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Herbstmeister: Bayer 04 – Borussia Mönchengladbach 3:2

Hui, war das ein Spiel. Zeitweise beschlich mich in den letzten Wochen die Befürchtung, dass, wenn Kießling mal zwei, drei Spiele nicht trifft, Leverkusen nur noch mit Platzpatronen schießt. Aber wie schon gegen die Hertha, wo es am Ende wenigstens zu einem Unentschieden reichte, hat es auch gestern wieder funktioniert die Dinger irgendwie hinter die Linie zu prügeln. Einmal Derdiyok, zweimal Kroos.

“Der schon wieder” hörte ich jemanden hinter mir im Block sagen, als wollte er mir helfen, meinen ersten Gedanken nach dem Blick auf die Anzeigetafel in Worte zu fassen. Richtig. Der schon wieder. Und in dieser Aussage, in aller Freude über seine Tore und in den lautesten “Toni Kroos”-Gesängen schwingt doch immer etwas Verzweiflung mit, ob der ziemlichen Sicherheit, dass uns der Junge im Sommer wohl wieder verlassen muss.

Aber darüber soll jetzt nicht nachgedacht werden. Wir sind schließlich Herbstmeister. Nach einem Spiel, in dem es der Mannschaft sichtlich um nichts anderes als genau diese Herbstmeisterschaft ging. Es ging nicht um irgendwelche drei Punkte. Es ging darum, sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen zu lassen. Es ging darum, zu beweisen, dass man auch dann noch gewinnen kann, wenn es langsam ernst wird. Und dabei war sich die Mannschaft auch auf einem gefrorenen Boden nicht zu schade, die ganz weiten Wege zu gehen. Man sah zwar eine Abwehr, die in den wenigen Momenten, in denen sie gefordert war, nicht immer sattelfest stand, doch man sah ebenfalls einen Tranquillo Barnetta, der einen ordentlichen Batzen Kilometergeld kassiert haben wird, einen Toni Kroos, der trifft, wenn es nötig ist und einen Arturo Vidal, der dazwischen haut, wenn die Mannschaft ein Zeichen braucht.

Nach dem zweiten Tor der Gladbacher, dem auch noch eine unfaire Liebkosung Dantes an Sami Hyypiä im Gladbacher Strafraum vorangegangen war, brauchte sowohl die Mannschaft, als auch der Anhang etwas Zeit wieder ins Spiel zu finden. Diese Phase der Verunsicherung konnten die Gladbacher zum Glück nicht ausnutzen. Irgendwann wurde dann allen wieder bewusst, dass ein Spiel eben doch mindestens 90 Minuten hat. Ohne viel Struktur dafür aber mit einer großen Portion Wille gegen Gladbacher, die inzwischen mit Mann und Maus hinten drin standen, wurde letzten Endes die Herbstmeisterschaft festgenagelt.

Und der Rest war Freude. Herbstmeister, juchei. Und nun tun wir einfach so, als würden wir die Hinrunde nochmal spielen. Nur, dass wir jetzt fünf Leistungsträger mehr haben und mit einem Punkt Vorsprung in die Saison starten.

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