Manuel Friedrich | lauthals

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Einen wunderschönen guten Tach!

Ein herzliches Hallo an die optimistisch geschätzten fünf Leute, die mich vielleicht noch immer nicht aus ihrem Feed-Reader geschmissen haben. Ich trau mich ja gar nicht einen Blick auf das Datum meines letzten Artikels zu werfen.

War es unhöflich das Blog in den letzten Monaten (Oh bitte, liebes Spaghettimonster, lass es nur Monate gewesen sein… – nein, ich habe wirklich nicht aufs Datum der letzten Veröffentlichung geguckt) so verwaisen zu lassen und nicht mal dafür zu sorgen, dass es vom verdammten Spam verschont bleibt? Oder war es egal? Ich weiß es nicht. Vermutlich “macht man sowas nicht”. Aber was soll ich sagen, ich hatte einfach keinen Bock mehr. Und umso länger ich keinen Bock mehr hatte etwas zu schreiben, desto sinnfreier erschien mir das Verfassen eines weiteren Artikels. Ich sag euch, das ist echt Arbeit, was die Kollegen von nebenan teilweise tagtäglich zu Stande bringen.

Was mich angeht, so ist mir irgendwann aufgefallen, dass ich mir Spieltag für Spieltag lediglich neue Phrasen ausdenke um das ganze ein bisschen amüsanter zu gestalten. Doch letztendlich ähneln sich die meisten Spiele doch sehr, wenn man sie nicht gerade taktisch auseinander nehmen will kann. Und irgendwann wurde mir das einfach zu blöd. Die Alternative wäre gewesen, den eigenen Anspruch von mindestens einem Artikel in der Woche etwas herunterzuschrauben und sich nur noch dann zu Wort zu melden, wenn mir wirklich etwas Neues, Relevantes ™, etwas Elementares einfällt. Aber das wäre mir auch wiederrum zu wenig gewesen. Und was macht ein Mensch in der Regel, wenn er sich nicht zwischen Möglichkeiten entscheiden kann? Nix natürlich.

Ich weiß nicht, wie es hier weitergehen soll. Ich glaube nicht, dass ich mit Bayer 04 weitermachen werde. Was ziemlich schade ist. Nicht weil dieses Blog ein Stern am Netzfirmament war (aber freilich: auch deswegen), sondern weil unser Verein ohnehin stark unterpräsentiert ist, was das angeht. Zumal ich vor wenigen Tagen lesen musste, dass auch der Grand Seigneur des Werkbloggings sich – zumindest zeitweilig – mit Abschiedsgedanken beschäftigt hat¹.

Hier wird es demnächst vielleicht um etwas ganz anderes gehen². Vielleicht packt es mich aber auch wieder und ich werde noch den ein oder anderen Artikel zum Transfergeschehen schreiben. Danach vielleicht wieder zu den ersten paar Spieltagen. Danach verlässt mich die Lust vielleicht auch schon wieder. Das mich ja keiner auf etwas festnagelt. Wer weiß, vielleicht melde ich mich auch erst in zwei Jahren wieder. Aber das glaube ich nicht. So viel Unentschlossenheit geht mir selbst auf den Geist. Kommt damit klar. ;-)

So, das war es erstmal mit dem emotionalen Teil. Jetzt, wo ich ohnehin mal hier bin, kann ich auch noch meinen Senf zur aktuellen Situation abgeben:

Zur Vizemeisterschaft: Yeah.

Zum Star der letzten Saison: Da kann ich Stefan fast in allen Punkten zustimmen. Der Mann der letzten Saison heißt Hanno Balitsch. Er wurde von den meisten von uns zunächst als überflüssig eingestuft. Als dann auch noch Ballack verpflichtet wurde, war jede Diskussion um die Sinnhaftigkeit des Balitsch-Transfers endgültig hinfällig. Und dann spielt dieser Mann so souverän und – verdammt noch mal – fehlerfrei auf, dass es einen zu Tränen rührt. Balitsch verkörpert “nur” einen durchschnittlichen Bundesligakicker, aber er macht es wirklich jedem Trainer schwer, ihn nicht aufzustellen. So macht das Spaß.

Zu Aturo Vidal: Weg mit dem. Jetzt. Top Bundesligaspieler, aber dennoch maßlos überschätzt meiner Meinung nach. Den Verlust fangen wir locker auf. Im Prinzip darf er sogar zu den Bayern wechseln. Ich erkenne nicht, wie er die Qualität des Mittelfeldes dort signifikant erhöhen könnte. Und Elfmeter können da auch andere schießen (Ich weiß, es ist ungerecht, Vidal auf seine Elfmeter zu reduzieren. Doch wenn allerorten von seiner Torgefährlichkeit geschwärmt wird, kommt man da nicht drum herum). Dennoch kann er nicht zu den Bayern wechseln. Leverkusen muss an dieser Stelle Eier zeigen. Da bin ich recht zuversichtlich.

