Michael Ballack | lauthals

Posts tagged: Michael Ballack

Ach, äh…

…ich habe gestern übrigens was geschrieben. Im bayer04blog. Ihr kennt ja den Weg, einfach den Gang runter, zweite Tür links.

Druck und Selbstvertrauen

Erwartungen, Druck. Die Pflicht, gewinnen zu müssen. Die Pflicht des Vizemeisters. Der Druck auf das Kollektiv, eine erbrachte Leistung zu bestätigen. Gar der Druck, eine Leistung noch weiter auszubauen. Der Druck auf einen Einzelnen, die Erwartungen zu erfüllen, es noch einmal allen zeigen zu wollen. Druck auf einen anderen, der dadurch entsteht, dass er nicht nachgesagt bekommen möchte, gegen den Ex-Verein nicht alles gegeben zu haben. Der Druck auf einen Trainer, nicht den gleichen Fehler zwei mal zu machen. Der Druck auf einen Trainer, richtig zu handeln, obwohl er zu Recht davon überzeugt ist, beim ersten Mal schon keinen Fehler gemacht zu haben. Wenn auch nur insgeheim. Und dann doch: Zweifel. Druck auf einen Torhüter, der endlich diese eine Chance erhält. Druck, durch die Gewissheit, dass ein anderer Torhüter ein Thema ist.

Selbstvertrauen, Unbekümmertheit. Das Selbstvertrauen desjenigen, der nicht bloß Zweiter geworden ist. Unbekümmertheit, die daraus entsteht, zu wissen, dass einem die Nation ohnehin schon zu Füßen liegt. Selbstvertrauen, dass auch ein Gegentor nach einer 3:0-Führung eben nicht zwangsläufig das Ende bedeuten muss. Selbstvertrauen, immer die richtige Entscheidung zu treffen. Unbekümmert darauf vertrauen zu können, dass das, was Spaß macht, nicht verkehrt sein kann. Selbstvertrauen, zu wissen, dass man es einfach drauf hat.

Im Gegensatz zu dem Druck, der daraus entsteht, sich bloß sehr, sehr sicher zu sein, dass man genau so viel drauf hat. Druck, entstanden aus einer Tradition der Misserfolge. Druck, der aus fehlgedeutetem Selbstbewusstsein entsteht. Zum Beispiel aus dem Selbstbewusstsein, One-Touch-Fußball zu spielen, auch wenn man Torwart ist.

Damit hier auch mal wieder der Name Ballack in der Überschrift steht.

Ballack nervt. Und zwar jeden. Und das Beste ist: dafür kann der Mann gar nichts. In Ordnung, er hat ein paar Probleme mit dem DFB, aber Herr Gott: Wer von uns hat die nicht? Im Gegensatz zu unserer, ist seine Antipathie natürlich öffentlich gemacht worden. Aber wenn man sich in der Funktion des prägendsten deutschen Spielers der letzten zehn Jahre befindet, wird jedes Knöllchen fürs Falschparken in der Öffentlichkeit diskutiert.

Aber selbst der Streit mit dem DFB wurde, zumindest von seiner Seite aus, in den letzten Wochen nicht weiter fortgeführt. Und trotzdem geht es in jedem Artikel auf den Sportseiten dieser Welt, der auch nur im Entferntesten mit dem SVB zu tun hat, um Michael Ballack. Zur Zeit liegt das angeblich daran, dass, und jetzt haltet euch fest, er vergangene Woche ein schlechtes Spiel gemacht hat. Und das, obwohl er es diese Saison doch allen zeigen wollte! (!!!1!1eins11elf… ihr wisst schon). Nicht, dass er solche Worte je tatsächlich öffentlich in den Mund genommen hätte. Allerdings macht es natürlich Spaß, sich vorzustellen, wie der Capitano einen vorlauten investigativen Journalisten umgrätscht, zornig auf ihn hinabblickt und brüllt: “Euch werd ichs nochmal zeigen!”

