätte – obgleich doch alle hellauf begeistert sind, sobald er wieder mal nach einer Ecke den Kopf an die richtige Stelle hält (wodurch er zumindest in dieser Kategorie das Erbe des Juan antritt). Als vierter Mann steht Reinartz für die Innenverteidigung bereit, der in der Vorbereitung bislang auf der 6er-Position eine gute Figur machte. Der Platz neben Hyypiä (sollte Hyypiä in der Bundesliga tatsächlich eine so stabile Figur abgeben) dürfte damit hart umkämpft sein.

Auf der rechten Seite findet das Duell der U21-Europameister statt. Gonzo dürfte die Nase zur Zeit vorne haben, doch Schwaab machte in der Vorbereitung einen guten Eindruck. Die Position des LV könnte in dieser Saison noch eine interessante Angelegenheit werden.

Mittelfeld

Auch das Mittelfeld stellt sich nicht von alleine auf. Hier würde ich Jupp in der Regel folgendes empfehlen:

Barnetta – Rolfes – Kroos – Renato Augusto

Heynckes hat im Mittelfeld vor allem zwei Optionen: Mit Raute oder mit zwei 6ern. Die erstere ist wahrscheinlicher und darüber hinaus ausgesprochen wünschenswert. Obgleich wir im defensiven Mittelfeld am breitesten besetzt sind (mit Rolfes, Vidal, Zdebel, Sinkewiecz, Castro und Reinartz, die dort spielen können), wird es nötig sein die Offensive durch einen klassischen 10er, seines Zeichen Toni Kroos, zu unterstützen, gerade nach dem Ausfall der Torgefährlichkeit eines Patrick Helmes. Den defensiven Part dürfte dem Kapitän wohl niemand ernsthaft streitig machen können. Sollte manchmal mit zwei 6ern gespielt werden, dürfteVidal den Vorzug erhalten neben Rolfes zu spielen. Die beiden würden sich dann abwechselnd in die Offensive einschalten. Sollte Schwaab sich allerdings mit der Zeit aufdrängen, könnte dies indirekt zu Vidals Verhängnis werden, wenn Heynckes Castro auf dessen eigentlicher Lieblingsposition stärker einstuft als den Chilenen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Erfahrung eines Zdebel, über dessen Leistung man sich bislang selten beklagen konnte. Wie erwähnt hat auch Reinartz als Rolfes-Ersatz in der Vorbereitung eine gute Figur gemacht.

Bei der Variante mit Raute dürfte Kroos uneingeschränkt gesetzt sein, während De Witt als Ergänzung zur Verfügung steht. Auch auf den Flügeln ergeben sich neben Barnetta und Renato Augusto wenig Alternativen. Obwohl man Barnetta häufig anmerkt, dass die Bundesliga ihn zu langweilen scheint und er keinen Hehl daraus macht, sich zu Höherem berufen zu fühlen,  dürfte er sich gegen die einzige echte Alternative Sascha Dum durchsetzen. Dennoch weiß man dessen Qualitäten als Flügelflitzer zu schätzen, wodurch er als Ergänzung nicht abzuschreiben ist. Ich bin ausgesprochen froh, dass wir ihn nicht abgegeben haben und hoffe, dass er seine Chancen bekommen wird. Renato Augusto verkörpert die Kreativität des Bayerspiels und dürfte nicht adäquat zu ersetzen sein. Bei einem Ausfall wäre es denkbar, dass Castro (welcher bei der U21-EM auf ähnlicher Position gesetzt war und zum Teil brillierte) vorrückt, oder der junge Burak Kaplan seine Chance erhält.

Sturm

Mein Sturm sieht zunächst wie folgt aus:

Derdiyok – Kießling

Im Sturm wird Kießling definitiv gesetzt sein. Ähnlich wie bei Friedrich, allerdings für mich noch deutlich erstaunlicher, steht auch dieser häufig in der Kritik eines Teils der Fans. Also der Mann, der in der letzten Saison zwölf Tore und neun Vorlagen für Leverkusen geliefert hat. Der Stürmer, der die besten Zweikampfwerte aller Stürmer der Bundesliga aufweist (Quelle: mein Gedächtnis; kann als verlässlich angesehen werden). Der Mann, der eigentlich überall auf dem Platz anzutreffen ist. Ein Mann, dem man tatsächlich abkaufen könnte, sich mit dem Verein zu identifzieren und von dem ich noch nie Abwanderungswünsche gehört habe. Aber lassen wir das. Selbstverständlich wird sich Kies durchsetzen und nichts Anderes zählt. Freut mich, dass er es bei uns aushält, obwohl er davon ausgehen könnte, bei jedem anderen Verein (außer den Bayern vermutlich) der Publikumsliebling zu sein. Neben ihm wird zunächst wohl Derdiyok gesetzt sein, obwohl es Gekas ist, der in der Vorbereitung durch Tore auf sich Aufmerksam machte. Auch Heynckes scheint viel von Gekas zu halten. Man darf wohl gespannt sein, gerade wenn man bedenkt, dass beide wissen, dass in der Rückrunde (oder aber doch etwas früher?) ein gewisser Patrick Helmes wieder fit sein wird, den man de facto nicht verdrängen kann. Nicht unterschlagen werden soll Richard Sukuta-Pasu, dem in Fankreisen einiges zugetraut wird. Doch gegen die drei, respektive vier Top-Stürmer, wird es schwer für ihn sein, sich schon in dieser Saison durchzusetzen.