Zum Transfergeschehen im Allgemeinen: Ansonsten würde ich mir selbstverständlich auch noch einen gestandenen Innenverteidiger wünschen. Aber ich komme eigentlich super damit klar, wie wir aufgestellt sind. Reinartz wird nicht noch so eine unkonstante Saison abliefern und von Schwaab in der Innenverteidigung bin ich zeitweilig begeistert gewesen. Wenn beide ne Schippe drauflegen, worauf man sich in dem Alter nicht verlassen – worauf man aber dennoch hoffen kann. Vielleicht setzt sich ja auch Toprak durch. Letztendlich werden wir schon zwei ordentliche Innenverteidiger aufstellen können, davon bin ich überzeugt. Und dass ich Friedrich mag, habe ich an der ein oder anderen Stelle schon mal fallen lassen, denke ich. Versteht mich nicht falsch: Die IV ist unsere Schwachstelle – aber das ist jammern auf ziemlich hohem Niveau.

Zu Robin Dutt: Macht auf mich bisher einen sensationellen Eindruck. Seiner Saisonvorhersage möchte ich mich zu 100% anschließen: Ein Verpassen des internationalen Wettbewerbs wäre schlecht, die Europaleague wäre durchschnittlich, die Championsleague wäre gut und die Meisterschaft ist das Ziel. Danke dafür.

So, verehrte Leserschaft.  Das war es zunächst von meiner Seite. Ich werde jetzt hier erstmal etwas aufräumen.

¹ was mich letzten Endes auch dazu getrieben hat, hier mal einen Stand der Dinge zu posten.

² “Um etwas ganz anderes?” – “Ja.” – “Etwa um den FC??!!?” – “Nein… So sehr anders auch wieder nicht. Aber trotzdem nicht um Fußball.”

Nur noch fürs Protokoll: Bayer 04 – VfL Bochum 2:1

Ja, ich weiß. Das Spiel interessiert schon keinen mehr in dieser kurzlebigen Welt. Soeben wurde verkündet, dass Tranquillo Barnetta tief in Gesprächen zur Vertragsverlängerung steckt und schon übermorgen kämpft René Adler um seine WM. Das ist ja eigentlich alles viel wichtiger als diese drei Pünktchen gegen das Mittelklasseteam aus Bochum, zumal dieser Sieg auch noch den faden Beigeschmack hat, nicht zur Verteidigung der Tabellenspitze gereicht zu haben. Und wer steht nun ganz oben? Der Bruno. Na sowas.

Dabei hatte dieses Spiel alles, was man für spannende Geschichten benötigt. Ein sicheres wahrscheinliches womögliches vermutliches Eigentor von Manuel Friedrich. Der daraus resultierende Rückstand. Und zwar ein Rückstand, der anlässlich der unzumutbar vielen vergebenen Torchancen der Werkself an längst vergangen geglaubte Tage erinnerte. Dann der Ausgleich durch den gerade erwähnten Manuel Friedrich, der spätestens dadurch all seine Kritiker wieder verstummen lässt. Und vorallem: Die Führung. Eine Führung, die über die Zeit gerettet wurde. Mit anderen Worten: Ein echt gedrehtes Spiel. Ohne Wenn und Aber. Wann gabs das zum letzten Mal?

Und natürlich und kaum der Rede wert: Ein Stefan Kießling, der trifft, nachdem er bereits getroffen, getroffen und getroffen hat. Die 34 Tore sollten drin sein dieses Jahr. Fehlen ja nur noch 30.

Womit der kürzeste aller Spielberichte hiermit schon beendet wäre. Der Blogeintrag freilich noch nicht,  denn am Ende eines jeden Artikels versuche ich gerne noch eine Flanke¹ zum Artikelanfang zu schlagen. Die Vorlage hierzu liefert mir diesmal der im letzten Absatz erwähnte Stefan Kießling. Wir erinnern uns: Zunächst schwadronierte ich über unsere kurzlebige Welt, eine Vertragsverlängerung und, ach ja, die Nationalmannschaft. Dort steht Kies nämlich im Gegensatz zu seinem Schlussmann am Samstag nicht auf dem Platz. Die Schwaben² hatten ja schon immer eine seltsame Vorstellung von Leistung.

¹ Diese Flanke wird Ihnen übrigens präsentiert von JAKO

² Nach oberflächlicher Recherche scheint es so, als sei Löw gar kein Schwabe, sondern Badener. Aber das ist mir gerade eigentlich relativ schnuppe.

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