Meines Erachtens gibt er sich zur Zeit eher zurückhaltend, was ich so deuten würde, als dass er die Antwort tatsächlich auf dem Platz geben wolle. Am letzten Samstag hat das freilich noch nicht geklappt. Das wird er auch selber wissen. Vielleicht klappt es auch überhaupt nicht mehr, aber auch das wäre kein Grund jeden Tag das Volk mit dem Thema Ballack zu langweilen. Dutt betont stets und ständig, dass Ballack sich professionell verhalte und dass er sich eingliedere, wenn er, Ballack, zuweilen auch – selbstverständlich – “sportlich enttäuscht” sei. Spektakulär oder gar sensationell ist daran nichts.

Aber dennoch: “Dutt gibt Ballack Teilschuld” hieß es heute zum Beispiel  in einer Überschrift bei Spox (die inzwischen löblicherweise in die – zugegeben – weniger knackige Überschrift “Dutt: ‘Jedem Spieler kann die Bank drohen’” geändert wurde, nachdem in den Kommentaren Beschwerden laut wurden). Die Überschrift hätte allerdings genau so gut “Dutt gibt Balitsch Teilschuld” oder “Dutt gibt Schürrle Teilschuld” heißen können. Laut Dutt hatte nämlich jeder Spieler auf dem Platz eine solche, wie man erst erfährt, nachdem man sich das Interview durchgelesen hat.

Jetzt können wir – als einfache Fußballfans – natürlich nicht einfach die Medienlandschaft umkrempeln, obgleich wir wissen, dass es auch abseits des Themas Ballack genügend Gründe dafür gibt. Was uns bleibt, ist, dass wir die Ballack-Fanchöre wieder anstimmen können, vielleicht müssen. Selbst dann, wenn wir von Ballacks Leistung ebenfalls enttäuscht sein sollten. Auch wenn wir denken, und das tun viele von uns, Ballack gehöre nicht in die Startelf, weil andere zur Zeit stärker sind als er. Einfach nur, um zu zeigen, dass wir nicht auf jeden beknackten Zug aufspringen, der von der Presse befeuert wird.

Einen wunderschönen guten Tach!

Ein herzliches Hallo an die optimistisch geschätzten fünf Leute, die mich vielleicht noch immer nicht aus ihrem Feed-Reader geschmissen haben. Ich trau mich ja gar nicht einen Blick auf das Datum meines letzten Artikels zu werfen.

War es unhöflich das Blog in den letzten Monaten (Oh bitte, liebes Spaghettimonster, lass es nur Monate gewesen sein… – nein, ich habe wirklich nicht aufs Datum der letzten Veröffentlichung geguckt) so verwaisen zu lassen und nicht mal dafür zu sorgen, dass es vom verdammten Spam verschont bleibt? Oder war es egal? Ich weiß es nicht. Vermutlich “macht man sowas nicht”. Aber was soll ich sagen, ich hatte einfach keinen Bock mehr. Und umso länger ich keinen Bock mehr hatte etwas zu schreiben, desto sinnfreier erschien mir das Verfassen eines weiteren Artikels. Ich sag euch, das ist echt Arbeit, was die Kollegen von nebenan teilweise tagtäglich zu Stande bringen.

Was mich angeht, so ist mir irgendwann aufgefallen, dass ich mir Spieltag für Spieltag lediglich neue Phrasen ausdenke um das ganze ein bisschen amüsanter zu gestalten. Doch letztendlich ähneln sich die meisten Spiele doch sehr, wenn man sie nicht gerade taktisch auseinander nehmen will kann. Und irgendwann wurde mir das einfach zu blöd. Die Alternative wäre gewesen, den eigenen Anspruch von mindestens einem Artikel in der Woche etwas herunterzuschrauben und sich nur noch dann zu Wort zu melden, wenn mir wirklich etwas Neues, Relevantes ™, etwas Elementares einfällt. Aber das wäre mir auch wiederrum zu wenig gewesen. Und was macht ein Mensch in der Regel, wenn er sich nicht zwischen Möglichkeiten entscheiden kann? Nix natürlich.

