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Die Frage nach dem T

Wäre ich Bayern-Fan, würde mich die berühmte deutsche T-Frage ja nerven. Wobei, nein, das ist falsch. Richtig ist: Wäre ich Bayern-Fan, würde mich die berühmte deutsche T-Frage einfach nur ganz besonders nerven.  Nicht besonders – aber dennoch deutlich – nerven würde mich die Frage schon dann, wenn ich nicht Leverkusen-Fan wäre. Zumindest, wenn ich nicht stattdessen Hannover-Fan oder wenigstens Schalke-Fan sein würde. Den Bremen-Fan vermag ich gar nicht erst in diesem Spektrum einzuordnen. Und das letzte Fan-Grüppchen, das ein vermeintliches Interesse an diesem Thema hat, möchte ich an dieser Stelle nicht einmal namentlich erwähnen. Die Frage nervt, weil sie so unnötig ist wie ein Kropf. Weil sie schon längt entschieden sein könnte. Weil die Nationalmannschaft wahrlich ernsthaftere Problemzonen hat. Die Frage nervt, weil sie letztendlich womöglich nur aus dem Grund existiert, um von jenen wahren Problemzonen abzulenken.

Und auch mir ist es im Prinzip relativ gleichgültig, wer am Ende zwischen den Pfosten stehen wird.  Ich fühle mich von Enke und Adler gleichermaßen gut vertreten. Und dennoch ist es ja so, dass man, aller Mannschaftsdienlichkeit zum Trotz, es gerne sieht, wenn ein solches Amt vom vereinseigenen Keeper ausgefüllt wird. Also Hand aufs Herz: Klar wollen wir René bei der WM im Kasten sehen.

Wie es das Schicksal der Zufall will, steht Adler gegen Aserbaidschan also wieder in der Startelf, da es ein bislang nicht näher spezifizierter Virus nicht gut mit Enke meinte. Dieser Umstand ist Enke selbstverständlich alles andere als zu gönnen. Nichtsdestotrotz sind es eben jene kleinen Schicksalsschläge, die in der jüngsten deutschen Torwart-Geschichte den Auschlag gaben. War es Enkes Handbruch, durch den Adler sein Debüt gegen Russland feiern durfte, so war es ein Bluterguss Adlers, der die Waage vor dem Spiel gegen Lichtenstein wieder in Richtung Enke kippen lies.

Handelsübliche Massenvergleichs-Waagen, haben übrigens nur zwei Waagschalen. Neuer und Wiese sind in meinen Augen schon aus dem Rennen, auch wenn das von offizieller Seite keiner sagen möchte.

Hoffen wir morgen also auf gut aufgelegte Aserbaidschaner und einen noch besser aufgelegten René Adler. Denn es ist davon auszugehen, dass die endgültige Antwort auf die T-Frage nicht durch die angesprochenen Einzelschicksale entschieden wird, sondern tatsächlich durch Leistung. Und was das angeht, liegt der Hannoveraner noch ein bis zwei Nasenlängen vor Adler.

Nur noch fürs Protokoll: Bayer 04 – VfL Bochum 2:1

Ja, ich weiß. Das Spiel interessiert schon keinen mehr in dieser kurzlebigen Welt. Soeben wurde verkündet, dass Tranquillo Barnetta tief in Gesprächen zur Vertragsverlängerung steckt und schon übermorgen kämpft René Adler um seine WM. Das ist ja eigentlich alles viel wichtiger als diese drei Pünktchen gegen das Mittelklasseteam aus Bochum, zumal dieser Sieg auch noch den faden Beigeschmack hat, nicht zur Verteidigung der Tabellenspitze gereicht zu haben. Und wer steht nun ganz oben? Der Bruno. Na sowas.

Dabei hatte dieses Spiel alles, was man für spannende Geschichten benötigt. Ein sicheres wahrscheinliches womögliches vermutliches Eigentor von Manuel Friedrich. Der daraus resultierende Rückstand. Und zwar ein Rückstand, der anlässlich der unzumutbar vielen vergebenen Torchancen der Werkself an längst vergangen geglaubte Tage erinnerte. Dann der Ausgleich durch den gerade erwähnten Manuel Friedrich, der spätestens dadurch all seine Kritiker wieder verstummen lässt. Und vorallem: Die Führung. Eine Führung, die über die Zeit gerettet wurde. Mit anderen Worten: Ein echt gedrehtes Spiel. Ohne Wenn und Aber. Wann gabs das zum letzten Mal?

Und natürlich und kaum der Rede wert: Ein Stefan Kießling, der trifft, nachdem er bereits getroffen, getroffen und getroffen hat. Die 34 Tore sollten drin sein dieses Jahr. Fehlen ja nur noch 30.

Womit der kürzeste aller Spielberichte hiermit schon beendet wäre. Der Blogeintrag freilich noch nicht,  denn am Ende eines jeden Artikels versuche ich gerne noch eine Flanke¹ zum Artikelanfang zu schlagen. Die Vorlage hierzu liefert mir diesmal der im letzten Absatz erwähnte Stefan Kießling. Wir erinnern uns: Zunächst schwadronierte ich über unsere kurzlebige Welt, eine Vertragsverlängerung und, ach ja, die Nationalmannschaft. Dort steht Kies nämlich im Gegensatz zu seinem Schlussmann am Samstag nicht auf dem Platz. Die Schwaben² hatten ja schon immer eine seltsame Vorstellung von Leistung.

¹ Diese Flanke wird Ihnen übrigens präsentiert von JAKO

² Nach oberflächlicher Recherche scheint es so, als sei Löw gar kein Schwabe, sondern Badener. Aber das ist mir gerade eigentlich relativ schnuppe.

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