Es könnte also eine interessante Saison werden, ich halts kaum noch aus.

¹Alle Spielerbilder von Bayer 04, das Bild der Arena von funky1opti bei flickr.

Stand der Dinge

Wie bereits erwähnt, gibt es einiges aufzuarbeiten (denn seit spätestens heute ist dies hier ein Bayer04-Blog).

Der Coach…

…wird mir immer sympathischer. Wie die meisten war ich anfangs ziemlich skeptisch, als ich von Jupps Verpflichtung hörte. Mir sind nunmal hauptsächlich Gladbach und Schalke als letzte Stationen von Jupp Heynckes im Gedächtnis geblieben und weniger die paar Wochen bei den Bayern. Doch die Interviews, die man von ihm und über ihn hört, stimmen mich immer optimistischer. Aber ganz egal was man von Heynckes hält oder erwartet: Seine Verpflichtung war die einzige mögliche Antwort auf die Entwicklung der letzten Jahre. Endlich wieder ein Fußballlehrer der alten Schule. Einer, der Ruhe ins Team bringt. Einer, der die Euphorie des Umfelds in Grenzen hält, nur weil man gegen Leipzig 5:0 gewinnt. Einer, der dadurch auch den Spielern den Druck nimmt. Einer, der weiß, dass attraktiver Offensivfußball in Leverkusen zwar Tradition hat, ein ordentliches Umschalten auf die Defensive aber Grundvorraussetzung für Erfolg ist. Wenn in der nächsten Saison nicht das internationale Geschäft erreicht wird, dann liegt es nicht am Trainer. Woran es dann liegt, sollte jedem klar sein, doch schreiben werde ich es nicht, da ich es nicht wahrhaben will.

Die Zugänge…

…wissen zu gefallen. Allen voran Eren Derdiyok (21, FC Basel). Was ich bisher sehen durfte löst schon eine gewisse Begeisterung in mir aus. Er ist vermutlich nicht der 21-Tore-Stürmer, den wir nach dem Ausfall von Helmes sicher gebrauchen könnten. Doch mit einer (für einen Stürmer dieser Größe) feinen Technik und astreinem Kopfballspiel ausgestattet, scheint er sich perfekt ins Team zu integrieren. Im Gegensatz zu Helmes schießt er nicht aus allen Lagen, braucht dafür allerdings auch deutlich weniger Chancen für ein Tor.

Ebenfalls als treffsicher erweist sich bislang Fanis Gekas (29, Portsmouth, war verliehen). Ich dachte mir doch, dass er nicht alles verlernt haben kann. Wenn er sich damit abfinden kann nur Stürmer Nummer drei oder vier zu sein ist das natürlich wunderbar. Schade ist das ganze allerdings für Sukuta-Pasu, zumal er es in der bisherigen Vorbereitung nicht geschafft hat, sich aufzudrängen.

In der Defensiv-Abteilung hat sich ebenfalls einiges getan. Sami Hyypiä (35, FC Liverpool) ist natürlich der Startransfer überhaupt. Zusammen mit Stefan Reinartz (20, 1.FC Nürnberg, war ausgeliehen) soll er die Lücke schließen, die Henrique (planmäßig zurück zum FC Barcelona) und Haggui (zu Hannover 96) hinterlassen. Sami gibt sich bislang routiniert und kopfballstark. Außerdem hab ich das Gefühl, dass wir von dem Finnen nicht das gleiche Phlegma erwarten müssen, dass Roque Junior (als ebenfalls ein Spieler, der bereits alles erreicht hat) phasenweise in der Bundesliga an den Tag gelegt hat. Reinartz spielt sich zur Zeit insbesondere als Rolfes-Ersatz auf der 6er-Position in den Vordergrund und wird in höchsten Tönen gelobt. Wenn jener zum Bundesligastart wieder fit ist, wird sich Reinartz wohl dennoch zunächst auf der Bank wiederfinden müssen, da neben Hyypiä garantiert (und zu Recht meiner Meinung nach) Friedrich in der Innenverteidigung gesetzt sein wird. Ebenfalls interessant wird das Duell sein, dass sich Gonzalo Castro und Neuzugang Daniel Schwaab (20, SC Freiburg) auf der rechten Abwehrseite liefern werden. Gonzo ist selbstverständlich im Vorteil, auch weil er als Eigengewächs zu einer Rarität in der Bundesliga geworden ist. Beide kennen sich aus der U21, sind vor kurzem beide Europameister geworden. Während Andreas Beck (TSG Hoffenheim) dort allerdings die Position des rechten Außenverteidigers einnahm, rückte Castro ins Mittelfeld und erzielte von dort gar wichtige Tore (das 1:1 gegen England zum Einzug ins Halbfinale und das 1:0 gegen England im Finale). Schwaab kam indessen im Finale in der 69. Minute zu seinem Debüt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass Schwaab den Konkurrenzkampf auf der rechten Seite ankurbeln wird.