Ich weiß nicht, wie es hier weitergehen soll. Ich glaube nicht, dass ich mit Bayer 04 weitermachen werde. Was ziemlich schade ist. Nicht weil dieses Blog ein Stern am Netzfirmament war (aber freilich: auch deswegen), sondern weil unser Verein ohnehin stark unterpräsentiert ist, was das angeht. Zumal ich vor wenigen Tagen lesen musste, dass auch der Grand Seigneur des Werkbloggings sich – zumindest zeitweilig – mit Abschiedsgedanken beschäftigt hat¹.

Hier wird es demnächst vielleicht um etwas ganz anderes gehen². Vielleicht packt es mich aber auch wieder und ich werde noch den ein oder anderen Artikel zum Transfergeschehen schreiben. Danach vielleicht wieder zu den ersten paar Spieltagen. Danach verlässt mich die Lust vielleicht auch schon wieder. Das mich ja keiner auf etwas festnagelt. Wer weiß, vielleicht melde ich mich auch erst in zwei Jahren wieder. Aber das glaube ich nicht. So viel Unentschlossenheit geht mir selbst auf den Geist. Kommt damit klar. ;-)

So, das war es erstmal mit dem emotionalen Teil. Jetzt, wo ich ohnehin mal hier bin, kann ich auch noch meinen Senf zur aktuellen Situation abgeben:

Zur Vizemeisterschaft: Yeah.

Zum Star der letzten Saison: Da kann ich Stefan fast in allen Punkten zustimmen. Der Mann der letzten Saison heißt Hanno Balitsch. Er wurde von den meisten von uns zunächst als überflüssig eingestuft. Als dann auch noch Ballack verpflichtet wurde, war jede Diskussion um die Sinnhaftigkeit des Balitsch-Transfers endgültig hinfällig. Und dann spielt dieser Mann so souverän und – verdammt noch mal – fehlerfrei auf, dass es einen zu Tränen rührt. Balitsch verkörpert “nur” einen durchschnittlichen Bundesligakicker, aber er macht es wirklich jedem Trainer schwer, ihn nicht aufzustellen. So macht das Spaß.

Zu Aturo Vidal: Weg mit dem. Jetzt. Top Bundesligaspieler, aber dennoch maßlos überschätzt meiner Meinung nach. Den Verlust fangen wir locker auf. Im Prinzip darf er sogar zu den Bayern wechseln. Ich erkenne nicht, wie er die Qualität des Mittelfeldes dort signifikant erhöhen könnte. Und Elfmeter können da auch andere schießen (Ich weiß, es ist ungerecht, Vidal auf seine Elfmeter zu reduzieren. Doch wenn allerorten von seiner Torgefährlichkeit geschwärmt wird, kommt man da nicht drum herum). Dennoch kann er nicht zu den Bayern wechseln. Leverkusen muss an dieser Stelle Eier zeigen. Da bin ich recht zuversichtlich.

Zum Transfergeschehen im Allgemeinen: Ansonsten würde ich mir selbstverständlich auch noch einen gestandenen Innenverteidiger wünschen. Aber ich komme eigentlich super damit klar, wie wir aufgestellt sind. Reinartz wird nicht noch so eine unkonstante Saison abliefern und von Schwaab in der Innenverteidigung bin ich zeitweilig begeistert gewesen. Wenn beide ne Schippe drauflegen, worauf man sich in dem Alter nicht verlassen – worauf man aber dennoch hoffen kann. Vielleicht setzt sich ja auch Toprak durch. Letztendlich werden wir schon zwei ordentliche Innenverteidiger aufstellen können, davon bin ich überzeugt. Und dass ich Friedrich mag, habe ich an der ein oder anderen Stelle schon mal fallen lassen, denke ich. Versteht mich nicht falsch: Die IV ist unsere Schwachstelle – aber das ist jammern auf ziemlich hohem Niveau.

Zu Robin Dutt: Macht auf mich bisher einen sensationellen Eindruck. Seiner Saisonvorhersage möchte ich mich zu 100% anschließen: Ein Verpassen des internationalen Wettbewerbs wäre schlecht, die Europaleague wäre durchschnittlich, die Championsleague wäre gut und die Meisterschaft ist das Ziel. Danke dafür.

So, verehrte Leserschaft.  Das war es zunächst von meiner Seite. Ich werde jetzt hier erstmal etwas aufräumen.

¹ was mich letzten Endes auch dazu getrieben hat, hier mal einen Stand der Dinge zu posten.

² “Um etwas ganz anderes?” – “Ja.” – “Etwa um den FC??!!?” – “Nein… So sehr anders auch wieder nicht. Aber trotzdem nicht um Fußball.”

Hier! regiert! der S-V-B!: Borussia Dortmund – Bayer 04 0:2

Selten war die Auswährtsfahrt in eine doch recht nahe Stadt (ich komme aus der Aachener Ecke) so anstrengend. Geschlagene zehn Stunden waren wir letztlich unterwegs, für einen Trip, der planmäßig sechs einhalb Stunden dauern sollte. Spielzeit allerdings inklusive. Schuld daran waren diverse gehäufte Ausfälle der Deutschen Bahn. Gut, dass wir reichlich Zeitpuffer eingeplant hatten.

Aber hey: Es hat sich gelohnt.

Michael Ballack schnupperte seit einer halben Ewigkeit wieder Bundesligaluft. Um ihm den Wechsel so angenehm wie möglich zu gestalten, lief die Werkself ausnahmsweise im Chelsea-Trikot auf. Ich gehe allerdings stark davon aus, dass er schon ziemlich bald gemerkt hat, dass die Mannschaft in der er da spielt, nicht Chelsea sein kann. Dafür wurde vorne zu viel gezaubert und hinten zu sehr gewackelt.

Im Vordergrund standen heute allerdings andere, nicht Michael Ballack. Es ist schwierig einen Spieler des Spiels zu bestimmen, doch was Arturo Vidal, Gonzalo Castro und Renato Augusto vor beiden Treffern gezeigt haben, war schon erste Sahne. Gerade von Gonzo kam im Rest des Spieles nicht viel, doch die Aktion vor dem 1:0 tröstet über vieles hinweg. Vidal und Renato hingegen waren stehts gefährlich, präsent und trickreich. So wird Fußball gespielt. Sagte ich eigentlich bereits, dass es DIE Saison von Renato werden wird?

In der zweiten Halbzeit passierte nicht mehr viel, doch das war auch nicht nötig. Dortmund spielte optisch überlegen, erarbeitete sich aber kaum zwingende Chancen. Ist natürlich aber auch nicht einfach, wenn der Gegner hinten drin einen blonden, beweglichen Leuchtturm beschäftigt und hinter diesem noch immer ein René Adler in Topform steht.

Würde ich jetzt schreiben, dass der Block 90 Minuten lang vor Heiterkeit tobte, würde mir das hier ja eh wieder keiner abnehmen. Dennoch war es so. Es hat Spaß gemacht. Danke für die 15 Minuten “Bayer Leverkusen .. von 19hundert4″, hoffentlich finde ich davon irgendwann eine Aufnahme im Netz. So stelle ich mir Support vor. Da kann die schwarzgelbe Wand von gegenüber noch so vielzählig sein. Bei einem 2:0 ist es natürlich nicht schwierig, ausgelassen zu sein, aber dadurch macht es ja nicht weniger Spaß.

Als nächstes, das bedeutet Donnerstag, fliegt die Mannschaft in ein Trainingslager in die Ukraine, um drei Tage später gut erholt der anderen Borussia ebenfalls den Hintern zu versohlen. Ich freu mich.

Katsche kanns noch: Bayer 04 – Simferopol 3:0

Seit gestern Abend hat Europa uns endlich wieder. Und dazu, dass das auch noch einige Wochen so bleiben wird, wurde gestern der Grundstein gelegt.

Ein gutes Spiel war es nicht, weder von der einen noch von der anderen Seite – wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß, was “gutes Spiel” bei Simferopol bedeutet. Von Leverkusener Seite hat es letztlich gereicht, schlussendlich war der Sieg angesichts fehlender Chancen des Gegners auch in der Höhe nicht unverdient, wenn auch in der Entstehung vielleicht etwas glücklich.