Des Weiteren kehren mit Pierre de Wit und Assimiou Touré (beide 21, beide Vfl Osnabrück, waren beide ausgeliehen) zwei weitere Eigengewächse zurück. De Wit hat bislang noch mit seinem Kreuzbandriss zu kämpfen, wird, sobald er fit ist, jedoch eine Ergänzung im zentralen Mittelfeld darstellen. Touré wurde zur WM 2006 überraschend unter Otto Pfister togolesischer Nationalspieler, seit dem erwartete man teilweise Wunderdinge von ihm. Talentiert ist er und schnell ist er auch, wodurch er als brauchbare Alternative auf den Außenbahnen angesehen werden kann.

Des Weiteren erhalten Fabian Giefer (19, Leverkusen II) und der in der Vorbereitung groß aufspielende Burak Kaplan (19, Leverkusen U19) Profiverträge. Während Giefer sich als Torhüter selbstverständlich hinten anstellen muss, wird der ein oder andere Einsatz für Kaplan sicher drin sein.

Die Abgänge…

…sind kaum der Rede wert. Mensch, klingt das hart. Aber es entspricht der Wahrheit. Der Transfer von Henrique (22, FC Barcelona, war ausgeliehen) ist schade, war aber vorrauszusehen und unumgänglich. Ebenfalls zurück zum Absender gehts für Angelos Charisteas (29, 1. FC Nürnberg, war ausgeliehen). Obwohl er mir in seinen wenigen Joker-Einsätzen nicht so schlecht gefallen hat, ist der Abschied zu verschmerzen. Mit Karim Haggui (25, Hannover 96) bricht schon eher eine Säule weg – allerdings ebenfalls keine, die nicht zu ersetzen wäre. Constant Djakpa (22, Hannover 96, ist ausgeliehen), der talentierte Linksverteidiger wird in Hannover hoffentlich Erfahrung sammeln, denn an Kadlec führt zur Zeit kein Weg vorbei. Erik Domaschke (23) wechselt zum SV Wehen Wiesbaden, während die Wege des Vratislav Gresko (31) noch offen sind, so weit ich weiß. Dann wäre da noch Pirmin Schwegler (22, Eintracht Frankfurt). Ich ziehe nicht gerne über Ex-Spieler her und werde das auch hier nicht tun. Allerdings sind mir nicht viele Spieler in Erinnerung, die beim Bayer so wenig Eindruck hinterlassen haben (im Verhältnis zu den Erwartungen, die man an sie knüpft). Na ja, vielleicht schafft er unter Skibbe ja diesmal den Durchbruch, zu wünschen ist es ihm.

Die bisherige Vorbereitung…

…läuft doch eigentlich ganz prima. Wir sind bislang ungeschlagen gegen recht passable Gegner und haben sogar dieses komische Turnier da in Wattenscheid gewonnen. Phasenweise (in der ersten Hälfte gegen Istanbul beispielsweise) könnte man glatt meinen, dass man den guten alten Bayer04-Style wiederentdeckt hat. Die Jungs haben offensichtlich Spaß zusammen, der Trainer ist zufrieden, die Stimmung großartig. Alles wie immer also – das kann eigentlich nichts Gutes bedeuten.

Zur Zeit findet ein Trainingslager in Elztal statt, in dessen Rahmen der Kaiserstuhlcup ausgetragen wird. Gegner werden am 24.07., bzw. 25.07. der SC Freiburg und der Bahlinger SC sein. Endlich richtig los gehts dann am 31.07. im DFB-Pokal gegen den SV Babelsberg, selbstverständlich in Babelsberg.

Die Stammelf…

…bekommt in den nächsten Tagen noch ihren eigenen Artikel, denk ich mal.

Bernd Schneider…

…wird hier aus Prinzip nicht im Abschnitt der Abgänge genannt, da er seinen eigenen Abschnitt verdient hat. Ohne Zweifel ist es der herbste Verlust an Spielqualität und Charakter, den wir in den letzten Jahren hinnehmen mussten. Schnix war der Grundstein der Leverkusener Spielkultur. Der Initiator, der Vordenker, der Kapitän. Mit ihm verlässt ein ganz Großer die Fußballbühne, ohne auch nur einen namenhaften Titel gewonnen zu haben. Spielerisch hat es in der letzten Saison phasenweise auch ohne ihn funktioniert, dennoch bricht ein großer Brocken Identifikation weg. Und das so plötzlich. Wenn ich an das DFB-Pokalfinale denke und an den ganzen Block, der Schneider gefordert hat und an Bruno Labbadia, der trotz allem nicht mal mit der Wimper gezuckt hat, könnte ich kotzen. Das hätte ein würdiger Abschied werden können. Doch nun hoffen wir einfach, dass er das Abschiedsspiel bekommt, dass er verdient.

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