Technisch war das alles teilweise sehr fein anzusehen, insbesondere von Renato Augusto. Leute, ich sach euch: Das wird seine Saison. Mutig, spritzig, überraschend, intelligent. Zugegebenermaßen hat er bzw. sein Glück im Laufe der zweiten Halbzeit etwas nachgelassen, doch die Ansätze, die er schon jetzt wieder zeigt, sind mehr als vielversprechend.

Ungewohnt selbstbewusst agierte auch Daniel Schwaab, der von dem Spielwitz  Renatos Inspiration zu schöpfen scheint. Blinde Flanken aus dem Halbfeld sind mir von gestern nicht in Erinnerung, wohl aber die ein oder andere Situation, in der er sich im Zusammenspiel mit Renato gegen ein oder zwei Gegner durchzusetzen versucht. Die auffälligste Szene von ihm war sicher der Zweikampf an der gegnerischen Torauslinie vor seinem Pass auf Michael Ballack zu dessen ersten Torchance. Nach hinten agierte Schwaab allerdings etwas fahrlässig. Mehr als einmal stand er hinten rechts so weit weg vom Mann, dass man auf den ersten Blick nicht mal erkennen konnte, dass er dafür zuständig gewesen sein könnte. Ein Glück, dass Simferopol seine Konter nie konsequent ausspielte.

Auf der anderen Seite zeigte Katsche, wieso er 2008/2009 bei uns zum Publikumsliebling aufstieg. Hinten sicher und vorne mit Übersicht und Gewalt. Bravo.

Ansonsten fiel positiv auf, dass es Barnetta gut zu tun scheint, dass Sidney Sam auf seiner Position Druck macht, obgleich dieser gestern unauffällig war und zumeist glücklos wirkte. Außerdem hat Michael Ballack offensichtlich nichts verlernt, seit er uns verlassen hat. Hätte sein Linksschuss aus der Ferne den Kasten getroffen, hätte Leverkusen Kopf gestanden. Geht es nur mir so, oder habt ihr auch das Gefühl, dass einfach nichts Schlechtes passieren kann, wenn der Mann am Ball ist? Solche Spieler gibt es ja, in Leverkusen ist mir so einer jedoch lange nicht mehr aufgefallen. Der Letzte war Berbatov. Für einige Monate hatte ich dieses Gefühl auch mal bei Franca. Davor fällt mir nur noch Micha selbst ein. Und nein, Schnix habe ich nicht vergessen. Doch diesen “Zauber” versprühte er nicht. Er hatte andere Qualitäten.

So positiv sich dieser Bericht jetzt auch liest, ich habe hier wirklich nur die Glanzpunkte herausgepickt. Über den nicht genannten negativen Punkten schwebt indes  ein einziger Grund, aus dem diese Punkte resultieren: Phlegma. Man führt nach der ersten Minute 1:0 und geht davon aus, das Spiel von nun an im Vorbeigehen 4 oder 5:0 nach Hause zu bringen. So läuft das natürlich nicht. Aber das wird der Jupp den Jungs schon klarmachen. Fraglich ist lediglich, ob das so einfach ist, ob der deutlichen Ergebnisse, die bislang eingefahren wurden.

Sonntag geht es also zum BVB nach Dortmund. Für mich war das Ordern eines Tickets für dieses Spiel natürlich Pflicht. Für viele anderen scheint das anders auszusehen, demnach gibt es noch einige wenige Tickets für die Gästeblöcke an der Stadionkasse. Ich hoffe doch, dass sich reichlich Kurzentschlossene finden, um den SVB im vermutlich ersten Bundesligaspiel der Saison zu unterstützen. (Update: Das vermutlich kann ich streichen. Der Satz sollte erst anders enden ;-) Ich bin mir hingegen relativ sicher, dass am Sonntag definitiv das erste Bundesligaspiel der neuen Saison von Bayer 04 stattfinden wird.)

Wir sind wieder da, wo wir hingehören

Zwar nur auf transfermarkt.de und auch nur für kurze Zeit aber dennoch kann man da glatt sentimentale Gefühle bekommen.

Quelle: transfermarkt.de

Quelle: transfermarkt.de

Willkommen zu Hause

Ballack13TrikotEs ist wohl perfekt: Die 13 ist wieder dort, wo sie hingehört. Auch wenn es wohl letzte Details zu klären gibt, wird Michael Ballack in den nächsten zwei bis drei Tagen einen Vertrag bei Bayer 04 unterschreiben und somit bis 2012 das Kreuz auf der Brust tragen.

Wie kurzzeitig hier zu lesen war, haben auch die Aktionen der Fans einen Ausschlag für Michas Entscheidung gegeben. Mittlerweile ist die Seite allerdings wieder verschwunden und es ist nur ein Foto Ballacks dort zu sehen. Offenbar hat ein übereifriger Redakteur den Artikel zu schnell online gestellt. ;-) (EDIT: Der Text ist wieder da.)

Doch ich bin mir relativ sicher, dass die Sache in trockenen Tüchern ist. Wenn jetzt noch was passiert, ist da Hexerei im Spiel.

Zum ersten Mal überhaupt findet am kommenden Montag das Auftakttraining zur nächsten Saison in der BayArena statt.  Nicht nur der Ort, auch die Uhrzeit ist ungewöhnlich. Diese Information, die schon seit wenigen Tagen bekannt ist, nährte die Gerüchte, die in der Bayer04-Fangemeinde kursierten, dass der Wechsel noch bis zum Wochenende vollzogen werden würde. Schließlich wäre ein Auftakttraining abends in der BayArena, bei dem auch die weiteren Neuzugänge vorgestellt werden, die perfekte Bühne für Michael Ballack um sich zum ersten Mal wieder im Trikot der Werkself zu zeigen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es tatsächlich so kommen wird.

Junge, Junge. Michael Ballack entscheidet sich gegen 3-4 Millionen Jahresgehalt, das er angeblich beim VfL Wolfsburg mehr verdient hätte. Es ist irrelevant, dass Ballack ohnehin schon ausgesorgt hat. Das muss man trotzdem erst mal schaffen. Danke Micha. Und danke Rudi Völler.

Leute, ich ich lass die Korken knallen.

Wenn ich jemand anderes wär’ – Teil 2: Bayer 04 Leverkusen

Also wenn ich Bayer Leverkusen wäre… dann würde ich mir feste auf die Schulter klopfen, angesichts der stabilen Situation, die sich mittlerweile nach dem Konsolidierungskurs ergeben hat. Natürlich, ich würde mir denken, die Jahre ohne internationalen Wettbewerb hätten nicht sein müssen. Vielleicht würde ich hier und da mit mir hadern, ob der ein oder andere risikoreiche Transfer womöglich doch die entscheidenden Punkte zu den Zusatzmillionen garantiert hätte. Ganz sicher wäre ich nicht mit all meinen Entscheidungen zufrieden.

Aber wenn ich mir ansehen würde, was unterm Strich dabei herausgekommen ist, dann wäre ich stolz auf mich. Aus einem Team, dem seit 2002 nach und nach die Stars ausgingen, einem Team, das im ersten Jahr nach dem Triple-Vize gar gegen den Abstieg kämpfte, wurde inzwischen mit Instinkt und Klugheit eine junge, durch deutsche Spieler geprägte und durch ausländische Spieler punktuell verstärkte Mannschaft geformt. Eine Mannschaft, die die Vorteile ihrer Jugend mitbringt und mittlerweile dennoch nicht mehr unerfahren ist. Eine Mannschaft, die den Eindruck erweckt, charakterlich so gefestigt zu sein, dass sie – zumindest im Großen und Ganzen – noch einige Jahre zusammen spielen und Titel gewinnen möchte.

Und wenn ich, der gesunde Verein Bayer 04 Leverkusen, jetzt feststellen würde, dass einer der verlorenen Söhne – oder halt: nicht bloß einer, nein, der verlorene Sohn – von 2002 wieder auf dem Markt ist und nicht abgeneigt zu sein scheint aus dem großen London zurück ins kleine Leverkusen zu wandern, dann würde ich meine Chance wittern. Dann würde ich mir Gedanken machen. Ich würde mir überlegen, ob ich die Zeiten der konservativen Finanzplanungen nicht wenigstens für ein Momentchen vergessen soll. Ich müsste mich natürlich fragen, wie das anspruchsvolle Gehalt eines Michael Ballack gestämmt werden könnte. Ich würde natürlich erkennen, dass meine Chancen auf die Champions League Qualifikation im nächsten Jahr signifikant steigen würden. Doch auf so einer schwammigen Theorie würde ich mich natürlich nicht einlassen. Aber im Hinterkopf, würde ich sie schon behalten. Ich wüsste natürlich auch, dass einige Einnahmen durch Trikotverkäufe zu erzielen wären. Jedoch  sind auch “einige Einnahmen” leider immer noch ein Witz, wenn man zehn Millionen Euro Gehalt für zwei Jahre gegenüberstellt.

Aber ich würde weiterüberlegen und hoffentlich schließlich verstehen, das der Wert eines Ballacks sich gar nicht unbedingt in ihm selbst manifestiert, sondern stattdessen in jener jungen, erfolgshungrigen Mannschaft, die ich die letzten Jahre aufgebaut habe. Soll heißen: Selbst, wenn ich durch die Leistungen des Michael Ballacks keine neuen Millionen erspielen würde, ist es sehr realistisch, dass ein Spieler wie er – der deutschen Sprache mächtig; im internationalen Geschäft eine große Nummer; ein Leader, wie er im Buche steht; das Symbol der Aufstiegsmöglichkeiten, die einen in Leverkusen erwarten – meine jungen Spieler (gerade im Mittelfeld und im Angriff, worauf ein Sami Hyypiä wenig bis keinen Einfluss nehmen kann) mitreißt und dadurch ihre Leistungsfähigkeit und somit auch ihren Marktwert in solchem Maße steigert, dass sich die Ausgaben für ihn auch finanziell rechtfertigen. Ich würde hoffentlich erkennen, was die Fans schon lange wissen: Dass Ballack für Leverkusen mehr wäre, als bloß eine weitere Verstärkung im Mittelfeld.

Wenn ich Bayer Leverkusen wäre, dann würden mir diese Gedanken zumindest mal so durch den Kopf gehen. Glaube ich.

Edit, 13:52 Uhr: Ach, ehe ich es vergesse, ein Klick hierhin kann natürlich nicht schaden.

Wenn ich jemand anderes wär’ – Teil 1: Michael Ballack

Liebe Leserinnen und Leser!
Es folgt Geschwafel in eigener Sache. Wen dies nicht interessiert, der möge bitte bitte zur Trennlinie unterhalb des dritten Absatzes scrollen und von dort aus weiterlesen. ;-)


Hach, weh mir! Als ich vorhin hier in meinen Blog schauen wollte um mal wieder einen Artikel zu verfassen, habe ich doch tatsächlich versucht “lauthals.de” in die Adresszeile einzugeben und wunderte mich ob des Anblicks, der mich traf. So lange war ich schon nicht mehr hier. Die Hochfrequenz-Bloggerei ist einfach nicht mein Fall, so scheint es. Doch manchmal, wenn auch selten, dachte ich mir in letzter Zeit “Mensch, zu diesem Thema müsstest du jetzt doch mal was loswerden” oder “Na, wenigstens zum Saisonausgang wirst du doch ein paar sentimentale und hoffnungsschöpfende Zeilen schreiben können”. Doch letztlich kam ich immer wieder zu dem Schluss, dass ich mir das auch schenken kann, wenn ich die regelmäßige Bloggerei ja doch nicht durchziehe. Ein Teufelskreis.

Doch heute muss ich mich hier einfach einem Thema widmen, das mich noch mehr fesselt als die derzeitige WM – und die fesselt mich schon gewaltig, das könnt ihr mir glauben. Dieses Thema fesselt mich so ungemein, dass ich bereit bin die Definition von “regelmäßig” (im Sinne von “regelmäßige Bloggerei”) auszuweiten, so dass ich zu dem Schluss komme, dass auch “alle zwei bis drei Monate” eine Regelmäßigkeit beschreibt. Demnach ergibt es sicher keinen Sinn für euch, jeden Tag hier auf die Seite zu schauen. Denjenigen, die mein Geschwafel aber dennoch interessiert, sei ein Feed-Reader ans Herz gelegt.

So viel dazu, ich neige offensichtlich dazu, in meinen wenigen Beiträgen zu häufig von mir, diesem Blog und dem Verhältnis zwischen mir und diesem Blog zu erzählen. Nervt, gä?


Ballack13Trikot

Wie dem auch sei: Das oben bereits angesprochene Thema, über das ich sprechen möchte, ist, wie sollte es auch anders sein, ein sehr Emotionales: Michael Ballack.

Was habe ich ihn doch verflucht in den ersten Monaten seit seinem Weggang aus Leverkusen? Wie sehr habe ich aus irrationaler, kindlicher Wut heraus versucht, seinen Abgang zu relativieren (“Der Abgang von Zé wiegt doch viel schlimmer.“)? Wie neidisch war ich auf die Bayern und auf Chelsea, die mit ihm und durch ihn zahlreiche Meisterschaften feiern durften, was uns stets vergönnt war? Wie oft habe ich diesen Neid vehement geleugnet? Doch wie sehr ist mir in den letzten Jahren klar geworden: Ich hätte wohl alles genau so gemacht, wie er es tat. Er hat die perfekte Fußballer-Karriere hingelegt und dazu bedarf es nicht unbedingt eines Champions League- oder Weltmeistertitels.

Ich hätte, wie gesagt, vermutlich genau so wie er gehandelt. Doch ich würde – das behaupte ich jetzt einfach mal in meiner Kleinstadt-Naivität – , in den letzten Jahren meiner Karriere auch an die Stätte zurückkehren wollen, die mich groß gemacht hat. Freilich wären daran einige Randbedingungen geknüpft: Ich würde gerne eine junge, hoffnungsvolle Mannschaft führen wollen. Ich würde die Chance sehen wollen, mit dieser Mannschaft mehr als nur zweite Plätze zu erreichen. Ich würde erwarten, dass das das realistische Ziel zur nächsten Saison mindestens die CL-Qualifikation ist. Ich würde über die sportlichen Bedigungen hinaus natürlich auch erwarten, dass meine Kinder mit einer guten schulischen Ausbildung rechnen können. Und, selbstredend, würde ich  – auch an der Stätte meines Herzens – nicht für lau arbeiten wollen.

Wenn diese Bedinungen erfüllt sein würden… dann würde sich in mir die Hoffnung regen, noch einmal etwas ganz Großes zu schaffen. Nicht mit einem FC Bayern oder einem FC Chelsea, in dem ich einer von vielen bin. Sondern in einer Mannschaft, die außerordentlich talentiert, aber noch immer unerfahren ist. Ich würde mich gegen fünf Millionen Jahresgehalt entscheiden. Gegen schönes Spanien-Wetter. Gegen den englischen London- und Manchester-Flair. Und, natürlich, gegen Plattdeutsch und Seniorenheim. Ich würde mich stattdessen für meine alte Heimat entscheiden. Für mein bekanntes und befreundetes Umfeld. Und für wenige, dafür aber treue, echte und mich aufopferungsvoll liebende Fans. Und den Ausschlag für diese Entscheidung hätte für mich vielleicht eine Kleinigkeit gegeben. Eine Kleinigkeit wie der Moment, in dem jene Fans im Abschiedsspiel von Bernd Schneider “Micha, komm zurück” skandierten.

Kurz gesagt: Ich würde mir Gedanken machen, bei welchen Fans ich mehr wäre, als “bloß eine weitere Verstärkung fürs Mittelfeld“.

Ja, so würde ich das machen, wenn ich Michael Ballack wäre. Glaube ich.

WordPress Themes